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Duderstadt Test beim Gesundheitstag in Gieboldehausen
Die Region Duderstadt Test beim Gesundheitstag in Gieboldehausen
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20:43 28.07.2014
Gesundheits-Check: Jan-Heino Wernicke misst bei Helena Gries Blutdruck. Quelle: HG
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Gieboldehausen

Überschrift der Aktion, welche zum ersten Mal von örtlichen Ärzten und Apotheken in Gieboldehausen durchgeführt wird, ist „Plötzlicher Herztod“. Die Menschen sollen bei dieser Gelegenheit für das Thema eigene Gesundheit sensibilisiert werden. „Es ist wichtig, was zu tun um den eigenen Gesundheitszustand im Auge zu behalten“, meint auch Allgemeinmediziner Jan-Heino Wernicke.

Nach einem kurzem Gespräch mit Fritz Rüffert, Öffentlichkeitsbeauftragter des Deutschen Roten Kreuzes, der mit seinen Kollegen anwesend ist, um passend zum Thema Gesundheit Erste-Hilfe-Kurse anzubieten, mache ich mich auf den Weg in die Arztpraxis Wernicke/Fabian.

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Von der netten Dame am Empfang bekomme ich einen so genannten Laufzettel, auf dem die einzelnen Stationen verzeichnet sind und meine einzelnen Werte eingetragen werden. „Bitte nehmen sie noch einen Moment Platz“, verweist mich die Arzthelferin ins Wartezimmer. Auf dem Laufzettel lese ich, dass Blutzucker und Cholesterinspiegel gemessen werden. Daher gibt es gesunde Früchte von Praxisteam.

Ein kleiner Pieks in den Ringfinger reicht

Nachdem Doktor Wernicke persönlich meinen Blutdruck und Puls misst und für gut befindet, werde ich zu den weiteren Messungen gerufen. Ein kleiner Pieks in den Ringfinger reicht, um Cholesterin- und Blutzuckerwert zu erfahren. Eine Entwarnung für alle, denen Blutabnehmen Schwierigkeiten bereitet: Es ist für ein erstes allgemeines Gesundheitsbild nicht nötig, arterielles Blut zu entnehmen. Ein Fingerpieks reicht erstmal aus.

Mein Laufzettel führt mich weiter in die Arztpraxis von Annette Abicht, in der ich eine so genannte Biamessung über mich ergehen lasse. Die Wartezeit vorher verkürze ich mir mit Gesprächen im Wartezimmer. Ein Gieboldehäuser Ehepaar findet die Aktion Gesundheitstag sehr spannend. „Es ist schön, dass so etwas kostenlos angeboten wird und man seinen Gesundheitszustand überprüfen kann“, meinen die beiden Mittfünfziger.

Ich werde aufgerufen und lege mich im Behandlungszimmer auf die Liege. Eine Arzthelferin befestigt Elektroden an meinem Fuß und an meiner Hand, und kurze Zeit später bekomme ich einen Stapel Zettel in die Hand. Meine Körperwerte sind dort verzeichnet, vom Wasseranteil über Fettmasse bis hin zum Körperzellwert.

Damit gehe ich eine Etage tiefer zu Ernährungsberater Alexander Koch, um mir die Ergenbisse auswerten und erklären zu lassen. „Alles in Ordnung, Frau Gries“, sagt er nach eingehender Prüfung.

Eine Esskadenz von zwölf Stunden ist interessant

Ich darf anschließend Fragen zur Ernährung stellen. Für mich ist die Esskadenz von zwölf Stunden interessant. Das heißt, dass ich in einem Zeitfenster von zwölf Stunden am Tag Nahrung zu mir nehmen sollte. Wenn ich also um 8 Uhr morgens aufstehe, sollte ich nach 20 Uhr abends nichts mehr essen.

Außerdem lerne ich, dass ein ausgewogenes Frühstück wichtig ist, um lange gesund und fit zu bleiben. Für mich etwas ganz neues, da ich ungern eine halbe Stunde eher aufstehe, um ausgewogen zu frühstücken. Das werde ich in Zukunft wohl mal überdenken. Ich bekomme noch einen Plan, wie ich meine Ernährung ausrichten kann, um mich fit zu halten.

Der Laufzettel füllt sich. In der Laurentius Apotheke wird dann anhand meiner Größe und meines Gewichts mein Body-Mass-Index, kurz BMI, bestimmt. Nachdem mich die promovierte Apothekerin Eva-Kristin Waldhelm über meinen Alltag befragt hat, gibt sie die Daten im Computer ein. Ja, ich sitze viel, als Student und in der Redaktion können es schon mal zehn Stunden am Tag sein, und viel Sport mache ich auch nicht. In meiner Freizeit lese und entspanne ich gern.

Mehr Sport machen

Waldhelm rät mir, ich solle 2,5 Liter am Tag trinken. Ich verbrauche ungefähr 1616 Kalorien am Tag und müsste mehr Sport machen, hat sie festgestellt. Neben den Arztpraxen Wenicke/Fabian und Abicht ist auch die Praxis von Dr. Marion Bahr an dem Gesundheitstag beteiligt. Die Hirsch-Apotheke bietet außerdem das Messen von Blutdruck und Puls an.

Zur Auswertung meiner gesammelten Daten gehe ich schließlich ins Rathaus. Dort wird anhand der Werte mittels Computersoftware prognostiziert, ob ich in den nächsten zehn Jahren einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleiden könnte. Nachdem Werner Gerressen vom Team Pfizer meine Werte eingegeben hat, sagt er plötzlich: „Es tut mir leid Frau Gries“, - mein Puls steigt - „aber sie sind mit ihren 22 Jahren zu jung!“.

Das Computerprogramm zum Auswerten der Daten greift erst ab einem Alter von 30 Jahren. Trotzdem bekomme ich abschließend noch ein Bild, wie ich mit 72 Jahren aussehen werde. Dank der Technik kann ich  einen kleinen Blick in die Zukunft werfen.

Von Helena Gries

Test beim Gesundheitstag in Gieboldehausen. © Gries
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