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Duderstadt Eichsfelder stellen Segensorte in Kölner JVA vor
Die Region Duderstadt Eichsfelder stellen Segensorte in Kölner JVA vor
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18:00 28.11.2019
Isabel Lubojanski und Thomas Holzborn haben in Köln bei der Aktion "Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun - kann jeder" das Projekt Segensorte Duderstadt vorgestellt. Quelle: Theresa Meier / R
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Duderstadt/Köln

„Das Anliegen des heiligen Nikolaus ganz konkret in der heutigen Zeit umsetzen und Orte aufspüren, an denen Gutes passiert“ – das ist das Ziel der Aktion „Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun – kann jeder“ des Bonifatiuswerks der deutschen Katholischen Katholiken. Dass es auch im Gefängnis Orte guter Taten gibt, sollte mit der Wahl des Veranstaltungsortes zum Auftakt der Aktion unterstrichen werden: der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln.

Vorbild Nikolaus

Die JVA sei für die Eröffnung bewusst gewählt worden, „um dem Vorbild des heiligen Nikolaus zu folgen, der allen Menschen unvoreingenommen und respektvoll begegnete“. Er sei an die sozialen und gesellschaftlichen Ränder gegangen und habe sich an die Seite derer gestellt, die ausgegrenzt wurden, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

Im Kölner Gefängnis mit dabei waren zwei Eichsfelder: Isabel Lubojanski vom Familienzentrum der Caritas Südniedersachsen, und Thomas Holzborn, Leiter der Katholischen Bildungsstätte in Germershausen, stellten das Projekt Segensorte vor. Drei JVA-Insassen hätten in ihren Beiträgen verdeutlicht, dass an einem Ort, wo Menschen wegen schlechter Taten eine gewisse Zeit leben, auch Gutes passieren könne. Die Eichsfelder zeigten sich beeindruckt von dem Berichten der drei.

„Füreinander einstehen“

„Füreinander einzustehen und Verantwortung zu übernehmen ist eine gute Tat, auch sich zu fragen: Was kann ich Gutes tun, um es jemand anderem hier leichter zu machen“, habe etwa einer der JVA-Insassen gesagt. Die ersten Tage nach der Inhaftierung seien die schwersten, da helfe jedes warme Wort, jede Tasse Kaffee ungemein.

Ein offenes Ohr haben

Nicht erst seit der Veranstaltung in Köln steht für Lubojanski fest: „Es kommt manchmal auf die kleinen Dinge an.“ Ein offenes Ohr zu haben, wie St. Nikolaus einfach Gutes zu tun und Orte aufzuspüren, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Und genau darum gehe es auch beim Projekt Segensorte. Dieses ist im Untereichsfeld auf Initiative des Duderstädter Propstes Bernd Galluschke vom Bistum Hildesheim auf den Weg gebracht worden.

Segensbank vor dem Rathaus

Lubojanski und Holzborn berichteten über die Anfänge und was sich in der Zwischenzeit daraus entwickelt habe. Einer der ersten Segensorte, an dem sich Menschen begegnen, ins Gespräch kommen und das als Segen erfahren ist die Segensbank, die seit Mai 2018 vor dem historischen Rathaus steht und immer mittwochs die Möglichkeit des offenen Gesprächs biete, erläutert Lubojanski, die im Arbeitskreis Segensorte von St. Cyriakus mitarbeitet – einer Runde von rund 25 Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen, unter ihnen viele Ehrenamtliche.

„Ganz viel bewegt“

„Das Projekt Segensorte hat ganz viel bewegt“, lautete die Botschaft von Lubojanski und Holzborn an ihre Zuhörer beim Auftakt von „Tat.Ort.Nikolaus“ des Bonifatiuswerks. Sie berichteten in Köln von Segenswürfeln, die bereits in Kirchen, bei der Caritas oder auch in Kindergärten zum Einsatz kamen, aber auch von der „Segensbank to go“, die sich im Bauwagen des Inklusiven Campus Duderstadt befinde und mit dem die Caritas künftig auf Tour gehen möchte. Inzwischen gebe es auch Segenssteine, bemalt von Kindergartenkindern und an verschiedenen Orten zum Finden ausgelegt.

Ausstellung und Segenskarten

Isabel Lubojanski und Thomas Holzborn vor der JVA in Köln. Quelle: Theresa Meier / R

Demnächst soll es eine Wanderausstellung mit Fotos zum Thema Segensorte geben, kündigt Holzborn an. Darüber hinaus seien zurzeit auch Segenskarten im Druck. Holzborn zufolge zeigen diese auf der einen Seite verschiedene Motive von Segensorten im Untereichsfeld und auf der Rückseite einen Segensspruch. Etwa 30 solcher Segensorte seien für diese Aktion gesucht und gefunden worden, berichtet der Leiter der Bildungsstätte in Germershausen. Die dortige Wallfahrtskirche ist einer der klassischen religiösen Orte, auf den Karten befänden sich aber auch Orte, an denen man zur Ruhe kommen könne wie der Seeburger See oder die Rhumequelle. Ebenfalls dabei sind Holzborn zufolge Orte, „an denen die Menschen etwas Gutes erfahren“ – zum Beispiel der Schuhladen für Frauen oder der Baumarkt für Männer.

„Christliche Botschaft erlebbar machen“

„Es sind viele kleine Ideen, die in den Alltag reinspielen und die zum Segen für andere Menschen werden“, so Holzborn. Mit ihrer Präsentation der Eichsfelder Segensorte zeigten Lubojanski und Holzborn in Köln auf, wie Menschen heute vom Evangelium berührt werden können. Für Holzborn stand nach der Veranstaltung in der Kölner JVA – „ein ganz besonderer Ort“ – fest: „Vieles ist möglich, um Gutes zu tun und die christliche Botschaft transparent und erlebbar zu machen“.

In der JVA Köln hat das Bonifatiuswerk die Aktion "Tat.Ort.Nikolaus" gestartet. Mit dabei waren auch Vertreter aus dem Eichsfeld. Quelle: Theresa Meier / R

Täterprofil des Heiligen Nikolaus

Mit der Aktion „Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun kann jeder“ des katholischen Hilfswerks Bonifatiuswerk „möchten wir das Anliegen des Heiligen Nikolaus ganz konkret in der heutigen Zeit umsetzen. Gerade Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit gehörten zum Täterprofil des Heiligen. Ihm sollten wir nacheifern und für andere etwas Gutes tun. Jede noch so kleine Tat am Nikolaustag macht die Welt ein bisschen freundlicher" so Monsignore Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes.

Zur Eröffnung der „Weihnachtsmannfreien Zone“ präsentierte das Hilfswerk vor einigen Tagen in der Justizvollzugsanstalt Köln seine neue Aktion „Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun – kann jeder.“ Sie will das Anliegen des Heiligen Nikolaus ganz konkret in der heutigen Zeit umsetzen und Orte aufspüren, an denen Gutes passiert. Die „Weihnachtsmannfreie Zone“ wurde bereits 2002 vom Bonifatiuswerk ins Leben gerufen und ist dessen Markenzeichen. Sie setzt sich dafür ein, den heiligen Nikolaus als Freund der Kinder und Helfer von Menschen in Not wieder ins Bewusstsein zu bringen. Dem „Täterprofil“ des Heiligen Nikolaus sind schon engagierte Ehrenamtliche aus ganz Deutschland gefolgt, heißt es in einer Pressemitteilung des Bonifatiuswerkes. Die Eichsfelder mit ihren Segensorten gehören auch dazu.

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