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Duderstadt Tierheim Duderstadt vor großen Herausforderungen
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00:21 13.04.2019
Der zweite Vorsitzende Andreas Pabst mit Kira an der Grenze zwischen zwei Hundeausläufen im Tierheim Duderstadt, wo Sturm Friederike einen Kirschbaum entwurzelt und dieser Zaun und Platten beschädigt hat. Quelle: Niklas Richter
Duderstadt

Mit einem Glücksrad und Spendendose haben die Mitglieder des Tierschutzvereins und Helfer auf dem Frühlingsmarkt in der Innenstadt sowie beim Aktionstag der drei Märkte am alten Bahnhof am vergangenen Wochenende um Unterstützung geworben. Im Tierheim an der Mühlhäuser Straße sind nämlich große Herausforderungen zu meistern, wie Kiefner und ihr Vize, Andreas Pabst, berichten.

Schäden durch Sturmtief Friederike

Im 30. Jahr nach Eröffnung macht sich an vielen Stellen bemerkbar, dass der Zahn der Zeit an der Substanz genagt hat. Hinzu kommen die Schäden, die Sturmtief Friederike im Januar 2018 auf dem Gelände angerichtet hat. Behoben sind die Folgen bisher noch nicht – zum einen, weil die Mittel fehlten, zum anderen weil der Verein versucht, die meisten Arbeiten selbst zu stemmen, um Geld zu sparen. Was geht, wird in Eigenleistung erledigt, so Pabst. Doch die hat Grenzen. Der Tierschutzverein Duderstadt habe zwar 230 Mitglieder, sehr viele seien aber schon älter. „Wenn wir wie andere Vereine Arbeitsstunden fordern würden“, glauben Pabst und Kiefner, „würden wir bestimmt einige Mitglieder verlieren“.

Kirschbaum entwurzelt, Zaun beschädigt

Sturm Friederike hat den großen Kirschbaum entwurzelt. Dabei wurden Zaunanlage und Bodenplatten beschädigt. Quelle: R

Ein stattlicher alter Kirschbaum zierte lange Zeit eine der Hunde-Auslaufflächen auf dem Gelände. Friederike hat den Baum entwurzelt, erinnern sich Kiefner und Pabst. Der Kirschbaum kippte um, zerstörte dabei den Zauns, der den großen vom oberen kleinen Auslauf und vom angrenzenden Weg trennte, und riss gleich noch einen zweiten Baum im Fallen mit. Das Wurzelwerk der Kiefer drückte dabei nach oben und hob mehrere Wegplatten aus den Fugen. Der Außenzaun des Auslaufs wurde zwischenzeitlich notdürftig wieder hergerichtet, soll aber künftig durch einen stabilere Variante ersetzt werden. Dafür habe eine Tierbedarf-Kette Unterstützung signalisiert, so Pabst.

Dem zweiten Vorsitzenden schwebt vor, bei der Erneuerung des Zauns gleich die Aufteilung der Auslaufflächen zu verändern, so dass am Ende mehrere jeweils 50 Quadratmeter große Areale entstehen – die vom Tierschutzgesetz vorgeschriebene Größe. „Das würde funktionieren“, sagt der zweite Vorsitzende, der bereits eine Planung angefertigt hat.

Erdarbeiten am Hang

Weiterhin sei geplant, den steilen Hang im unteren Bereich des großen Auslaufs ein Stück weit abzutragen, um eine etwas größere gerade Fläche zu erhalten. Dort soll nämlich das Bürohäuschen künftig seinen Standort haben, erläutert Pabst. Vor allem die Erdarbeiten bereiten dem Vorstand des Tierschutzvereins Duderstadt Sorgen. „Das ist nicht ohne große Maschinen machbar“, ist sich Pabst sicher. „Wir werden das nicht ohne Firmenleistungen hinbekommen.“

Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Duderstadt, Rita Kiefner, neben dem Bürohäuschen, dessen Fundament marode ist. Quelle: Niklas Richter

Die Kosten für die Reparatur des Zauns, die Erdarbeiten und das Versetzen des Bürohäuschens schätzen Kiefner und Pabst auf 20000 bis 30000 Euro. Allein aus Vermittlungsgebühr oder Mitgliedsbeiträgen sei das nicht zu finanzieren. „Die Märkte sind daher eine gute Gelegenheit, um für Spenden zu werben“, betont die Vorsitzende.

Trägerbalken unter dem Büro-Boden marode

Eine weitere, unvorhergesehene Reparaturmaßnahme hat die Aktiven des Tierheims kürzlich ereilt. Der Fußboden des Büro-Holzhäuschens hatte sich abgesenkt, erklärt Pabst. Idee sei gewesen, den Holzboden abzunehmen, die Holzkonstruktion der Hütte etwas anzuheben und das Ganze zu unterfüttern. Doch nachdem die ersten Bodenbretter abgenommen waren, habe sich gezeigt, dass die gesamte Trägerkonstruktion marode und durchgefault sei, beschreibt Pabst das Dilemma. Daher soll die Bürohütte nun an einen neuen Standort unterhalb des Hundeauslaufs versetzt werden. Die Grundkonstruktion des Holzhäuschens, so hofft der zweite Vorsitzende, „kann wiederverwendet werden“.

Notwendige Arbeiten an der „Notaufnahme“

Abgesehen von diesen notwendigen Reparatur- und Sanierungsarbeiten gäbe es noch viel mehr an den Tierheim-Gebäuden zu tun, berichtet das Vorstandsduo. Dringend notwendig sei beispielsweise, den rissigen Fliesenboden in der „Notaufnahme“ herauszunehmen und einen neuen pflegeleichten Kunststoffbodenbelag zu ersetzen. Pabst befürchtet jedoch, dass darunter ebenfalls morsche Holzbalken ähnlich denen beim Büro zum Vorschein kommen. Außerdem sollen die gefliesten Holzboxen für die kranken Tiere durch Einzelboxen aus Kunststoff ersetzt werden. Diese seien einfacher zu reinigen. Bodenfliesen und Holz sowie Spüle und Fugen – „alles ist marode“, sagt Pabst.

Die anderen Holzhäuschen, die in früheren Jahren Stück für Stück angebaut wurden, um die Kapazitäten des Tierheims zu vergrößern, scheinen die notwendigen Reparaturarbeiten noch nicht so dringend zu sein. Und im einzigen gemauerten Gebäude des Tierheims, den Zwingern, sind hauptsächlich die Metalltüren verzogen und benötigen beim Schließen sanfte Gewalt, wie Pabst demonstriert.

Von Britta Eichner-Ramm

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