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Duderstadt Therese Friedrich, die älteste Breitenbergerin, wird 100 Jahre alt
Die Region Duderstadt Therese Friedrich, die älteste Breitenbergerin, wird 100 Jahre alt
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20:44 16.09.2014
Blickt entspannt ihrem 100. Geburtstag entgegen: Therese Friedrich freut sich auf das Zusammensein mit vielen Gratulanten. Quelle: Richter
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Breitenberg

Die Jubilarin freut sich auf das Zusammensein mit ihren Kindern Maria, Roswitha und Josef, den sechs Enkeln und fünf Urenkelkindern sowie vielen Verwandten und Nachbarn.

„Unsere Mutter hat es mit uns drei Kindern nicht leicht gehabt, denn mein Vater Josef Stolze ist noch in meinem Geburtsjahr im Ersten Weltkrieg in Frankreich gefallen“, blickt die alte Dame zurück. Der Großvater habe sich liebevoll um sie und ihre beiden Geschwister gekümmert.

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1939 heiratete sie den Maurer Peter Friedrich, den sie auf dem Kolpingball kennengelernt hatte. Noch im Jahr der Heirat baute das Paar ein Haus. „Das Baumaterial ließ sich nur schwer beschaffen“, erinnert sich Friedrich, die gerne in der Landwirtschaft gearbeitet hat. Bis die Kräfte nachließen, kümmerte sie sich um den großen Gemüsegarten hinter dem Haus.

Blumen für die Kirche

In den 70er- und 80er-Jahren hat die Eichsfelderin zusammen mit einer Bekannten die Kirchenreinigung übernommen und für den Blumenschmuck gesorgt. Bis ihr Mann im Jahre 1985 verstarb, besuchte sie gerne die jährlichen Vereinsbälle des Männergesangvereins, der Kolpingsfamilie und der Frauengemeinschaft.

Nach einem Oberschenkelhalsbruch vor 15 Jahren konnte Friedrich das Haus in der Lohbergstraße nicht mehr bewohnen und ist zu ihrem Schwiegersohn Willi und ihrer Tochter Maria gezogen, von der sie liebevoll versorgt und gepflegt wird. Die 100-Jährige freut sich, dass sie ihre Kinder und Enkelkinder häufig besuchen.

Sehr interessiert ist die alte Dame am Geschehen in der Region und in der Welt. Sie liest regelmäßig das Eichsfelder Tageblatt und verfolgt die Nachrichten im Fernsehen. Außerdem sieht die Breitenbergerin gerne Musiksendungen. Um frische Luft zu tanken und sich zu bewegen, geht sie regelmäßig auf den Balkon. Von hier blickt sie ins Dorf. „Es hat sich vieles geändert, alles ist sauberer als früher“, so ihr Eindruck.

Mit der Kutsche zur Wallfahrt
Eine tiefe Religiösität prägt das Leben der Jubilarin. In Erinnerung geblieben ist ihr, dass sie der Großvater schon im Jahre 1928 per Pferdekutsche zu einer Wallfahrt auf den Hülfensberg mitgenommen hat. Seitdem ist Friedrich häufig zu den Eichsfelder Wallfahrtsorten aufgebrochen, aber auch nach Vierzehnheiligen, Altötting, Werl, Kevelaer, Walldürn und Lourdes.

Seit mehr als 20 Jahren feiert sie jeden Gottesdienst aus der örtlichen Pfarrkirche vor dem Radio mit. „Pfarrer Jan van der Brule hat damals ein gutes Werk getan mit dem langen Kampf um die Funkgenehmigung im Jahre 1994“, sagt die Jubilarin. Ihr größter Wunsch: „Ich möchte gern noch ein paar Jahre hier unten sein, um dann nach unserem Glauben mit allen Verwandten und Bekannten oben wiedervereint zu sein.“

Die „Oberdörfler“ und Nachbarn „von der Renne“ wollen die alte Dame an ihrem Ehrentag mit Musik erfreuen. Es bleibt nicht beim Zuhören: Die Eichsfelderin will ihr Lieblingslied „Im schönsten Wiesengrunde“ mitsingen. Friedrich: „Ich freue mich auch auf einen Plausch mit den Bürgermeistern Karl Heinz Meyna und Wolfgang Nolte, die ihren Besuch angekündigt haben.“

Von Axel Artmann