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Duderstadt Buckelvolvos in der Innenstadt von Duderstadt
Die Region Duderstadt Buckelvolvos in der Innenstadt von Duderstadt
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00:20 11.06.2019
Jürgen Meves fährt seinen Volvo PV 544 Sport seit mittlereile 25 Jahren Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Mit dem umgangssprachlich gern genutzten Begriff „Buckelvolvo“ sind eigentlich die Baureihen PV (Personvagn) 444 und 544 gemeint. Der schwedische Automobilhersteller Volvo baute die 444er-Reihe ab 1947. „Die Zahlen stehen für 4 Sitze, 4 Zylinder und 40 PS“, erläuterte Holger Willuhn, der das Treffen mit seiner Frau organisiert hat. Zehn Jahre nach dem Start des PV 444 schickte Volvo dann den 544 ins Rennen.

Bilder vom Volvotreffen:

Am Pfingstwochenende haben sich 49 Liebhaber des Buckelvolvo in Duderstadt getroffen. Ihre Fahrzeuge stellten sie am Sonnabendvormittag an der Marktstraße auf.

„Das sind richtige Schätzchen“, sagte ein Passant, als er an der Reihe der historischen Volvos entlangschritt. Sauber nebeneinander aufgereiht, boten die Fahrzeuge einen schönen Anblick. Die Fachwerkfassaden spiegelten sich im frisch geputzten Lack.

Start der Kombitradition

„Dass wir hier sind, hängt maßgeblich daran, dass wir alle Volvo fahren“, sagte Eberhard Hagen, der mit seiner Frau Gabi aus Wuppertal angereist war. Sein „Buckel“, wie die Fahrer ihr Auto liebevoll nennen, fiel in der Menge auf. „Ich fahre einen Duett“, sagte er. Im Gegensatz zu den rund abfallenden Hecks der anderen präsentierte sich sein Volvo hinten in einer Kastenform. „Mit dem Duett hat Volvo seine Kombitraditon begründet.“

Der Volvo Duett von Eberhard Hagen Quelle: Rüdiger Franke

„Ich habe den Wagen vor drei Jahren gekauft“, erzählte der Wuppertaler. Danach habe er versucht, zu anderen Fahrern der Baureihe Kontakt zu bekommen. „Man braucht auch immer mal Hilfe“, sagte er. So sei er auf die Gruppe aufmerksam geworden. Insgesamt gebe es, wie er gelesen habe, nur rund 200 Buckelvolvos. „Man kennt sich untereinander.“

Fahrt nach Rimini

Während Hagen noch recht neu mit einem „Buckel“ unterwegs ist, ist Jürgen Meves aus Harvixbeck bei Münster bereits ein alter Hase. „Meinen ersten habe ich mir 1964 gekauft.“ Den sei er aber nur etwa zwei Jahre gefahren, „unter anderem auch nach Rimini, wie das damals so Usus war“. Angesprochen darauf, dass in alten Filmaufnahmen häufig Käfer auf dem Weg in den Süden waren, sagte er: „Der Käfer war das erste Auto, aber irgendwann nicht mehr schnell genug.“

Der PV 544 Sport von Jürgen Meves Quelle: Rüdiger Franke

Seinen Buckelvolvo verkaufte Meves dann, holte sich einen 122S. „Der war aber auch nicht schneller.“ Als nächstes stand ein Volvo 145 auf seiner Liste, ein Kombi. „Der war schön groß. Das passte, denn auch die Kinder wurden größer.“ Vor 25 Jahren entdeckte er dann seine erste Volvoliebe wieder, den PV 544 Sport. „Der fährt um die 170 Stundenkilometer“, erzählte er. Aber die Bezeichnung Sport stehe vor allem dafür, dass es eine Zweivergaserausführung sei.

Rallyestar

„Bei uns kommt es auf Geschwindigkeit nicht mehr an“, erklärte Hagen. „Das ist mehr Autowandern“, bestätigte Meves. Obwohl der Buckelvolvo ein erfolgreiches, weil robustes Rallyefahrzeug gewesen sei. Als Beispiele fügen die beiden die Rallye Monte Carlo und die äußerst harte East African Rallye an, bei der Volvo gleich beim ersten Start gesiegt habe.

Abgerundete Hecks in Reihe Quelle: Rüdiger Franke

„Der Buckel war überhaupt seiner Zeit weit voraus“, erklärte Jürgen Stentenbach aus Nordhorn. So sei der 544 das erste Auto mit einem Sicherheitsgurt gewesen. Das letzte der 440000 Exemplare wurde 1965 gebaut. „Am 20. Oktober“, präzisierte Judith Lange aus Reckershausen. „Sie ist unser wandelndes Lexikon“, sagte Hagen, und fast die einzige Frau, die als Fahrerin an den Treffen teilnehme.

Drei Treffen

Dreimal im Jahr treffe man sich an immer anderen Orten. „Das ist wie eine Verwandtschaft“, beschrieb Meves die Treffen. Duderstadt sei in diesem Jahr der erste Ort gewesen. In drei Wochen fahren sie nach Schwerin und im Herbst ins Bergische Land.

Nachschlag

Die schwedischen Oldtimer waren für Autoliebhaber wie ein Nachschlag für das Oldtimertreffen des Oldtimer-Stammtisches Duderstadt, bei dem am 26. Mai mehr als 250 unterschiedliche historische Fahrzeuge in der Duderstädter Innenstadt zu besichtigen waren. Auch die französischen Gäste, die zur Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens in Duderstadt weilten, schauten sich die Buckel genau an.

Von Rüdiger Franke

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