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Duderstadt Thüringer befürchten Verluste durch Grünes Band
Die Region Duderstadt Thüringer befürchten Verluste durch Grünes Band
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17:36 31.07.2011
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Eichsfeld

Laut Thüringer Allgemeine befürchten diese erhebliche materielle Verluste, wenn ihre Waldflächen im Verlauf des Grünen Bandes unter Schutz gestellt und somit nicht mehr wirtschaftlich als Forstbetriebe genutzt werden könnten. In einem Schreiben an den Thüringer Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) wollen sie ihre Sorgen darstellen und eine Herausnahme der Wälder aus dem Naturschutzgroßprojekt Grünes Band fordern.

Holger Keil, als Mitarbeiter der Heinz Sielmann Stiftung mit Planung und Umsetzung des Grünen Bandes in der Region betraut, bemüht sich derzeit die Wogen zu glätten und weist darauf hin, dass keineswegs mit massiven Einschränkungen für den Waldbetrieb durch das Grüne Band zu rechnen sei. Wenn es in Einzelfällen doch wirtschaftliche Verluste gebe, dann könnten diese finanziell aus dem laufenden Programm ausgeglichen werden. Darüber hinaus, so Keil, gelte bei allen Planungen für das Naturschutzgebiet auf der ehemaligen Grenze das Prinzip der Freiwilligkeit. Für alle genutzten Naturschutzflächen müssten zwischen Sielmann-Stiftung und Eigentümern rechtskräftige Verträge geschlossen werden, und wer seine Flächen nicht zur Verfügung stellen wolle, der werde auch nicht gezwungen. Keil gegenüber dem Tageblatt: „Wir von der Sielmann Stiftung wollen Naturschutz mit den Menschen und nicht gegen sie praktizieren. Deshalb sind auch weitere Informationsveranstaltungen geplant, in denen wir unsere Gedanken vorstellen möchten“. Von Waldbesitzern geäußerten Befürchtungen, es könne sogar zu Enteignungen kommen, weist Keil zurück. „Enteignungen sind definitiv nicht vorgesehen, einmal davon abgesehen, dass wir so etwas gar nicht durchsetzen könnten. Das entspräche auch ganz und gar nicht unserer Philosophie, die auf ein friedvolles Miteinander und nicht auf Konfrontation ausgerichtet ist“.

Bezüglich der Waldbesitzer im niedersächsischen Teil des Eichsfeldes, so Keil weiter, sähen die vorwiegend um dem Pferdeberg herum angesiedelten Eigentümer kaum Probleme bei der Waldnutzung auf sich zukommen. Helmut Nolte, passionierter Jäger und Waldfachmann aus Westerode: „Wir haben das in unserem Kreis besprochen, sehen aber keinen Anlass zur Sorge.“

Von Sebastian Rübbert