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Rathaus-Umbau Barrierefrei durch das ganze Rathaus
Die Region Duderstadt Themen Rathaus-Umbau Barrierefrei durch das ganze Rathaus
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18:05 04.05.2012
Spezialkonstruktion für Rollifahrer: Bauleiter Florian Hönig demonstriert die Überwindung von Treppen durch einen am Geländer geführten Fahrstuhl. Quelle: Pförtner
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Duderstadt

Als das Duderstädter Rathaus in den 80er Jahren einer gründlichen (aber verhängnisvollen) Renovierung unterzogen wurde, gab es im Vorfeld eine deftige Auseinandersetzung zwischen der Stadt und der Landes-Denkmalpflege. Gegenstand des Streits: Schon damals drängte der Duderstädter Stadtdirektor Karl Krukenberg (CDU) darauf, dass dieses Repräsentationshaus der Stadt einigermaßen barrierefrei gestaltet werden sollte. Zentraler Punkt dabei: der Einbau eines gläsernen Fahrstuhls.

„Nach langem hin und her“, so erinnert sich heute Bürgermeister Wolfang Nolte (CDU), „haben wir uns dann durchsetzen können. Der Fahrstuhl wurde in das historische Gebäude integriert, und zwar so unauffällig wie es irgend ging.“ Die damalige Entscheidung kommt den Akteuren der erneuten Umgestaltung des Rathauses jetzt zugute.

Und: Es wird sogar noch einen zweiten neuen Aufzug geben, der Rollifahrer von der Straßenebene in das Kophus hinunter bringt, von wo aus sie mit dem vorhandenen Fahrstuhl bis zur dritten Geschossebene noch oben ins Rathaus fahren können. Von dort aus geht es dann Stockwerk um Stockwerk – wiederum mit dem gläsernen Fahrstuhl – runter bis in das Kophus und von dort aus zum Ausgang.

Genutzt werden kann diese Hilfe natürlich nicht nur von Rollifahrern, sondern auch von Eltern, die mit Kind und Kegel samt Kinderwagen unterwegs sind sowie von Nutzern eines Rollators. Die Fahrstühle im Haus reichen allerdings doch nicht ganz aus, um die Barrierefreiheit auf allen Geschossen zu sichern.

In vielen Durchgängen, Zwischentrakten und wechselnden Ebenen sind jetzt Rampen angelegt worden, die den Weg frei machen für alle, die mit einem Fahrzeug als Gehhilfe unterwegs sind. Nicht zu vergessen: die Toiletten. Auch sie sind auf zwei Obergeschoss-Ebenen und im Erdgeschoss (vom Hof zugänglich)  behindertenfreundlich gestaltet und zugänglich gemacht worden.

Es sei sein besonderer Wunsch gewesen, so unterstreicht Nolte, dass die Barrierefreiheit so weit wie nur vertretbar hergestellt werden müsste, um die Ausgrenzung von Besuchern zu verhindern, die nicht gut zu Fuß sind, oder eben mit einem Kinderwagen ins Rathaus kommen.
Allerdings:

Es gibt auch Bereiche im Haus, wo das gesetzte Ziel mit wirtschaftlich nur einigermaßen vertretbaren Installationen einfach nicht zu erreichen ist. Zu nennen ist beispielsweise die neue, steile Stahltreppe zum mittleren Rathausturm, von dem aus sich ein herrlicher Blick über das Duderstädter Dächermeer ergibt. Das ist zwar bedauerlich, aber nicht anders zu lösen.

Nachdem die bautechnische Renovierung des Duderstädter Rathauses erfolgreich abgeschlossen wurde, geht es nun um das Nutzungskonzept.

Von Sebastian Rübbert