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Duderstadt Von schwierigen Wegen und Lebensmut
Die Region Duderstadt Von schwierigen Wegen und Lebensmut
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15:09 23.05.2017
Von Claudia Nachtwey
Quelle: gt
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Duderstadt

„Wenn Theologie vernünftig ist, lebt sie von den großen Träumen der Menschheit, und nicht von kleinen Regeln“, sagte Dickerhoff und begann, mit prägnanter Stimme und auf fesselnde Art, Märchen aus verschiedenen Ländern zu erzählen. Dabei ging es um Liebe und die Freude am Leben, aber auch um dessen dunkle Seiten, um Vergänglichkeit und Tod.

Manche Märchen seien gruselig, eklig und Angst machend, gingen aber immer gut aus – wenn auch nicht für alle Protagonisten, so Dickerhoff. Und die Frauen seien oft die Handelnden, hätten als Sinnbild von Mutter Natur sowohl eine lebensspendende als auch eine todbringende Seite. Außerdem tauchten in vielen Märchen Helfer auf, die ohne Angabe von Gründen die Hauptpersonen unterstützten, vergleichbar mit Engeln.

Die eigene Krone spüren

Dickerhoff teilt die Märchen thematisch in drei große Lebensherausforderungen: Ins Erwachsenwerden – Vater und Mutter verlassen; in das Wagnis, wobei auch Verwundbarkeit riskiert wird; und ins Abschied nehmen – die Kunst des Sterbens. Auch die Botschaften seien ähnlich, egal, ob die Märchen aus Norwegen, der Karibik oder China stammten.

Es gehe meist um schwierige Wege, wobei diejenigen belohnt werden, die nicht aufgeben. Hier setzte Dickerhoff mit den Aspekten zur Lebenshilfe an. „Wenn man sich für Dreck hält, sieht man nur Dreck. Wer seine eigene Krone spürt, sieht auch die Krone der anderen“, fasste er den Kern der englischen Aschenputtel-Variante Lumpenkind zusammen. Mit der Frage „Macht Liebe blind oder sehend?“, beendete er die Märchenreise und machte Mut: „Man kann Sehen lernen und entdeckt dann unerwartet viel Gutes.“ Die vorgetragenen Märchen sind auch im Buchhandel in den von Dickerhoff herausgegebenen Bänden zu finden.