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Duderstädter Häuser-Serie „Duderstadt“: Buch von Fotograf Götz Diergarten wird zur Schnitzeljagd
Die Region Duderstadt Themen Duderstädter Häuser-Serie „Duderstadt“: Buch von Fotograf Götz Diergarten wird zur Schnitzeljagd
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13:56 12.08.2013
Von Ilse Stein
Haberstraße 46 bis 48. Quelle: Blank
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Duderstadt

Haberstraße 10
Rot leuchten die Backstein-Ziegel, dazwischen große Fachwerkbalken: Vier  Bilder war das dem Fotografen Diergarten wert, die alle das Foyer des Hotels zum Löwen schmücken. Was man nicht sieht, die Historikerin Maria Hauff allerdings weiß: Das Haus hütet einen besonderen Schatz. Hinter der Fassade steht eine alte Orgelbauer-Werkstatt. Ganz so, als hätte der Meister sie gerade erst verlassen. 1866 war die Orgelbauanstalt Luis Krell, später Gebrüder Krell, in dieses ehemalige städtische Waisenhaus (1606-1790) eingezogen. Hier entstanden Orgeln für mehr als 30 Kirchen in Südniedersachsen.

Haberstraße 11
Einen zweiten Blick würde der einfache Passant angesichts all der prächtigen anderen Fassaden diesem Gebäude wohl nicht widmen. Der Künstler allerdings hat das hübsche Türblatt zum Motiv gemacht. Zudem gehörte dieses Haus, wie Maria  Hauff recherchiert hat, gar nicht zur Haberstraße. Diese endete ursprünglich bereits auf Höhe der Schuhmarktstraße an einer großen quer gestellten Scheune, in der die Stadt Hafer für ihren Pferdestall lagerte. Derart abgeriegelt war die „Hafferstraße“ eine Sackgasse, die erst bei der Anlage der Bahnhofstraße 1889 durchbrochen und verlängert wurde.

Haberstraße 22
 Auch hier ist es ein Detailbild der Tür,  das dem Fotografen als Motiv für zwei Bilder dient, die das Zimmer 105 im Löwen schmücken. Das Häuserbuch für Duderstadt, ein Schatz des Duderstädter Stadtarchivs (siehe Infokasten.) hilft bei der Entschlüsselung der Initiale. Die geschnitzten Buchstaben CF auf dem Türblatt stehen für Christian oder Christoph Frische, der kurz vor 1900 hier eingezogen ist.

Haberstraße 46
Balken an Balken, in rot und blau: Die Fronten zwischen den Hausnummern 46 und 48 bieten das Fotografen-Motiv. Der Eindruck einer geschlossenen Architektur wirkt interessant. Gefährlich ist das aber auch: Es fehlt eine Brandmauer, wie so häufig in Fachwerkstädten.

Haberstraße 48
Genau dies ist hier auch geschehen. Am 24. September 1848, so hat Historikerin Hauff es beschrieben, stehen zehn Häuser der südlichen Haberstraße, von der Hausnummer 38 bis zur 36 in Flammen. 16 Männer sind erforderlich, um Wasser aus der Brehme in die Schläuche zu pumpen. Zusätzlich bilden die Anwohner eine Kette mit ledernen Löscheimern, die ständig bereitgehalten wurden. So sah es schon die Feuerordnung im Mittelalter vor.

Sackstraße 24
Die Initialen L und K in der Tür: Dafür benötigt man keinen Historiker.  Das erklärt sich von selbst, denn an diesem Eckhaus zur schmalen Gasse Richtung Marktstraße hängt ein altes kunstvoll geschmiedetes Schild: Ludwig Krone, Schmiedemeister. Dazu die Erklärung, dass zwischen 1549 und 1988 hier die Alte Schmiede zu finden war.  1911 war das Gebäude bei einem Stadtbrand zerstört, 1912 wieder aufgebaut worden. Den Fotografen, uns wundert das nun wirklich nicht mehr, hat der hübsche eiserne Knopf an der großen Einfahrt gleich um die Ecke begeistert.

Sackstraße 39
Das Türblatt diente auch hier als Motiv. Ein Steinhaus übrigens, ebenso wie die anderen Häuser des  Sackviertels, die im Jahr 1911 abgebrannt waren.

In seinem Buch „Duderstadt“ unternimmt der international bekannte Fotograf Götz Diergarten einen Spaziergang durch Duderstadt: mit Detailaufnahmen von 50 Fachwerkhäusern. Hier die Häuser hinter den Details.

In der nächsten Folge: Duderstadts längste Straße, die Hinterstraße.

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Ilse Stein 12.08.2013

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12.08.2013

In seinem Buch „Duderstadt“ unternimmt der international bekannte Fotograf Götz Diergarten einen Spaziergang: mit Detailaufnahmen von 50 Fachwerkhäusern. Ilse Stein hat sich auf eine Schnitzeljagd der anderen Art gemacht und die Häuser hinter diesen Details gesucht.
Teil 1: Das Hotel Zum Löwen, Marktstr. 30, Marktstraße 44-46 sowie die Häuser Marktstraße 59 und 67.

Ilse Stein 19.12.2013