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Duderstädter Häuser-Serie "Duderstadt": Buch des Fotografen Götz Diergarten wird zur Schnitzeljagd
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00:18 23.08.2013
Von Ilse Stein
Heimatmuseum und Teil der Läutehäuser-Zeile: Bei der Oberkirche 3. Quelle: Iris Blank
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Duderstadt
In seinem Buch „Duderstadt“ unternimmt der international bekannte Fotograf Götz Diergarten einen Spaziergang: mit Detailaufnahmen von 50 Fachwerkhäusern. Teil 6 und Schluss: Bei der Oberkirche 2, 3, 4 und 5.

Bei der Oberkirche 2

Von der Hinterstraße aus hat der Fotograf, dessen Arbeiten die Flure und Zimmer des Hotels zum Löwen schmücken, sich noch Gebäude in der Jüdenstraße, Stiegstraße und Obertorstraße angesehen. Wir aber wandern hinter der St.-Cyriakus-Kirche (erbaut zwischen 1240 und 1490) zu den Häusern Bei der Oberkirche.  Das Gebäude mit der Hausnummer 2 ist heute das katholische Pfarramt von St. Cyriakus.

Hier sind ungezählte kirchliche Würdenträger ein- und ausgegangen, seitdem 1727 der Erzbischof von Mainz es errichten ließ – wie Historikerin Maria Hauff recherchiert hat. Eine Türinschrift bringt in Erinnerung, dass bis 1803 zwischen dem Pfarrhaus und der Kirche die Toten bestattet wurden: „Allein ins Leben gehst Du. Allein zu Grabe musst du. Allein vorm Richter stehst Du. Sage: Was beginnst Du?“ Schlichte Holzelemente hat Fotograf Diergarten hier abgelichtet.

Bei der Oberkirche 3

Etwas schmuckvoller sind seine Fotos vom Haus Oberkirche 3 ausgefallen. Im heutigen Heimatmuseum war bis 1929 eine Knabenschule untergebracht. Seit dem Mittelalter bereits, zunächst in Einzelunterricht, später in Gruppen. Über der Tür eine latenische Inschrift: Hic leones amant juvenesque docent“.  Übersetzt: „Hier lieben die Löwen ihre Jugend und lehren sie.“ Die Löwen stehen dabei für die Löwen im Stadtwappen der Stadt Duderstadt - nach dem auch das Hotel zum Löwen benannt ist. Daneben die Jahreszahl 1767.

Bei der Oberkirche 4

Die barocke Häuserzeile, vor der wir stehen, ist seit 1715 erhalten. Die Gebäude werden auch Läutehäuser genannt – weil die hier wohnenden Duderstädter zum Läuten der Glocken verpflichtet waren – wofür immerhin 20 Menschen benötigt wurden. 1827 gingen sie von kirchlicher Hand in Privatbesitz über. Der lokale Museumsverein nutzte das Haus mit der Nummer 4 von 1939 bis 1955, auch heute noch ist es Teil des angrenzenden Heimatmuseums. Fotograf Diergarten hat ein schmuckvolles Ornament des Türblattes als Motiv ausgewählt. 

Bei der Oberkirche 5

Das letzte der 50 Häuser, die auf diese Weise Teil eines Kunstprojektes geworden sind, ist das Haus Bei der Oberkirche 5. Im Schatten von St. Cyriakus, auch Eichsfelder Dom genannt, ließ Herwig Böning, damals amtierender Stadtpfarrer und erzbischöflicher Kommissarius die Leutehäuser errichten – wozu auch dieses gehört. Der mehrstündige Rundgang durch die beeindruckende Fachwerkkulisse Duderstadts ähnelte, wie zu Beginn beschrieben, wirklich einer Schnitzeljagd: immer auf der Suche, eine Verbindung zwischen den kleinen fotografischen Details in Diergartens „Flanierbuch“ mit den dazugehörigen Häusern zu finden.

Ob Architektur, Geschichte, städtisches Gewerbe oder historische Brände: die Fachwerkhäuser der Duderstädter Innenstadt erzählen davon. Wer sich Zeit und Muße nimmt, sie näher zu betrachten, lernt dabei. Wer wissen möchte, wie reizvoll die Details dieser Häuserfassaden sein können, der muss sich einfach mal im neugestalteten Hotel zum Löwen umschauen. Und sehen, wie aus einer einfachen Idee ein künstlerisches Gesamtprogramm geworden ist.

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In seinem Buch „Duderstadt“ unternimmt der international bekannte Fotograf Götz Diergarten einen Spaziergang: mit Detailaufnahmen von 50 Fachwerkhäusern. Ilse Stein hat sich auf eine Schnitzeljagd der anderen Art gemacht und die Häuser hinter diesen Details gesucht. Teil 5: Die Häuser an der Hinterstraße. Fotos: Iris Blank.

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In seinem Buch „Duderstadt“ unternimmt der international bekannte Fotograf Götz Diergarten einen Spaziergang durch Duderstadt: mit Detailaufnahmen von 50 Fachwerkhäusern, die alle das Hotel zum Löwen schmücken. Ilse Stein hat sich auf eine Schnitzeljagd der anderen Art gemacht und die Häuser hinter den Details gesucht. Teil 3: Steintorstraße.

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