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Duderstadt Todesfälle reißen Lücken ins Vereinsleben
Die Region Duderstadt Todesfälle reißen Lücken ins Vereinsleben
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23:00 23.01.2019
Für ihren Winterball hoffen die Hilkeröder Vereine auch auf Gäste von außerhalb.
Für ihren Winterball hoffen die Hilkeröder Vereine auch auf Gäste von außerhalb. Quelle: Niklas Richter
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Hilkerode

Da waren’s nur noch drei. Fünf Vereine haben in jüngerer Vergangenheit den Winterball in Hilkerode bestritten, im vergangenen Jahr wurde der Ball wegen ungewöhnlich vieler Todesfälle im Ort kurzfristig abgesagt. Drei Vereine haben jetzt einen neuen Anlauf genommen, um die Tradition des jährlichen Vereinsballs fortzuführen: Schützengesellschaft, FC Hertha und Tennisclub. Bei freiem Eintritt kann am Sonnabend, 26. Januar, ab 20 Uhr im Saal des Hotelrestaurants „Prinz im Holztal“ gefeiert und getanzt werden. Einlass ist ab 19.30 Uhr, für Musik sorgt DJ Mussle.

Feuerwehr ist abgesprungen

Früher richtete noch jeder Verein einen eigenen Ball aus. Diese Zeiten sind aber schon lange vorbei. Die Resonanz ließ immer mehr zu wünschen übrig, die Kosten liefen den Veranstaltern davon. Einen gemeinsamen Weg eingeschlagen haben deshalb Schützengesellschaft, Sportverein, Tennisclub, Feuerwehr und Spielmannszug. Beim ersten gemeinsamen Winterball der fünf Vereine vor sechs Jahren spielte noch „Einfach zwei“ als Live-Band, seitdem gibt ein DJ den Ton an. „Live-Bands waren bei freiem Eintritt nicht mehr zu finanzieren“, sagt Christian Rust von der Schützengesellschaft. Die stemmt den diesjährigen Ball nur noch mit dem FC Hertha und dem Tennisclub. Die Feuerwehr sei abgesprungen, der Spielmannszug orientiere sich derzeit neu und sei ebenfalls nicht mehr dabei, berichtet Rust und hofft dennoch auf viele Gäste. Schließlich richtet sich der Ball nicht nur an Vereinsmitglieder, sondern ist für alle Hilkeröder und auch Gäste von außerhalb offen. Bei den Einzelbällen vergangener Jahrzehnte seien zuletzt nur noch 30 bis 40 Gäste aufgeschlagen, beim gemeinsamen Winterball dann jeweils zwischen 100 bis 150 Teilnehmer: „2017 hatten wir knapp über 100 Gäste.“

Viele Todesfälle in kurzer Zeit

Wegen vieler Todes- und Trauerfälle im direkten Vorfeld der Veranstaltung habe man im vergangenen Jahr auf den Winterball verzichtet und auch von einem Nachholtermin abgesehen, sagt Rust. „Vor dem Ball gab es mehr als zehn Todesfälle in kürzester Zeit, bedingt durch Alter und Krankheit.“ Fast alle Verstorbenen seien Mitglied in einem oder mehreren der fünf Vereine gewesen, nach Feiern keinem mehr zumute gewesen.

Die örtliche Vereinslandschaft werde sich weiter verändern und müsse langfristig neu ausgerichtet werden, meint Rust. Die Altersstruktur sei hoch, viele Mitglieder deutlich älter als 70 Jahre. „Die wenigen Neueintritte können den Mitgliederschwund nicht auffangen“, sagt der Schriftführer der Schützengesellschaft. Die habe im vergangenen Jahr sechs Trauerfälle zu beklagen gehabt und zwei neue Mitglieder aufgenommen.

Spielmannszug orientiert sich um

Als Verein neu orientieren will sich der Spielmannszug, der erst einmal eine Auftritts- und Ballpause eingelegt hat, weil er sich in einer Findungsphase befindet. „Die Beteiligung war zu gering, für einzelne Stimmen fehlten Mitspieler“, sagt Pressewart Rudolf Rudkowski. Vorerst beschränke sich der Spielmannszug darauf, neue Mitglieder zu gewinnen und auszubilden, um dann wieder mit einer schlagkräftigen Truppe aufzutreten.

Von Kuno Mahnkopf

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