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Duderstadt Thomas Ehbrecht lässt zweites Storchennest in Obernfeld errichten
Die Region Duderstadt Thomas Ehbrecht lässt zweites Storchennest in Obernfeld errichten
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18:52 20.08.2014
Das zweite errichtete Storchennest in Obernfeld.
Das zweite errichtete Storchennest in Obernfeld. Quelle: Richter
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Obernfeld

Für Thomas Ehbrecht, Unternehmer und Waidmann aus der Hahlegemeinde, war das ein Grund zum Feiern.

Ehbrecht, auf dessen Initiative das erste Storchennest im Bereich der Hahleauen aufgestellt worden war, hatte deshalb am vergangenen Sonntag zu einer Premiere eingeladen: Dem ersten Storchenfest in Obernfeld, Storchenfreunde und -beobachteter hatten sich neben zahlreichen Einwohnern auf der Storchenwiese zwischen Hahle und Mühlewasser versammelt.

„Unser Storchenpaar hat in diesem Jahr drei Junge großgezogen“, berichtete Ehbrecht eingangs sichtlich zufrieden. Die Obernfelder sollten auch durch das erste Fest dieser Art animiert und begeistert werden, sich „mit Freude“ für den Storchenschutz einzusetzen. Ehbrecht ging gleich mit gutem Beispiel voran. Er überraschte die Besucher mit der Nachricht, dass er am Folgetag den zweiten Storchenhorst in Obernfeld aufbauen lassen werde.

Storchenwiese ein Ort der Zusammenkunft

Mehr als 200 Besucher waren gekommen. Bei Getränken und Gegrilltem war die Storchenwiese ein Ort der Zusammenkunft und Begegnung für große und kleine Storchenfreunde. „Das Fest ist ein voller Erfolg“, sagte auch Ortsbürgermeister Karl-Bernd Wüstefeld erfreut. Der Beauftragte für den Weißstorchschutz im Landkreis Göttingen, Georg Fiedler, hatte einen präparierten, zwei Wochen alten Jungstorch und Storcheneier als Anschauungsmaterial mitgebracht.

Er lieferte spannende Informationen für die Besucher zum Thema Storch und dessen Schutz. Wichtig sei es, so Fiedler, den Tieren Biotopschutzflächen zu bieten und Wiesenauen an Gewässern nicht in Ackerfläche umzuwandeln. „So findet der Storch auch hier einen Lebensraum“, betonte Fiedler.

Die drei Storch-Attrappen auf der Wiese, die stellvertretend für die drei Obernfelder Jungvögel aufgestellt worden waren, faszinierten besonders die jüngsten Besucher. Dem zweijährigen Mika Holzapfel aus Obernfeld hatte es ein Exemplar besonders angetan: Gern wollte der Knirps einen Apfel mit dem Plastik-Vogel teilen. Der hatte jedoch so gar keinen Appetit.

Storch-Attrappen und Präparate

Vater Michael freute sich an diesem Bild. „Es ist schön, dass wir Störche hier in Obernfeld haben, und das Fest ist eine gute Möglichkeit zur Gemeinschaft im Ort“, meint Holzapfel. Zu Gesicht bekamen die Besucher allerdings nur die Storch-Attrappen auf dem Rasen und die von Fiedler mitgebrachten Präparate.

„Die Störche sind tagsüber unterwegs, kommen erst abends ins Nest zurück“, erklärt Ehbrecht die Abwesenheit der großen Vögel, die sich von „ihrem Fest“ gänzlich unbeeindruckt zeigten.

Damit im kommenden Jahr die Geburtenrate nicht nur bei den Obernfeldern, sondern auch bei den Fruchtbarkeit verheißenden Tieren noch steigt, rückte am Montag ein Team der GAB Duderstadt am Ehbrechtschen Wildgehege an – samt Storchennest Nummer zwei im Gepäck.

Installation dauert nur wenige Minuten

„Den Oberbau samt Nestanlage hat die  Holzabteilung unter Leitung von Andreas Klose erledigt, wir sorgen für den sicheren Stand“, erklärte Axel Diedrich von der Duderstädter Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung. Nachdem Stamm und Nest zusammengebaut waren, dauerte es nur wenige Minuten, bis der Horst mithilfe eines Traktors aufgerichtet und am Boden fixiert war.

„Wir haben mittlerweile Routine, schließlich ist es für uns schon Nest Nummer drei“, so Diedrich, der mit seinen Kollegen neben den beiden Obernfelder Nestern auch die Brutstätte bei Desingerode errichtet hat.

Von Helena Gries und
Anne Eckermann

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