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25 Jahre Grenzöffnung Orte des Erinnerns: Die Brunnen in Duderstadt
Die Region Duderstadt Themen 25 Jahre Grenzöffnung Orte des Erinnerns: Die Brunnen in Duderstadt
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19:40 01.09.2014
 Symbole in der Marktstraße: Der Wiedervereinigungsbrunnen und der Grenzpfahlbrunnen gegenüber dem Rathaus. Quelle: Richter
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Duderstadt

Zwei Brunnen des Bildhauers Karl-Henning Seemann thematisieren in der Duderstädter Marktstraße die Teilung Deutschlands und die Wiedervereinigung. Der Grenzpfahlbrunnen steht seit 1996 dem historischen Rathaus schräg gegenüber vor der Bäckerei Risse.

An allen vier Seiten des dargestellten Grenzpfahls sind Symbole und Szenen dargestellt, die an die deutsche Teilung und den kalten Krieg erinnern. Der Brunnen steht bereits seit einigen Monaten trocken, da er – als einziger in der Stadt mit Grundwasser gespeist – einen starken Schwefelgeruch verströmt, und das städtische Bauamt derzeit an einer Lösung des Problems arbeitet.

Unter anderem ist auf dem Grenzpfahlbrunnen auch der Wiedervereinigunsgbrunnen abgebildet, der in natura wenige Meter neben der St. Servatius Kirche zu finden ist. Dieser Brunnen wurde 1994 im Rahmen der Landesausstellung Natur im Städtebau aufgestellt. Hier scheinen eine männliche und eine weibliche Skulptur aufeinander zuzulaufen.

Zwischen ihnen liegt – nicht sichtbar und doch deutlich – eine mauerdicke Grenze. Mit dieser Darstellung ist es dem Künstler gelungen, sowohl die Mauer als auch deren Fall zu stilisieren. Der Brunnen wird mit dem Wasser der Brehme gespeist, die nach dem Bau der Fußgängerzone 1994 wieder offen durch die Marktstraße fließt.

Von Claudia Nachtwey