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Duderstadt Treffen in Werxhausen: 30 Jahre Lanz-Bulldog-Club
Die Region Duderstadt Treffen in Werxhausen: 30 Jahre Lanz-Bulldog-Club
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20:17 28.08.2013
Von Kuno Mahnkopf
Für den Ernteeinsatz reaktiviert: Rudolf Vatterott (rechts) und Matthias Diedrich auf einem Lanz-Bulldog-Traktor mit Binder aus den 50er-Jahren. Quelle: Pförtner
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Werxhausen

Mit Mitstreitern aus Unter- und Obereichsfeld veranstalten sie am kommenden Wochenende hinter dem Sportplatz in  Werxhausen das mittlerweile 15. Lanz-Bulldog- und Oldtimertreffen. Dazu erwarten sie mehrere tausend Zuschauer sowie rund 300 historische Trecker, Landmaschinen und Motorräder aus einem Umkreis von Alfeld bis Nordhessen.

Welten trennen die klimatisierten, PS-starken Hightech-Mähdrescher und Traktoren der Gegenwart mit Bordcomputer, Navigationssystemen und Komfortsitzen von ihren Vorläufern.  Dennoch sind es vor allem junge Leute, die die alte Ernte-Technik pflegen und die Erinnerung an die Zeit wachhalten, bevor der Strukturwandel im einstigen Agrarland Deutschland Fahrt aufnahm.

Clubmitglied Thomas Reinhold aus Birkungen schwärmt von überschaubarer Mechanik, in die man sich noch hineinversetzen kann. „Für viele Modelle gibt es keine Ersatzteile mehr, bei Reparaturen müssen wir häufig improvisieren“, sagt Reinhold, der sein Know-How an die nächste Generation weitergeben möchte.

Mehr als nur einen Oldtimer in der Garage

Seit Jahrzehnten sammelt der Club historische Geräte und Maschinen, greift auf Alt- und Restbestände zurück. Zum Fuhrpark, der in Feldscheunen gelagert wird, gehören Dreschmaschinen, Pflüge, Leiterwagen, Selbstbinder und Flügelmäher.  Nur die Traktoren aus den 20er- bis 60er-Jahren bleiben in Privatbesitz.

Viele haben mehr als nur einen Oldtimer in ihrer Garage stehen. Zu der großen Fangemeinde gehört auch Peter Maffay, der vor zwei Jahren das Treffen besuchte und von Ottobock-Chef Hans Georg Näder einen Porsche-Trecker geschenkt bekam.

Den ersten robusten Rohölschlepper mit Eisenreifen, den Ur-Bulldog, präsentierte der Hersteller Lanz 1921 bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Leipzig. Neben Lanz waren Hanomag und die Deutz-Werke führend im deutschen Traktorenbau. Nach und nach setzten sich Dieselmotoren und Luftreifen durch.

Straff durchorganisiert

Deutz und Fendt produzieren noch heute Trecker unter diesen Namen. Viele andere Marken, die am Festwochenende in Werxhausen dabeisein werden, gibt es nicht mehr. Dazu gehören neben Hanomag, Lanz und Eicher auch die DDR-Marken Pionier und Famulus, die in Nordhausen produziert wurden.

Seine Blüte erlebte der Traktorenbau in den 50er-Jahren, im Spitzenjahr 1955 wurden in der Bundesrepublik knapp 100 000 Schlepper neu zugelassen. Auch namhafte Automobilhersteller wie Porsche und Lamborghini wagten sich damals auf den Acker.

Zum straff durchorganisierten Programm am Sonnabend, 31. August, von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 1. September, von 9 Uhr bis in die Abendstunden hinein gehören neben Teilemarkt, Dieselgesprächen und Schlepperparade diverse Vorführungen fast vergessener Erntetechniken vom Pflügen bis zum Bindern und Dreschen.

Vorführungen für Zuschauer

Bei Bedarf werden auch Schlittenziehen und Zapfwellenbremse angeboten. Die Besucher werden von Werxhäuser Vereinen verköstigt.

Der Sonntag beginnt um 9 Uhr mit einem Feldgottesdienst, in dessen Verlauf keine Zufahrt zum Gelände besteht. Ab 10 Uhr werden die nach Baujahr sortierten Bulldogs angeheizt, gegen 14 Uhr ist eine Schlepperparade geplant.

Ein weiterer Höhepunkt des Festwochenendes ist ein Wettkampf zwischen Mensch und Maschine ab 16 Uhr: Vereinsmitglieder treten im Tauziehen gegen einen Normag der Nordhäuser Maschinenbau GmbH mit 16 PS an.