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Papst im Eichsfeld „Eine richtig große Wallfahrt“
Die Region Duderstadt Themen Papst im Eichsfeld „Eine richtig große Wallfahrt“
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18:52 19.09.2011
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Duderstadt

Ständig ruft jemand an. Einer will eine Ummeldung vornehmen, andere fragen nach den Abfahrtszeiten der Busse, nach Toiletten, nach der Länge der Strecke, die am Ende der Busfahrt noch zu laufen ist. „Ganz ohne Beschwerlichkeiten geht es nicht“, sagt Propst Bernd Galluschke (Foto) und erinnert an das Logo zum Papstbesuch. Dort seien Menschen zu sehen, die bergauf und nicht bergab gingen.

60 000 Pilger erwarten die Veranstalter im Obereichsfeld. „Das wird mal eine richtig große Wallfahrt“, kommentiert Galluschke. Dass der Papst nach 2000 Jahren Kirchengeschichte erstmals ins Eichsfeld komme, sei eine Ermutigung für die Region. Gott sei in Etzelsbach mit dabei. Das werde auf dem Logo mit der kleinen grauen Wolke angedeutet. Eine solche Wolke habe einst das Volk Israel auf dem Weg durch die Wüste geführt.

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Propst Galluschke war bereits bei vielen Großveranstaltungen dabei, unter anderem bei mehreren Weltjugendtagen. Die große Zahl der Gläubigen hat ihm unter anderem eins deutlich gemacht: „Wir sind kein kleiner Verein.“ Niemand müsse sich gegenüber anderen Pilgern rechtfertigen, warum er immer noch nicht aus der Kirche ausgetreten sei. Pilger erlebten in Etzelsbach auch die Weltkirche. Katholiken aus vielen Ländern feierten dort. Sie brächten eine andere Stimmung mit als die in Deutschland verbreitete „depressive Gemütslage“.

All das rechtfertigt nach Meinung des Propstes die Kosten des Papstbesuchs. „Wir sind es wert“, sagt er. Aber werden die Mittel nicht an anderer Stelle dringender benötigt? Katholiken, hält Galluschke dagegen, bräuchten sich hinsichtlich ihrer Spendenbereitschaft hinter keiner anderen Bevölkerungsgruppe verstecken.

Und was macht der Propst am Freitag, 23. September? „Ich werde morgens den Bischof begrüßen, der dann die Pilger, die zu Fuß nach Etzelsbach gehen, aussendet.“ Galluschke wird mit einem Sondertransport zur Bühne fahren. Dort wird er um 15.30 Uhr im Vorprogramm zu sehen sein. Er wird sich mit seinem Obereichsfelder Kollegen Heinz-Josef Durstewitz über die Einheit austauschen.

mic

Segen des Papstes für Glocke von St. CyriakusDuderstadt/Etzelsbach. Die Papstvesper an der Kapelle in Etzelsbach wird um ein besonderes Ereignis bereichert: Die gerade in Karlsruhe gegossene neue Eichsfeld- und Ökumeneglocke für das Geläut von St. Cyriakus wird auf dem Pilgerfeld nahe dem Altar aufgestellt und kann von Papst Benedikt XVI. gesegnet werden. Um dies zu ermöglichen, waren intensive Gespräche der Organisatoren erforderlich, denn ursprünglich sollte die Glocke anlässlich des Papstbesuches in Berlin präsentiert werden. Der jetzt gefällten Entscheidung zugunsten Etzelsbachs waren intensive Bemühungen der Kirchgemeinde St. Cyriakus vorausgegangen, in die sich unter anderem Duderstadts Ehrenbürger Hans-Georg Näder, der Landtagsabgeordnete Lothar Koch und Bürgermeister Wolfgang Nolte (beide CDU) eingeschaltet hatten. Die Verantwortlichen des Glocken-Fördervereins St. Cyriakus mit ihrem Vorsitzenden Herbert Pfeiffer sowie Günter Reimann und Initiator Hans-Peter Menge zeigten sich über die Entscheidung für Etzelsbach sehr erfreut. Nun gelte es, die technischen Voraussetzungen für eine optimale Präsentation der Glocke auf dem Pilgerfeld zu schaffen und eine segnende Geste des Heiligen Vaters im Verlauf der Vesper vorzusehen, betonte Bürgermeister Nolte. Für das erste Läuten der neuen, immerhin 2900 Kilogramm schweren Ökumene- und Eichsfeldglocke ist bislang für Freitag, 11. November, vorgesehen. Es ist das Namensfest des Heiligen Martin, des Schutzpatrons des gesamten Eichsfeldes. Die neue Glocke soll dann gemeinsam mit ihren Schwestern in St. Cyriakus und St. Servatius erklingen. Das traditionsreiche Stadtgeläut ist dann wieder komplett. sr