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Duderstadt Tag der offenen Tür im Tierheim Duderstadt
Die Region Duderstadt Tag der offenen Tür im Tierheim Duderstadt
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18:54 02.09.2018
Vierbeiner der Rettungshundestaffel „Teamdogs" führen ihr Können vor. Quelle: hö
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Duderstadt

Großes Gedränge hat am Sonntag im Duderstädter Tierheim geherrscht. Die Einrichtung wollte mit einem Tag der offenen Tür über ihre Arbeit informieren – und für den Tierschutz begeistern.

„Der ist aber süß“, entfährt es einem Mädchen beim Anblick eines kleinen Mischlings, der –aus seinem Zwinger – die zahlreichen Besucher mit einem Mix aus Skepsis und Neugier beäugte. Mehrere Hundert Menschen hatten bereits zur Mittagszeit den Weg in die Einrichtung gefunden, in der in Duderstadt besitzerlose Hunde, Katzen und Kleintiere gepflegt werden.

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Was das bedeutet, wollte das Team vom Tierschutzverein Duderstadt der Öffentlichkeit zeigen: Hundezwinger, Katzenhaus, Kleintierställe – alle Teile der Anlage, einschließlich der Freilauf-Areale konnten erkundet werden. Und weil das Angebot von so vielen Besuchern genutzt wurde, zeigte sich der zweite Vorsitzende des Vereins, Andreas Pabst, sehr zufrieden mit dem Verlauf des Tages.

Bei einer Führung stand hingegen der Alltag im Tierheim im Vordergrund: Die Zwinger für die Hunde – acht beheizte, acht unbeheizte Gehege ausschließlich für den Sommer – waren die erste Station. Eine Besonderheit: Der Feuerwehraufnahmezwinger, ein Käfig, der auch von außerhalb der Anlage zugängig ist, falls Rettungskräfte in der Nacht Tiere abgeben müssen. Als Partner für Feuerwehr, Polizei und Verwaltung sei das Tierheim auch für solche Inobhutnahmen zuständig.

Doch egal, ob ein Hund so ins Tierheim komme oder abgegeben werde, das Prozedere sei stets gleich, schildert Pabst. Zunächst überprüfe ein Tierarzt die Gesundheit und den Impfstatus, anschließend käme jeder Hund in einen eigenen Zwinger. Je nachdem, wie umgänglich die Tiere seien, könnten sie dann täglich die Freilauf-Areale nutzen. Oder sogar mit den ehrenamtlichen „Gassi-Gängern“, die das Tierheim stets sucht, Spaziergänge unternehmen. Im Idealfall finde sich jemand, der sich zunächst auf eine Probezeit einlasse, bevor er den Hund dauerhaft zu sich nehme.

Die Auslauf-Areale, die sonst von den Hunden tagsüber genutzt werden, waren am Sonntag allerdings für ganz besondere Vierbeiner reserviert: Die Rettungshundestaffel „Teamdogs“ führte dort ihr Können vor – was einerseits aus Demonstrationen absoluten Gehorsams, andererseits aus simulierten Sucheinsatzen bestand.

Doch nicht nur die Nachfahren des Wolfs standen am Sonntag auf dem Programm, auch die Einrichtungen für Katzen konnten besichtigt werden. Diese leben in zwei kleinen Katzenhäusern, jeweils maximal 20 auf etwa 18 Quadratmetern zuzüglich einer eingezäunten und überdachten Außenfläche. „Die gewöhnen sich aneinander“, sagt die Vereinsvorsitzende Rita Kiefner über das Zusammenleben der Katzen.

Etwas Sorgen bereitet ihr hingegen die Situation der Kleintiere: Der Verein stelle sich derzeit darauf ein, demnächst wieder Käfige selbst bauen zu müssen – um Geld zu sparen. Denn groß sei das Budget nicht, trotz der Zuschüsse der Stadt und den Einnahmen aus dem Betrieb einer kostenpflichtigen Tierpension.

Von Christoph Höland

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