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Tag der Niedersachsen „Eichsfeld muss bundesweit bekannter werden“
Die Region Duderstadt Themen Tag der Niedersachsen „Eichsfeld muss bundesweit bekannter werden“
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19:39 03.08.2011
Von Kuno Mahnkopf
Werbeträger: Anreischke für Tag der Niedersachsen, Kerzen für den Papst-Besuch.
Werbeträger: Anreischke für Tag der Niedersachsen, Kerzen für den Papst-Besuch. Quelle: Pförtner
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Eichsfeld

Das Eichsfeld als Dachmarke müsse bundesweit bekannter werden, meint Kracht. Zugleich relativiert er den im Untereichsfeld weit verbreiteten Eindruck eines touristischen Ungleichgewichts gegenüber dem Obereichsfeld: „Wir verkaufen immer die gesamte Region Eichsfeld. Das war auch beim Tag der Niedersachsen in Aurich so.“ Das Obereichsfeld sei schon geografisch wesentlich größer als das Untereichsfeld, habe weitaus mehr als doppelt so viele Einwohner und damit auch mehr Hotels und Freizeiteinrichtungen. Rund 120 000 Eichsfelder leben in Thüringen, rund 45 000 in Niedersachsen.

Die Tourismuszahlen seien seit Jahren am Steigen – im Obereichsfeld stärker als im Untereichsfeld, und auch in diesem Jahr weiter angestiegen, teilt Kracht mit. Das Eichsfeld profitiere davon, dass Urlaub und Reisen innerhalb Deutschlands wieder Konjunktur hätten. Als wichtige Zielgruppen nennt Kracht Radwanderer und Pilger. Die Radweg-Infrastruktur sei in den vergangenen Jahren erheblich ausgebaut worden, intensiviert werden solle das Kanufahren auf der Rhume: „Wasserwandern ist ein ausbaufähiger Bereich.“ Der HVE wolle nicht nur Senioren ansprechen, sondern auch junge und mittlere Jahrgänge sowie Familien mit Kindern: „Interessante Anlaufpunkte im Eichsfeld gibt es bei jedem Wetter.“

Für die Wallfahrer beim Papstbesuch der Etzelsbacher Kapelle am 23. September erstellt der HVE einen Flyer, in dem alle Eichsfelder Wallfahrtsstätten vorgestellt werden – von Germershausen bis zum Höherberg. „Wir wollen dazu anregen, wieder ins Eichsfeld zu kommen.“ Das Gros der Besucher der Papstmesse seien Tagesgäste, mutmaßt Kracht. Ansonsten seien Übernachtungen – von Behörden und Verbänden bis zur Bundespolizei – schon frühzeitig gebucht worden. Der HVE führt Interessenten und Anbieter über sein Internetportal zusammen. Dass heimische Hoteliers Profit aus dem Papst schlagen wollen und die Zimmerpreise angehoben haben, kann Kracht nicht bestätigen.

Laut Preisauswertung des Hotelportals HRS steigen die durchschnittlichen Zimmerpreise in Berlin, Erfurt und Freiburg im Umfeld des Papstbesuches um rund ein Drittel. „Die Nachfrage bestimmt den Preis“, sagt Duderstadts Tourimusexperte Christian Zöpfgen und weiß von zumindest einem Hotelier aus dem Obereichsfeld, der die Preise erhöht habe: „Das ist Marktwirtschaft, nichts Ungewöhnliches und gilt auch zu Messezeiten.“

Bei der Papstmesse im Eichsfeld will sich der HVE mit mindestens einem Stand präsentieren – gemeinsam mit der Erzeugerbörse Eichsfeld, einem Zusammenschluss von Direktvermarktern regionaler Produkte. Im Vorfeld veranstalten HVE und Thüringer Tourismus GmbH eine Presserundfahrt samt Übernachtung mit Medienvertretern aus ganz Deutschland und Stationen auch im Untereichsfeld.

Noch im Anfangsstadium befinden sich die Planungen des Tourismusverbandes für den Tag der Niedersachsen im kommenden Jahr in Duderstadt. Über einen Flyer, mit dem auch bei Messen im Vorfeld geworben werden soll, und einen Stand hinaus sind weitere Aktivitäten angedacht, die aber noch nicht feststehen. Kracht freut sich, dass der HVE von Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) von Anfang an in die Organisation eingebunden wurde.