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Duderstadt Trennung der Abwassergebühren ab 2018
Die Region Duderstadt Trennung der Abwassergebühren ab 2018
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18:43 24.11.2017
Kläranlage Duderstadt
Kläranlage Duderstadt Quelle: DLOK
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Duderstadt

Bislang hat die Stadt Duderstadt die Beseitigung des Schmutz- und Niederschlagswassers mit einer einheitlichen Gebühr anhand des Frischwasserverbrauchs mit derzeit 3,07 Euro pro Kubikmeter in Rechnung gestellt. Die Aufteilung der Abwasserkosten in eine Schmutz- und Niederschlagswassergebühr bewirke eine Aufteilung, die sich an den tatsächlichen Gegebenheiten und Mengen orientiere, erklärt Stadtkämmerer Hans-Joachim Straub. „Bei der gesplitteten Abwassergebühr werden ab 2018 nur die Kosten der Schmutzwasserbeseitigung nach dem Frischwasserverbrauch ermittelt.“ Für die Berechnung der Niederschlagswasserbeseitigung würden die versiegelten Flächen wie Dach-, Verkehrs- und Hofflächen gelten. Die Ermittlung der Flächen sei in den vergangenen zwei Jahren bei den Bürgern abgefragt worden. Für etwa 600 Objekte seien keine Daten übermittelt worden, weshalb diese auf der Basis von Luftbildern geschätzt wurden. Mit der Kalkulation werde für die Beseitigung von Schmutzwasser eine Gebühr von 2,69 Euro pro Kubikmeter sowie von Niederschlagswasser von 0,18 Euro pro Quadratmeter im privaten und gewerblichen Bereich sowie von 0,42 Euro pro Quadratmeter bei öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen vorgeschlagen.

Auswirkungen

Um die Auswirkungen des neuen Kalkulationsverfahren zu verdeutlichen, nennt Straub einige fiktive Beispiele: Ein Reihenhaus mit zwei Personen in der Innenstadt mit einer Abwassermenge von 100 Kubikmetern und einer versiegelten Fläche von 50 Quadratmetern würde nach dem alten Verfahren 307 Euro bezahlen und nach dem neuen Verfahren 278 Euro. Dadurch ergebe sich eine Ersparnis von 29 Euro. Einer Familie mit vier Personen im freistehenden Einfamilienhaus mit einer Abwassermenge von 300 Kubikmetern und einer versiegelten Fläche von 200 Quadratmetern würde statt zuvor 921 Euro nur noch 843 Euro in Rechnung gestellt, also 78 Euro weniger. Würden dort nur zwei Personen wohnen und beispielsweise 150 Kubikmeter Wasser verbrauchen, fiele die Ersparnis mit 21 Euro deutlich geringer aus (460,5 Euro vorher, 439,5 Euro jetzt). Die Gebührentrennung für die Beseitigung von Abwasser- und Niederschlagswasser erlaube eine gerechtere Abrechnung, so Straub. Mit der Größe der versiegelten Fläche verschiebe sich jetzt das Ergebnis in die eine oder andere Richtung. Besonders deutlich werde das bei gewerblichen Betrieben, nennt der Stadtkämmerer weitere fiktive Beispiele. Bei einer Abwassermenge von 600 Kubikmetern und einer versiegelten Fläche von 4000 Quadratmetern zahle das Unternehmen nun 2334 statt zuvor 1842 Euro, also 492 Euro mehr. Ein Unternehmen mit 8000 Kubikmetern Abwasser und einer versiegelten Fläche von 1000 Quadratmetern hingegen würde 2860 Euro einsparen und 21700 statt zuvor 24560 Euro zahlen.

Es gebe aber immer auch Sonder- und Einzelfälle. „Die Bürger können sich in solchen Fällen mit ihren Fragen an uns wenden“, sagt Straub.

Bauauschuss der Samtgemeinde Gieboldehausen stimmt Gebührenkalkulation zu

In Gieboldehausen hat der Bauausschuss im Rat der Samtgemeinde der Gebührenkalkulation 2018 für die zentrale Schmutz- und Niederschlagswassergebühr einstimmig zugestimmt. Danach bleiben alle Gebührensätze gegenüber dem Vorjahr konstant, teilt Bauamtsleiterin Christina Kutzborski mit. Im Bereich der Abwasserbeseitigung werden die entstehenden Fixkosten über Grundgebühren anteilig umgelegt – in einer Staffelung von 48, 115, 192, 288 und 768 Euro (ausgerichtet am Nenndurchfluss von bis zu 2,5, 6, 10, 15 und 40 Kubikmetern/Stunde). Die verbleibenden Kosten werden anteilig umgelegt auf die voraussichtlich anfallende Abwassermenge, die sich am Frisch­­wasserverbrauch ausrichtet. Unter Zugrundelegung einer Abwassermenge von 498 000 Kubikmetern ergebe sich damit eine Zusatzgebühr von 3,01 Euro pro Kubikmeter Abwasser. Für die Niederschlagswasserbeseitigung werde unter Zugrundelegung einer versiegelten Gesamtfläche von 1 971 200 Quadratmetern eine gerundete Gebühr von 0,28 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche berechnet.

Von Rüdiger Franke

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