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Duderstadt Bodo Ramelow lobt „authentischen Ort“
Die Region Duderstadt Bodo Ramelow lobt „authentischen Ort“
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05:00 26.07.2019
Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow lässt sich von Mira Keune das Konzept des Grenzlandmsueums Eichsfeld erläutern und durch die Ausstellung führen. Quelle: Markus_Hartwig
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Teistungen

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat im Rahmen seiner Sommertour am Donnerstag das Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen besucht. Es wart Premiere in seiner Funktion als Ministerpräsident, aber er kenne die Örtlichkeit gut, sagte er und erinnerte sich daran, wie er einst im kleinen Grenzverkehr an der innerdeutschen Grenze gewesen sei. Ein Teil seiner Familie stamme aus der Altmark. Die Treffen mit seinem Halbbruder seien jedoch nur in eine Richtung möglich gewesen. „Dann kam 1989“, erzählte Ramelow seinen Gastgebern am Grenzlandmuseum. Auch in seiner Zeit als Gewerkschaftsfunktionär sei er schon hier gewesen. Damals habe es hier regelmäßige Treffen der Betriebsräte von Ost und West gegeben. „Das war eine wilde Zeit“, so Ramelow.

„Der ländliche Raum hat Potenzial“, stellte Ramelow bei seinem Besuch in Teistungen fest. In den damaligen Sperrgebieten gebe es ein Zusammenwachsen, so der Linken-Politiker, „und das an Stellen, wo mancher ,niemals’“ gesagt habe. Dabei hatte der Ministerpräsident allerdings nicht das Eichsfeld im Blick, sondern andere Regionen an der Thüringischen Landesgrenze. „Ähnlich ist das auch hier“, betonte Horst Dornieden, Vorsitzender des Trägervereins des Grenzlandmuseums Eichsfeld, und sprach dabei vom landsmannschaftlichen Raum Eichsfeld. Als 1989 die Grenze fiel, berichtete Dornieden aus eigenem Erleben, „sind wir uns in den Armen gelegen“.

Fotos vom Besuch des Ministerpräsidenten

Für den Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen war das Grenzlandmuseum Eichsfeld Station seiner Sommertour.

Der Duderstädter Bürgermeister und Vorstandsvize im Trägerverein des Grenzlandmuseums, Wolfgang Nolte (CDU), sprach von dem gemeinsamen Wunsch, dass die Geschichte von Teilung und Wiedervereinigung nicht vergessen werden dürfe. „Es war nicht einfach, Mehrheiten zu finden“, erinnerte Nolte. Am Ende sei es auch dem damaligen Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) zu verdanken gewesen, dass es keinen Abriss der Grenzanlagen gegeben habe.

Und so sei Teistungen heute eine der wenigen Gedenkstätten mit den originalen Grenzanlagen – von Ost und West. Wie wichtig es ist, die Erinnerung wach zu halten, wurde beim Besuch des Thüringer Spitzenpolitikers mehrfach betont. Vor allem an einem „authentischen Ort“, wie Ramelow betonte. Das sei das Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen auf jeden Fall, versicherten Dornieden und Geschäftsführerin Mira Keune beim Rundgang mit dem Thüringer Ministerpräsidenten.

Abriegelung, Sperrzone, Zwangsaussiedlung

Keune wies Ramelow unter anderem darauf hin, dass Teistungen der erste Ort an der thüringischen Landesgrenze gewesen sei, an dem die Grenzen in der Nacht zum 10. November 1989 öffneten. Und auch rückblickend auf die Geschichte wies Keune auf die Besonderheiten der damaligen Grenze im Eichsfeld hin. Die deutsch-deutsche Teilung habe nicht erst mit dem Mauerbau in Berlin 1961 begonnen, sondern schon neun Jahre zuvor, als 1952 die Grenzen abgeriegelt wurden. Es folgten Sperrzone und Zwangsaussiedlung – beides Themen, die in der Teistunger Einrichtung in Erinnerung gerufen werden, wie Ramelow beim Rundgang im Museum erfuhr.

Doch nicht nur der geschichtliche Aspekt stehe beim Grenzlandmuseum Eichsfeld im Vordergrund, wie Keune und Dornieden betonten. Ganz großen Stellenwert nehme die Bildungsstätte ein. Hier werde Erinnerungsarbeit für Schüler aus Thüringen und Niedersachsen wie auch für Lehrkräfte geboten. Thüringen unterstütze das seit mehreren Jahren und sei „Fürsprecher“, wie der Ministerpräsident versicherte. Niedersachsen habe für das kommende Jahr ebenfalls eine institutionelle Förderung in Aussicht gestellt, erfuhr Ramelow.

Lernort für Demokratieverständnis

Die Arbeit der Pädagogen am Grenzlandmuseum Eichsfeld wurde als wichtig bezeichnet, weil es nicht nur den historischen Ort erhalte und die Erinnerungskultur wach halte, sondern auch zu einem kritischen Geschichtsbewusstsein anzuregen. Im Gespräch mit einigen der Pädagogen der Einrichtung erfuhr Ramelow Näheres über die Angebote des Lernortes für Demokratieverständnis und dass sich die Bildungsstätte inzwischen etabliert haben.

Das Grenzlandmuseum plant aus Anlass von 30 Jahren friedliche Revolution verschiedene Veranstaltungen in diesem Jahr.

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de, telefonisch unter 05527/94997-12 oder über Facebook.

Von Britta Eichner-Ramm

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