Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Tausende Christen bei der Großen Höherberg-Wallfahrt
Die Region Duderstadt Tausende Christen bei der Großen Höherberg-Wallfahrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 14.07.2013
Bischof Schwerdtfeger warnt: „Globalisierung der Gleichgültigkeit“.
Bischof Schwerdtfeger warnt: „Globalisierung der Gleichgültigkeit“. Quelle: Schneemann
Anzeige
Höherberg

„Gott sei dank“, so Kaminski weiter in seinem Vergleich, „gibt es den Höherberg.“ Dort könnten trübsinnig gewordene Gläubige den 14 Nothelfern, denen  die Wallfahrtskapelle geweiht sei, alles anvertrauen. Dann, so der Pfarrer, lichte sich der Himmel. Gestärkt würden die Menschen zurück ins Tal gehen, in den Alltag.

Um den Alltag der Christen drehte sich auch die Predigt des hannoverschen Weihbischofs Nikolaus Schwerdtfeger. Die Gläubigen sollten, so mahnte er, die „Augen aufmachen und Verantwortung übernehmen“.

Wie der barmherzige Samariter, um den es in der Evangeliumslesung gegangen war, müssten sie sich um die hilfebedürftigen Menschen entlang ihres Lebensweges kümmern.

Der Nächste, das seien nicht nur die eigenen Familienangehörigen und nette Nachbarn, sondern auch der herumlungernde Jugendliche, der Ausländer, der kaum Deutsch spreche, oder die Opfer des Elbehochwassers, betonte der Weihbischof.

Das Wegschauen der Europäer angeprangert

Christen sollten sich gegen den Trend der Zeit stellen. Immer mehr Menschen dächten heute nur noch an sich selbst. Sie zögen sich ins Privatleben zurück, um dort ihr Glück zu suchen.

Vor einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ habe Papst Franziskus gewarnt, erinnerte Schwerdtfeger. Die erste apostolische Reise des Heiligen Vaters habe an den äußersten Rand Europas geführt.

Auf der süditalienischen Insel Lampedusa strandeten die Flüchtlinge aus Afrika. Bilder von schiffbrüchigen Schwarzen, die sich an die Netze der Thunfischfarmen klammerten, hätten den Papst tief berührt. Er habe auf Lampedusa die Skrupellosigkeit der Schlepperbanden, aber auch das Wegschauen der reichen Europäer angeprangert.

Die ernsten Worte boten Stoff für Gespräche beim Mittagessen. Es gab Erbseneintopf. Und dann kam auch die Sonne am Himmel hervor und die Pilger konnten die Jacken ausziehen.

Von Michael Caspar