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Papst im Eichsfeld Auf Schotterpisten wächst das Pilgerfeld
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19:43 23.08.2011
Von Ulrich Lottmann
Vor Kurzem noch eine Wiese: Blick von der Kapelle auf das Pilgerfeld, dessen Grundriss durch Wege und Flächen markiert wird. Quelle: MW
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Steinbach

Sind sie im Zeitplan? Die Frage geht an Peter Kittel, Regionalkoordinator für den Papstbesuch im Eichsfeld. „Absolut, wir sind ihm sogar voraus“, ist die Antwort. Kittel bestätigt den Eindruck vom Stand der Arbeiten und erläutert die nächsten Schritte. Demnächst werde die Bitumenschicht auf den Schotterpisten des Pilgerfeldes aufgetragen, würden Stichwege eingezogen. Danach werde die Technik installiert. „Hier werden zehn Kilometer Kabel verlegt – allein für die Stromversorgung.“ Hinzu kämen Leitungen für Licht und Steuerungskabel. Der Fernsehsender MDR verlege darüber hinaus Kabel für die Livebilder von der Marienvesper.

„18 Lautsprechertürme und vier große LED-Wände entstehen außerdem“, zählt Kittel weiter auf. Von jedem Platz auf dem Pilgerfeld aus soll der Papst gut zu sehen sein. Auch werden die Großleinwände genutzt, um am 23. September Livebilder von den vorhergehenden Stationen des Papstbesuchs in Erfurt einzuspielen, bevor Benedikt XVI. in den Hubschrauber steigt. Pünktlich um 17.45 Uhr beginnt in Etzelsbach die Marienvesper.

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Mehr als 50 000 Gläubige haben sich bereits für den Gottesdienst angemeldet, Platz wäre für bis zu 100 000 Menschen. Sie gelangen zu Fuß über eigens gebaute Pilgerwege zur Kapelle. Das Gelände ist weiträumig abgeriegelt, einige Kilometer muss jeder Wallfahrer aus eigener Kraft zurücklegen. Was sagt Kittel zu den Stimmen, die vor großen Mühen beim Papstgottesdienst warnen ? „Es ist ein Tag für Pilger“, stellt er fest. Es werde aber nicht anstrengender als bei jeder anderen Wallfahrt auch, fügt er hinzu. Zudem gebe es den Marktplatz oberhalb des Pilgerfeldes mit Ständen und der Möglichkeit zum Ausruhen. Und auch die Anreise sei gut machbar, „nur nicht mit dem Auto“, fügt er hinzu (siehe Text unten).

Der Ausbau der Pilgerwege hat am Montag vergangener Woche begonnen. 75 Kilometer Wege rund um die Wallfahrtskapelle werden ertüchtigt oder neu geschaffen. Sie bleiben größtenteils nach dem Gottesdienst bestehen, „das ist ein großer Gewinn für die Region“, so Kittel. Denn er ist sich sicher: Der Papstbesuch wird nachwirken. Die Wallfahrtskapelle Etzelsbach werde durch Benedikt XVI. für Gläubige und Touristen ein Anziehungspunkt.

Noch wird der Besuch jedoch erst vorbereitet. Kittel verströmt Zuversicht und Euphorie. Adrenalin pur seien die nächsten Wochen, sagt der 52-jährige Veranstaltungsprofi aus Regensburg. Aber er lässt auch keinen Zweifel daran: Bis zum Eintreffen des Papstes sind alle Arbeiten abgeschlossen.

Noch ist die Anmeldung für den Papstgottesdienst in Etzelsbach geöffnet. Der Zugang zum Pilgerfeld ist nur mit Ticket möglich, die Anmeldung Voraussetzung. Karten gibt es im Internet.

Mit dem Bus nah an die Kapelle ran

Der Bus ist das Transportmittel der Wahl zum Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. an der Wallfahrtskapelle Etzelsbach. Als „unheimlich kostengünstig und extrem bequem“ beschreibt Organisator Peter Kittel die Möglichkeit, am 23. September auf der dann gesperrten, zum Parkplatz ausgebauten Autobahn 38 zum Pilgerfeld zu gelangen. Von hier aus haben die Gläubigen auf eigens angelegten, ausgeschilderten Pilgerwegen drei bis fünf Kilometer Fußmarsch zu bewältigen.

  • Viele Pilgergruppen haben bereits einen Bus gebucht, der dann registriert wird und einen festen Stellplatz zugewiesen bekommt. Der Antrag auf eine solche Zufahrts- und Parkberechtigung auf der A 38 ist noch bis 2. September möglich.
  • Für Einzelpersonen gibt es zwei Angebote, einen Bustransfer zu buchen. Über die Internetseite DeinBusZumPapst.de wird die Pilgerreise aus Städten in zehn Bundesländern organisiert. Aus allen Orten im Landkreis Eichsfeld fahren Busse der Eichsfeldwerke zur A 38. Laut Kittel finden sie ihre Parkplätze dort, wo die Wege zur Kapelle am kürzesten sind. Eine Buchung hier ist im Internet unter eichsfeldwerke.de möglich.
  • Die Anreise mit der Bahn wird über die Bahnhöfe Bodenrode und Wingerode (Entfernung rund 4,5 Kilometer) abgewickelt. Sie werden ab 4 Uhr im 30-Minuten-Takt von Pendelzügen auf der Strecke Kassel-Leinefelde angefahren Ab 10 Uhr fahren zusätzlich Pendelzüge zwischen Göttingen und Leinfelde.
  • Das Auto ist die unbequemste Art der Anreise. Für Autos sind Parkplätze in Heiligenstadt und Leinefelde, zwölf Kilometer vom Pilgerfeld entfernt, ausgewiesen. Motorradfahrern wird empfohlen, den Parkplatz in Leinefelde zu nutzen.
  • Mit dem Fahrrad kommt man bis auf einige Kilometer an das Pilgerfeld heran. Am Roten Berg, bei Westhausen und Beuren werden Fahrrad-Abstellflächen ausgewiesen.