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Morgens um 10 Kurzurlaub am Morgen für Körper und Seele
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18:47 21.09.2009
Entspannung pur: Mitarbeiterin Claudia Jaworski massiert den Rücken einer Kundin.
Entspannung pur: Mitarbeiterin Claudia Jaworski massiert den Rücken einer Kundin. Quelle: Pförtner
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Wellness, Anti-Aging und persönlicher Austausch prägen den Tagesablauf von Leonie Eckermann und ihrer Mitarbieterinnen. Die Kundin auf der Liege ist kaum zu erkennen. Eingepackt in flauschige Decken, das Gesicht voller Creme und Watte, die Haare geschützt durch eine Haube, über die Ohren einen Kopfhörer und auf den Augen eine dunkle Brille, lässt sie sich hier eineinhalb Stunden verwöhnen. Der Raum ist in sanftes Licht gehüllt, meditative Musik klingt leise im Hintergrund. „Diese Kombination aus Kopfhörer und Brille ist ein Brain-Light“, erklärt Eckermann. Das sei ein Entspannungssystem, das mit optischen und akustischen Signalen auf das Unterbewusstsein wirke.
Morgens um zehn hat der Arbeitstag im Duderstädter Kosmetiksalon längst begonnen. Die Kerzen in den dekorativen Gläsern brennen, blumige Düfte erfüllen die Räume, Eckermann und ihre Mitarbeiterin Claudia Jaworski haben die Utensilien für die jeweiligen Anwendungen der ersten Kundinnen bereit gelegt und lassen sich ganz auf die Wünsche der Frauen ein, die aus unterschiedlichen Gründen hierher kommen. „Fünfzehnjährige lassen sich bei Akne helfen, Ältere möchten eine Anti-Aging-Behandlung oder entspannen sich bei einer Ganzkörpermassage mit auf den Hauttyp abgestimmten Körperölen“, beschreibt die Inhaberin. Die älteste Kundin sei sogar hundert Jahre alt und komme regelmäßig, seit Eckermann den Salon vor zwanzig Jahren von ihrer Vorgängerin übernommen hat.

Wellness im Vordergrund

„Bei uns steht der Wellness-Gedanke im Vordergrund“, beschreibt die Kosmetikerin ihr Grundprinzip. Deshalb lehne sie es ab, zwei Kundinnen gleichzeitig zu behandeln. „Wenn man von einer zur anderen springen muss, entsteht schnell Unruhe und die Entspannung kommt zu kurz.“
Dieses Prinzip scheint aufzugehen, was die seit zwanzig Jahren treue Stammkundschaft beweist. Auch Johanna Fröhlich ist seit der ersten Stunde dabei und genießt die Massage: „Das tut gut, und die Pflegeprodukte sind sehr gut aufeinander abgestimmt.“ Doch nicht nur Wellness und Pflege sind ihr dabei wichtig. „Es ist ein Vertrauensverhältnis, das man zueinander aufgebaut hat.“
Neben Gesichtspflege und Massagen bietet Eckermann auch Fußpflege an, die sich zwar von der Podologie unterscheidet, wie sie betont, aber von Beinmassagen bis zur Hühneraugen- und Hornhautentfernung sei alles möglich.
Für weitere Anwendungen im medizinischen Bereich ist Roswitha Potthast zuständig, die einige Tage im Monat hier im Team mitarbeitet. „Jede von uns hat ihr Spezialgebiet. Durch regelmäßige Weiterbildung sind wir immer auf dem aktuellen Stand und können ein breites Spektrum abdecken“ erklärt Eckermann. Dabei gehe sie durchaus kritisch mit jeder neuesten Errungenschaft der Kosmetikindustrie um: „Manche Trendideen sind einfach murks“, kann sie dank gründlicher Ausbildung und langjähriger Erfahrung beurteilen.

Immer mehr Männer

Auch bei den Kunden sind Veränderungen zu bemerken: „Früher ließen viele Frauen eine Behandlung einfach über sich ergehen - heute genießen sie das wie einen Kurzurlaub für Körper und Seele. Außerdem kommen immer mehr Männer, meist solche, die beruflich viel Kundenkontakt haben“, erläutert sie ihre Beobachtungen.
Dass sie Kosmetikerin werden wollte, wußte die Gerblingeröderin schon als Zwölfjährige. Da die Ausbildung am Kosmetik-College in Hannover allerdings selbst finanziert werden musste, ging sie den von ihrem Vater geforderten Kompromiss ein. „Erst Abitur, dann wird das College bezahlt.“ – „Geschadet hat mir das nicht“, lacht sie heute.

Von Claudia Nachtwey

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