Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Papst im Eichsfeld Auftrag: Abwehr von Angriffen auf den Papst
Die Region Duderstadt Themen Papst im Eichsfeld Auftrag: Abwehr von Angriffen auf den Papst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:18 20.09.2011
Von Ulrich Lottmann
Sicherheit ist oberstes Ziel: Karl-Bernd Wüstefeld, Ralf Seifert, Reiner Paschke, Matthias Bick und Jörg Pöpel (von links).
Sicherheit ist oberstes Ziel: Karl-Bernd Wüstefeld, Ralf Seifert, Reiner Paschke, Matthias Bick und Jörg Pöpel (von links). Quelle: Tietzek
Anzeige
Duderstadt

Die doppelte Herausforderung bedeutet, „wir sind mit Mann und Maus draußen“, bringt es Reiner Paschke auf den Punkt. Er leitet bei der Bundespolizeiabteilung den Vorbereitungsstab für den Papstbesuch am 23. September.

Im Stab laufen die Fäden für beide Teile des Einsatzes zusammen. Das ist zum einen die Absicherung der Altarbühne auf dem Pilgerfeld. Hundertschaftsführer Jörg Pöpel formuliert trocken: „Unser Auftrag ist die Abwehr von Angriffen gegen die Person des Papstes“. Sobald Benedikt XVI. im Eichsfeld aus dem Hubschrauber steigt, wird seine Sicherheit von zwei Hundertschaften der Duderstädter Bundespolizei gewährleistet. Sie unterstützen das Bundeskriminalamt.

In Zivil – „gedeckte Kleidung mit Krawatte“, so Pöpel – kontrollieren die Beamten den Zugang zum unmittelbaren Umfeld des Papstes. Duderstädter Bundespolizisten haben Routine mit solchen Einsätzen. Immer wieder werden sie zum Schutz von Staats- und Regierungschefs angefordert. Ungewöhnlich ist für Pöpel beim Papstbesuch allenfalls die Vielseitigkeit der Aufgabe, denn die Abteilung schützt Benedikt XVI. auch bei dessen Auftritten in Freiburg. Darunter sind neben zwei Gottesdiensten mit hunderttausend Besuchern auch die Auftritte in der verwinkelten Freiburger Innenstadt.

Andere Herausforderungen hält Teil zwei, der Einsatz als Bahnpolizei, für die Duderstädter Beamten bereit. Neben den Bus-Pilgergruppen haben sich 30 000 Gläubige einzeln für den Papstgottesdienst im Eichsfeld angemeldet. „Das macht den Einsatz bis zum 23. September für uns sehr spannend“, formuliert Ralf Seifert, Projektverantwortlicher im Vorbereitungsstab.

Ab 4 Uhr morgens fahren am 23. September im Halbstundentakt Pendelzüge auf der Strecke Kassel-Leinefelde, ab 10 Uhr zusätzlich zwischen Göttingen und Leinefelde. Das heißt, bis 24 Uhr rollen im Viertelstundentakt die Züge zu den der Wallfahrtskapelle nächstgelegenen Haltestellen Bodenrode und Wingerode. „Die Bahn AG hat das maximal Mögliche auf die Schiene gebracht“, so Seifert. Pro Zug können 600 Pilger mitfahren. Diese Begrenzung ergibt sich aus der Länge des Bahnsteigs in Bodenrode (111 Meter, im Foto auf der Leinwand zu sehen) im Verhältnis zu den doppelstöckigen Waggons.

Man dürfe jedoch nicht die Zahlen entsprechend der Zugfrequenz hochrechnen, wirft Paschke ein. Schwierig werde es, wenn viele Gläubige sich erst spät am Gottesdiensttag auf den Weg machten. Sein Appell: „Die Anreise mit der Bahn muss frühzeitig erfolgen.“

Oberstes Ziel der Bundespolizisten ist die Sicherheit der Bahnreisenden. Daraus folgt, die Züge ab Leinefelde halten nur in Bodenrode, die aus Richtung Kassel nur in Wingerode. So würde vermieden, dass die Pilger die Gleise überqueren müssten, erläutert Seifert. Daraus folgt zudem: Wer auf der Hinfahrt in Bodenrode ankommt, steigt zur Rückfahrt in Wingerode wieder ein und umgekehrt. „Das hört sich kompliziert an, ist aber gut vorbereitet“, erklärt Abteilungsführer Matthias Bick. Die Wege seien ausgeschildert, es würden Flyer verteilt, die Gläubigen bei An- und Abreise betreut.

Während die Beamten die Planungen vorstellen, werden zwei Dinge deutlich. Der Papstbesuch ist eine riesige Herausforderung – für Planer und Pilger. Gleichzeitig wird alles Denkbare getan, um einen reibungslosen Ablauf zu sichern. Bick sieht den Abteilungseinsatz beim Papstbesuch deshalb durchweg positiv: „Für uns ist schön: Er ist vor unserer Haustür. Und wir sind frühzeitig eingebunden, wir können uns engagieren, planen – das macht Spaß“, so der Abteilungsführer.