Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Rathaus-Umbau Streifzug durch Weinstube und Folterkammer
Die Region Duderstadt Themen Rathaus-Umbau Streifzug durch Weinstube und Folterkammer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:17 30.04.2012
Mehrfachnutzung möglich: Im Kophus werden künftig Touristen informiert, ebenso eignet sich der beeindruckende Raum für kleine Empfänge von Gruppen. Quelle: OT
Anzeige
Duderstadt

Im Rahmen der Neukonzeption des Rathauses herrscht wieder Leben in diesem stilvollen Gewölbekeller, aber die Akteure sind weder Ratsherren noch Weintrinker, sondern Handwerker, die auch diesen historischen Raum derzeit wieder hell und freundlich gestalten und ihn vorbereiten für eine historische Szenerie. Hier soll künftig eine visualisierte Ratsgruppe um einen mächtigen Pfeiler herum versammelt sein und über Wohl und Wehe der Stadt beratschlagen.

Die Szenerie ist Teil der Ausstellung zur Stadtgeschichte, die das gesamte Kellergeschoss umfasst. Da ist beispielsweise die mittelalterliche Folterkammer. An den Wänden hängen heute noch schwere Ketten und Fangeisen sowie andere martialische Gerätschaften, die zum Quälen der Gefangenen benutzt wurden. Wenig gemütlich auch die beiden Gefängniszellen, die ebenfalls in die neue Präsentations-Konzeption einbezogen werden. Dort werden, wie Christian Zöpfgen und Manfred Bause von der Stadtverwaltung erläutern, Nachschöpfungen historischer Dokumente zur Stadtgeschichte präsentiert.

Vier-Männer-Raum

Gleich nebenan befindet sich der Vier-Männer-Raum in dem – der Name sagt es – vier Männer über eine mächtige Truhe wachten, in der alle wichtigen Akten der Stadt verwahrt wurden. Die Truhe konnten nur von den vier Männern (durchweg honorige Vertrauenspersonen) gemeinsam geöffnet werden.

Interessant auch die Salzkammer, wo im Mittelalter das wertvolle Speisesalz sicher gelagert und an die Bürger abgegeben wurde. Noch heute finden sich im Mauerwerk dieser Kammer starke Salzeinlagerungen, die immer mal wieder ausblühen und dann beseitigt und frisch übermalt werden müssen.

Auch diese am tiefsten gelegenen Räume des historischen Rathaus sind – wie alle anderen Geschossebenen – in ein Leitsystem eingebunden, das  die Gäste in Form eines gelben Bandes sicher durch das Haus leitet. Die Strecke führt vom Kophus – der künftigen Tourist-Information – per Treppe oder Aufzug in die dritte Geschossebene und von dort wieder hinunter durch das ganze Haus bis in die Kellerebene und von dort zum Ausgang. Bause zum Thema Sicherheit: „Eine komplette Video-Überwachung stellt sicher, dass jenen Gästen geholfen werden kann, denen es plötzlich mal schlecht gehen sollte, die auf Hilfe angewiesen sind.“

Von Sebastian Rübbert