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25 Jahre Grenzöffnung Orte des Erinnerns im Eichsfeld: Das Buswartehäuschen
Die Region Duderstadt Themen 25 Jahre Grenzöffnung Orte des Erinnerns im Eichsfeld: Das Buswartehäuschen
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18:54 27.08.2014
Thematisiert deutsche Teilung: Röling-Bild im Buswartehäuschen.
Thematisiert deutsche Teilung: Röling-Bild im Buswartehäuschen. Quelle: Schauenberg
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Eichsfeld

Vor der Grenzöffnung war hier Endstation: Das Buswartehäuschen hinter Gerblingerode  war die letzte Haltestelle für Linienbusse, kurz dahinter begann die innerdeutsche Grenze.

Nachdem die Grenzübergangsstelle (Güst) Duderstadt-Worbis im Juni 1973 eröffnet wurde, war hier die Zusteigmöglichkeit für Besucher, die im Rahmen des Kleinen Grenzverkehrs eine Tagesreise in die DDR unternehmen wollten. Erst ab 1974 durften private Pkw über den Kleinen Grenzverkehr einreisen. Dennoch fuhren auch die Linienbusse weiter in die DDR.

Nach der Abfertigung und den Papier- und Gepäckkontrollen mussten die Fahrgäste umsteigen in einen DDR-Bus, um ihre Reise fortzusetzen, da der Busfahrer aus dem Westen sonst ein Extra-Visum hätte beantragen müssen. Das Buswartehäuschen vor der Güst wurde ab den 1980er-Jahren zum Informationspavillon umgestaltet.

In zwei Vitrinen wurden Modelle vom Grenzübergang, Bilder und Broschüren ausgestellt, und ein großes Wandgemälde des Duderstädter Künstlers Fritz Röling thematisierte die deutsche Teilung. So konnte sich der DDR-Besucher während der Wartezeit auf seine Reise in den anderen Teil Deutschlands einstimmen.

Nach dem Mauerfall und der Umgestaltung der einstigen Güst zum heutigen Grenzlandmuseum Eichsfeld landete das Röling-Bild zunächst im Mühlenturm am Museum, bis es doch wieder an seinen alten Stammplatz zurückkehrte. Bis heute ist es noch als ein Teil der Außenanlagen des Grenzlandmuseums zu sehen.