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Duderstadt Tierschützer fordern Sondertopf für marode Tierheime
Die Region Duderstadt Tierschützer fordern Sondertopf für marode Tierheime
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00:20 14.07.2018
Andreas Pabst zeigt die alten Hundeboxen, die im Tierheim Duderstadt dringend saniert werden müssen. Quelle: Markus Hartwig
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Duderstadt

„Das ist natürlich ein richtiger Vorstoß“, sagte Andreas Pabst. „Jede finanzielle Hilfe ist uns willkommen“, fügte der stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins für „Duderstadt und Umgebung“ an. Tatsächlich wolle und müsse der Verein das Duderstädter Tierheim zeitnah sanieren und modernisieren, „aber es fehlt uns Geld“.

Viele Tierheime abrissreif

Mit diesem Problem steht Duderstadt nicht alleine da: „Viele der 550 Tierheime in Deutschland leiden unter einem Sanierungsstau oder sind bereits abrissreif“, erklärte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er fordert einen Sonderfonds in Höhe von 50 Millionen Euro für Investitionen in den nächsten drei bis fünf Jahren. Ansonsten drohe ein „Zusammenbruch der Tierheim-Struktur“.

Tierheim Duderstadt: Quelle: Markus Hartwig

Die Einnahmen der Tierheime durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und kommunale Zuschüsse für Fundtiere seien so gering, dass ihnen bereits in der ersten Jahreshälfte die Luft ausgehe, erläuterte Schröder. Tierschutz aber gehöre zur Pflicht der Kommunen, die immerhin jährlich 300 Millionen Euro Hundesteuer einnehmen würden. Schröders Einschätzung nach funktioniert der Tierheimbetrieb nur mit einer großen Anzahl ehrenamtlicher Helfer. Futter, Personal sowie Tierarztkosten müssten von Spenden und Erbschaften finanziert werden.

Thüringen gibt Tierheimen eine Million Euro

In Thüringen sei Tierschutz inzwischen auch Ländersache. Dort gibt es nach Angaben des Vorsitzenden des Thüringer Tierschutzbundes, Gerd Fischer, erstmals einen Sanierungstopf in Höhe von einer Million Euro. Damit könnten zumindest die schlimmsten Defizite beseitigt werden.

Das Tierheim Duderstadt hat viele Pläne, für die dringend Geld benötigt wird: Am Katzenhaus sei eine neue Außenverkleidung und eine Innendämmung fällig. Der Boden müsse isoliert und eine Heizung gelegt werden. In der Hundezwingeranlage müssten die Böden der hinteren Ausläufe saniert werden. Unebenheiten führten dazu, dass Wasser „stehen bleibt“, verdeutlichte Pabst den Handlungsbedarf. Außerdem müsse der „marode“ Zaun des großen Hundeauslaufes durch einen neuen ersetzt werden. Die Hundezwinger brauchten neue Türen. Und der Verein will die Elektrik auf energiesparende Lösungen umstellen, so Pabst. Um das alles umsetzen zu können, „freuen wir uns über jede Form der Zuwendung“.

„Wir haben ziemlich viele Baustellen“

Das sieht in Northeim nicht anders aus. „Für uns wäre eine Zuschuss aus so einem Topf gerade jetzt sehr wichtig, damit es weiter geht“, erklärte die Tierheimleiterin Tanja Leinert und fügte an: „Wir haben hier ziemlich viele Baustellen“ - bautechnisch und im Personalbereich.

Tierheim Northeim:: Das neue halbfertige Gebäude. Quelle: Markus_HartwigMarkus_Hartwig

Vor zwei Jahren habe der Verein das alte und marode Hauptgebäude von 1960 abgerissen und inzwischen mit Hilfe großzügiger Spender ein neues gebaut – dann war das Geld alle. Bis heute befindet sich das Gebäude optisch im Rohbau. Nur die untere Etage mit neuem Hundehaus wird genutzt. Im Obergeschoss sollten eigentlich längst auch Kleintiere betreut werden. Zurzeit leben sie in einer separaten Holzhütte.

Tierheim Northeim: Quelle: Markus Hartwig

Und auch das Außengehege müsse noch neu angelegt werden, erklärte Leinert. Außer dem neuen Gebäude und der Kleintier-Hütte gibt es auf dem Northeimer Tierheimgelände eine Quarantänestation (Baujahr 2000) und ein Katzenhaus mit angeschlossenen Hundeboxen (Baujahr 2011).

„Es fehlt an allem“

„Es fehlt an allem und jeder Cent wird bei uns benötigt“, kommentierte die stellvertretende Vorsitzende des Göttinger Tierschutzvereins, Andrea Roche, den Vorstoß des Tierschutzbundes. Konkretere Angaben konnte sie oder die Leitung des Göttinger Tierheims dazu bisher nicht machen.

Ende 2016 hatten das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf Bestreben des Landkreises Göttingen als zuständige Veterinärbehörde in einem Gutachten „bauliche Mängel“ im Göttinger Tierheim festgestellt. Besonders der Hundetrakt müsse saniert und modernisiert werden, stellten später Tierheim, Veterinäramt und Ratspolitiker der Stadt fest.

Das passiert inzwischen. Im März hatte der Vorsitzende des Trägervereins, Ulf Kober, bestätigt: „Wir bauen gerade einige Zwinger für die Hunde um.” Die kleinen Gehege würden teils zusammengelegt, um mehr Platz für die Tiere zu schaffen. Außerdem müsse ein Sturmschaden beseitigt werden.

Von Ulrich Schubert / mit dpa

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