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Duderstadt Bürgermeister der Städte im Eichsfeld sprechen über Zukunft
Die Region Duderstadt Bürgermeister der Städte im Eichsfeld sprechen über Zukunft
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16:05 17.01.2019
30. Treffen der Bürgermeister der Eichsfeldstädte in Duderstadt (v.l.): Marko Grosa, Thomas Spielmann, Lothar Koch, Wolfgang Nolte und Ute Morgenthal.
30. Treffen der Bürgermeister der Eichsfeldstädte in Duderstadt (v.l.): Marko Grosa, Thomas Spielmann, Lothar Koch, Wolfgang Nolte und Ute Morgenthal. Quelle: Foto:Franke
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Duderstadt

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte und Ehrenbürgermeister Lothar Koch begrüßte zum 30. Treffen der Bürgermeister der Eichsfeldstädte „in unserer Runde ehemalige und aktuelle“ Amtskollegen. Die Stadt Dingelstädt war vertreten durch den ersten Beigeordneten Harald Siebigteroth und den früheren Bürgermeister Arnold Metz. Thomas Spielmann und sein Vorgänger Bernd Beck waren aus Heilbad Heiligenstadt angereist. Leinefelde-Worbis war vertreten durch Marko Grosa und seinen Vorgänger Gerd Reinhardt, der vor der Fusion die Geschicke Leinefeldes gelenkt hatte. Für die Stadt Worbis nahmen die damaligen Bürgermeister Eckart Lintzel und Theo Bauer am Treffen teil.

Der erste Besuch

Bauer, der beim ersten Treffen im Jahr 1990 dabei war, erinnerte an den ersten Besuch von Koch und Nolte am Nachmittag des 1. Dezember 1989 bei ihm in Worbis. „An dem Morgen hatten wir gerade die Leninallee zurück in Duderstädter Straße benannt“, erzählte er. Da habe sich Nolte als Nichtraucher vor Freude sogar eine Zigarette angezündet. Zum Abendessen sei Bauer dann von den beiden nach Duderstadt eingeladen worden.

Dyamitregion

„Wir wollen mit dem Treffen aber nicht nur nostalgische Gefühle bedienen“, sagte Koch, „sondern haben auch einen Anlass.“ Er sprach vom Eichsfeld als einer „Dynamitregion“, die gut darstehe. Das sei vielen starken Persönlichkeiten zu verdanken – allen voran politischen Vertretern wie Dieter Althaus, Gerold Wucherpfennig, Manfred Grund und Rolf Berend, die auf Landes-, Bundes- und Europaebene Botschafter des Eichsfeldes gewesen seien.

30. Treffen der Bürgermeister der Eichsfeldstädte in Duderstadt Quelle: Rüdiger Franke

Niedrige Arbeitslosigkeit

Auch Nolte sprach die positive Entwicklung des Eichsfeldes an. „Wir kommen aus Zeiten mit hoher Arbeitslosigkeit“, sagte er zurückblickend. So habe Duderstadt Mitte der 1980er-Jahre eine Quote von 26,6 Prozent gehabt, der Thüringer Teil in den 90ern sogar von mehr als 30 Prozent. Aktuell liege der Landkreis Eichsfeld im Jahresdurchschnitt bei 3,9 Prozent und auch Duderstadt habe im Dezember erstmals diese Zahl erreicht.

Zusammenarbeit

Beim Treffen haben die Bürgermeister die weitere Zusammenarbeit vereinbart, wie Nolte berichtete, „im Heimat- und Verkehrsverband sowie über unsere Kirchengemeinden, Vereine und Verbände“. Und auch die Gemeinden wollen unter anderem in den Bereichen Verkehrserschließung, Weiterentwicklung des ÖPNV und Ausbau der digitalen Infrastruktur verstärkt kooperieren. Darüber hinaus soll zum Beispiel das im Dezember erschienene Buch „Das Eichsfeld“ als Grundlage für eine vertiefte Zusammenarbeit der Eichsfelder Gymnasien dienen. Es biete sich an, die Publikation in Abstimmung mit den Schulen, Schulbehörden, Schulträgern und unter Einsatz digitaler Möglichkeiten zu nutzen, „um unsere Jugendlichen stärker an unsere Geschichte, aber auch an aktuelle Themen heranzuführen“.

30. Treffen der Bürgermeister der Eichsfeldstädte in Duderstadt Quelle: Rüdiger Franke

Treffen soll wandern

Eine Neuerung werde es für das traditionelle Treffen der Eichsfeldstädte geben. „Das Treffen soll künftig wandern“, erklärte Nolte. So werde es am 17. Januar 2020 im Grenzlandmuseum Eichsfeld stattfinden. 2021 wäre Heiligenstadt an der Reihe, 2022 Dingelstädt anlässlich der 1125-Jahrfeier des Eichsfeldes. In die gemeinsame Willensbildung zählten auch die positive Begleitung der Stadt Leinefelde-Worbis auf dem Weg zur Landesgartenschau 2024 sowie der Sondierungsgedanken für eine Landesgartenschau zum 1100-jährigen Bestehen Duderstadts 2029.

Briefmarke, Wetterkarten und ein Zug

Die Bürgermeister haben darüber hinaus vereinbart, verschiedene Ideen zu realisieren, um das Eichsfeld bekannter zu machen. „Konkret wollen wir einen gemeinsamen Antrag auf Herausgabe eine Sonderbriefmarke Eichsfeld (1989/90 – 2020 eine deutsch-deutsche Modellregion) stellen“, erzählte Nolte. Des weiteren werde sowohl an den NDR als auch den MDR die Anregung gehen, die Region in den täglichen Wetterkarten zu präsentieren. „Es läuft dort immer dieses Band mit den Orten durch“, erläuterte Nolte. „Da wollen wir auch erscheinen.“ Dabei sei es vollkommen egal, ob dort das Eichsfeld oder eine der Städte aufgeführt würden. Ein weiterer gemeinsamer Antrag soll an die deutsche Bahn gehen, einen Zug, möglichst ICE, nach der Region zu benennen.

30. Treffen der Bürgermeister der Eichsfeldstädte in Duderstadt Quelle: Rüdiger Franke

Versprechen statt Geschenk

Grosa und Spielmann bestätigten die positiven Entwicklungen ihrer Städte. „Dass das Eichsfeld die höchste Rückkehrerquote hat, kann ich nur bestätigen“, sagte Grosa. Er könne gar nicht alle Anträge auf Bauplätze erfüllen. Besonders im Tourismus sollte weiter alles getan werden, um die Region weiter attraktiv zu gestalten. „Ich habe zwar kein Geschenk mitgebracht“, erklärte Morgenthal, „aber ich verspreche Ihnen, dass wir 2021 die 500 000 Übernachtungen pro Jahr erreicht haben.“

Von Rüdiger Franke

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