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Tag der Niedersachsen Tag der Niedersachsen: Gewaltige Dimensionen
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19:25 08.07.2011
Von Ulrich Lottmann
Menschenmassen auf Themenmeilen: Auf dem gesperrten Innenstadtring bummeln die Besucher beim Tag der Niedersachsen 201.
Menschenmassen auf Themenmeilen: Auf dem gesperrten Innenstadtring bummeln die Besucher beim Tag der Niedersachsen 201.
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"Hallo Aurich“, ruft der Moderator auf der Bühne. Auftakt zum Tag der Niedersachsen 2011, der Marktplatz ist schon zu Beginn am Freitagnachmittag voll. Zwei Männer mit Leiter drängen sich durch die Menge, sie schildern noch Fluchtwege aus. Die Szene zeigt: Das Landesfest ist ein Publikumsmagnet – und eine enorme organisatorische Aufgabe.

In Aurich war eine Vorstellung zu gewinnen, was in Duderstadt los sein wird. Der Gesamteindruck: gewaltig. Acht Bühnen, sieben Themenmeilen, 200 000 Menschen an zweieinhalb Tagen, Konzerte, Vorführungen, Infostände. Auf Duderstadt übertragen: Gartenmarkt, Schützenfest, Eichsfeldfestival und Tag der offenen Tür der Bundespolizei zusammen genommen und mit dem Faktor drei multipliziert. Diese Dimensionen hat das Landesfest.

Beim Tag der Niedersachsen präsentieren sich Land und Ausrichterstadt in vielen Facetten. Aurich hat gute Lösungen gefunden, dem eine Struktur zu geben, Vielfalt nicht zum Chaos werden zu lassen. Auf der Technikmeile beispielsweise boten Bundeswehr, Polizei, THW und Rettungskräfte eine viel beachtete Leistungsschau. Auf einer Sportmeile präsentierten sich Landesverbände und örtliche Vereine. Im Niedersachsendorf stellten Landesbehörden ihre Arbeit dar. Beeindruckend war, wie Aurich sich thematisch mit der Energiemeile in Szene setzte und das Motto des 31. Tages der Niedersachsen, „Stadt der regenerativen Energie“, greifbar umsetzte. Die Meile ehemaliger Ausrichterstädte war ein Tummelplatz potenzieller Touristen und Kurzurlauber, die stapelweise Prospekte einsammelten. Gezielt konnten die Besucher diese Themenmeilen ansteuern.

Die in der Innenstadt verteilten Bühnen waren Präsentationsorte der norddeutschen Radiosender und Anziehungspunkt für Musikfans. So bot der NDR am Freitagabend Laith Al-Deen auf und am Sonnabend Ireen Sheer, es gab jeweils kein Durchkommen auf dem Platz am Georgswall. Bunter ging es bei Hit-Radio Antenne zu, der Sender gestaltete gemeinsam mit dem Landessportbund das Programm. Radio FFN kooperierte mit dem Landesmusikrat, Radio 21 teilte sich mit dem Landestrachtenverband die Bühne. Für jeden Geschmack war etwas geboten, kreischten bei FFN die jugendlichen Fans, während beim Landestrachtenverband im Viertelstundentakt Volkstanzgruppen Folklorefans erfeuten.

Die räumliche Enge der Auricher Innenstadt – sie ist mit Duderstadt vergleichbar – gäbe den Rahmen vor, deshalb setze man auf Qualität, betonte Aurichs Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst beim Festakt zur Eröffnung. Das Konzept ging auf, alles war fußläufig erreichbar, mit einem Rundgang zu erfassen, um sich dann für die Themen des Interesses, die Musik des Geschmacks zu entscheiden.

Die Konzentration auf die Innenstadt zeigte sich aber auch bei der Stimmung, von breiter Euphorie war keine Spur. Kaum Plakate bei der Einfahrt in die Stadt, die Schaufenster waren nicht geschmückt, im Hotel lagen keine Prospekte aus. Einzig in einer Pizzeria trugen die Bedienungen das blaue T-Shirt mit dem Landesfest-Logo. Duderstadt zeigt sich jetzt zum Schützenfest mehr geschmückt.