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Morgens um 10 Der Bratwurststand Sonneborn
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21:07 24.05.2013
Unabhängig von Wetter oder Tageszeit: Andrang an Hermann Sonneborns Bratwurststand.
Unabhängig von Wetter oder Tageszeit: Andrang an Hermann Sonneborns Bratwurststand. Quelle: Lüder
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Duderstadt

„Ist doch fast schon Mittag“, sagt der Duderstädter Sebastian Voswinckel und lässt sich morgens um zehn die Rostbratwurst von Hermann Sonneborn am Stand auf dem Duderstädter Wochenmarkt schmecken.

Der Fleischermeister aus Brochthausen ist seit 2001 am Sonnabendvormittag fester Anlaufpunkt für viele Marktbesucher. Sonneborn setzt bei seiner Wurst auf Qualität.

„Wurstinhalte wie Magerfleischanteil und solche Sachen sind ja zum größten Teil vorgeschrieben, aber bei der Würzung kann der Fleischermeister noch die eigene Geschmacksrichtung bestimmen“, sagt der Fachmann.

„Aber jetzt lieber Bratwurst“

Er selbst bevorzuge es etwas kräftiger. „Eine Bratwurst esse ich nur mit Senf, wenn sie mir zu lasch ist. Eine gute Bratwurst muss auch ohne Senf Eigengeschmack haben“, verrät Sonneborn.

Die Note „gut gewürzt“ scheint ein Erfolgsrezept zu sein. Trotz des Regenwetters an diesem Markttag  stehen die Leute Schlange. „Ich mag morgens auch Honigbrötchen, aber jetzt lieber Bratwurst“, beschreibt Luc Kunkel seine Vorlieben, und Mutter Katja erklärt, dass das Frühstück ja schon eine Weile her sei.

„Wir haben heute noch gar nichts gegessen, die Bratwurst ist das erste“, sagt Julia Jünemann, die mit Sohn Fabio und Mann Patrick ebenfalls ansteht. Nicht jeder nimmt das gegrillte Exemplar, Astrid Hoppe kauft eine ganze Tüte voller „Rohlinge“. „Die grillen wir selber“, sagt die Eichsfelderin.

Auf die Leute eingehen

„Viele Leute bestellen die rohen Würste vor. Einige waren schon Kunden, als ich noch meine Läden hatte“, erklärt der Fleischermeister, der in Brochthausen das Geschäft seines Vaters Johannes mit angrenzender Gastronomie übernommen hatte und seit 1993 zusätzlich eine Fleischerei in Duderstadt am Westertor betrieb.

Vom Vater stammt auch das Bratwurstrezept. Die Läden musste der Sohn inzwischen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, aber seinen Stand auf dem Markt will er behalten. „Ich mochte schon immer den Kontakt zu den Menschen. Ich stand im Laden auch gern selbst hinter dem Tresen. Trotzdem musste ich mir meinem Namen hier auf dem Markt erst erarbeiten“, erzählt Sonneborn, während er die Kunden bedient.

So einfach verkaufe sich die Wurst nämlich nicht, man sollte schon auf die Leute eingehen und sich auch mal auf ein Schwätzchen einlassen. Außerdem lege er Wert auf Holzkohle.

Konzept mit Qualität und Kundenkontakt

„Mein Stand war mit einem Gasgrill ausgestattet, als ich ihn gekauft habe – noch zu D-Mark-Zeiten. Ich habe ihn dann umbauen lassen, um mit Holzkohle zu grillen“, verrät der Feinschmecker, denn natürlich würde eine Wurst vom Gasgrill ein anderes Aroma haben.

Das wüssten auch die Kunden, manch einer hätte schon über den Stand geschielt, um sich zu vergewissern, dass hier Holzkohle die Wurst bräunt. Das Konzept mit Qualität und Kundenkontakt scheint zu funktionieren. 80 Prozent der Wurstliebhaber seien Stammkunden, so Sonneborn.

Und als er vor kurzem an der Donau war, habe er Göttinger getroffen. „Die haben mich gleich erkannt, von meinem Marktstand in Duderstadt“, freut sich der Fleischermeister.

Von Claudia Nachtwey