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Duderstadt Tageblatt-Serie zur Lebenshilfe Eichsfeld: Heute: „Die Schnippler“
Die Region Duderstadt Tageblatt-Serie zur Lebenshilfe Eichsfeld: Heute: „Die Schnippler“
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20:08 07.08.2013
Von Anne Eckermann
Weihnachtsbäume, Pilze und Wollsocken: Bei den „Schnipplern“ der Lebenshilfe auf dem Kutschenberg weihnachtet es das ganze Jahr über. Quelle: Thiele
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Duderstadt

„Bei uns weihnachtet es schon“, sagt Roswitha Herrmann und bestreicht geschickt einen hölzernen Tannenbaum mit grüner Lackfarbe. Wenn der traditionelle Adventsbasar der Lebenshilfe jeweils kurz vor Beginn der Adventszeit  gelaufen sei, dann „kommen uns schon die Ideen für das nächste Weihnachtsfest“.

Herrmann ist Mitglied der „Schnippler“. Diese Lebenshilfe-Gruppe hat dabei weniger mit Gaumen-, dafür aber umso mehr mit Augenschmaus zu tun. Die Schnippler – rund 20 Frauen nahezu jeden Alters – sorgen mit ihren Bastelrunden über das ganze Jahr ehrenamtlich dafür, dass beim Adventsbasar Geld in die Lebenshilfe-Kasse kommt.

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Darüber hinaus lässt sich die Damen-Runde aber auch nicht lange bitten, wenn beispielsweise Hilfe beim Kuchen- oder Glühwein-Verkauf gebraucht wird.

Mund-zu-Mund-Propaganda

Ins Leben gerufen hat die Gruppe vor Jahrzehnten die Duderstädterin Ina Bickel, die damals mit einigen Mitstreitern für die jährlichen Basare gebastelt und die Päckchen für die traditionelle Adventsfeier gepackt hat. Herrmann ist bereits seit sieben Jahren dabei, „angeworben von Monika Herbold“.

„Und mich hat Roswitha mitgenommen“, ergänzt Heidrun Hartmann, die  gerade einem braunen Holzpilz einen weißen Stiel verpasst: „Das ist so ein gegenseitiges Werben über Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Und: Um bei den Schnipplern mitmachen zu können, muss man nicht Lebenshilfe-Mitglied sein. Dafür ist Maria Dietrich, die zwar schon jahrelang Socken zugunsten der Lebenshilfe strickt,  aber nie in die Vereinigung eingetreten ist, das beste Beispiel.

Zweimal im Monat trifft sich die Gruppe im Lebenshilfe-Haus, bastelt oder strickt den ganzen Vormittag – und bekommt von Engel auch schon mal Dauer-Aufträge.

„Fast wie mit der Nähmaschine“

„Im Urlaub mussten wir Treibholz sammeln, jetzt gucken wir nach alten Schlüsseln für unser nächstes Projekt“, berichtet die lustige Runde. Verpflegt wird die Damen-Runde  von Sieglinde Bernstein. Weil Bernstein nicht mit Farben und Lacken hantieren darf, „mache ich die Küche“.

Organisatorischer und kreativer Kopf  ist Inge Engel, die sich unter anderem auch beim Lebenshilfe-Elterntreff engagiert. „Inge ist die Chefin, sie hat die meisten Ideen“, bekräftigt Gisela Prüch.

Engel wälzt Bastelbücher, töpfert probeweise Eierbecher oder fertigt an der Dekupiersäge mal eben ein paar Holz-Bäume oder Willkommens-Schilder, denen die Mit-Schnippler dann mit Farbe und passenden Accessoires den letzten Schliff geben.

„Bei schönem Wetter wird draußen gesägt. Sägen muss ich selbst, das traut sich nämlich sonst keine“, erzählt Engel lachend. Dabei sei das doch einfach: „fast wie mit der Nähmaschine“.

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