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Duderstadt Umbauten an Schulen im Landkreis Göttingen
Die Region Duderstadt Umbauten an Schulen im Landkreis Göttingen
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19:33 30.07.2013
Von Kuno Mahnkopf
Eingerüstet: Das mehr als 20 Jahre alte Flachdach der Sporthallen an den Berufsbildenden Schulen in Duderstadt wird für 140 000 Euro saniert. Quelle: Thiele
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Gieboldehausen/Duderstadt

Wie Energieeffizienz und Klimaschutz ist die Einführung der Inklusion politischer Konsens über Parteigrenzen hinweg, stellt die Schulen aber vor pädagogische Herausforderungen, für die sie die nötige Unterstützung vermissen.

Zumindest für die baulichen Voraussetzungen wird derzeit viel Geld locker gemacht. Die Investitionen konzentrieren sich vor allem auf die Schwerpunktschulen für die Inklusion. Bis 2018 sollen dann alle Schulen barrierefrei sein.

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Eine Schwerpunktschule für Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen ist die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Gieboldehausen, die nach und nach die Räume der benachbarten Realschule in Beschlag nimmt. Die Hauptschule dort läuft nächstes Jahr aus, die Realschule 2015. Dort gibt es nur noch neunte und zehnte Klassen.

Sanierung der Sanitärbereiche

Der Landkreis investiert in diesen Sommerferien überwiegend in Gieboldehausen, am Duderstädter Schulzentrum Auf der Klappe mit Heinz-Sielmann-Realschule und Eichsfeld-Gymnasium steht die Begehung mit dem Behindertenbeirat noch aus. Aber auch in Duderstadt wird die Ferienzeit genutzt, um für 95 000 Euro die Sanierung der Sanitärbereiche am Gymnasium fortzusetzen.

Außerdem wird das mehr als 20 Jahre alte und undichte Flachdach der Sporthalle an den Berufsbildenden Schulen für 140 000 Euro saniert und bekommt Wärmedämmung. Die Lichtkuppeln bleiben erhalten.

Rund 250 000 Euro steckt der Kreis in die energetische Sanierung der Schulsporthalle in Gieboldehausen, deren Decke komplett erneuert und als Akustikdecke lärmgedämmt wird. Allein die neue Deckenstrahlheizung mit Anschluss an die Biogasanlage im Marsfeld kostet laut Hartmut Becker vom Gebäudemanagement des Landkreises 156 000 Euro.

Beleuchtung, Ballschutzgitter

Für weitere 80 000 Euro wird die Beleuchtung in den Umkleideräumen und der Halle – samt Ballschutzgittern – auf LED umgestellt. Dafür gibt es Zuschüsse über ein Förderprogramm des Bundesumweltministeriums.
Um das Schulgebäude für die Inklusion umzubauen, sind 89 000 Euro im Kreisetat eingestellt.

Auch hier geht es um Licht. Ein vorhandener Klassenraum wird für einen Schüler mit einer Sehbehinderung mit einer individuellen Beleuchtung ausgestattet. Die kann auf eine Lichtstärke von 1000 Lux hochgefahren werden. Üblich sind in Klassenzimmern 300 Lux. „Wir geben viel Geld für wenige Kinder aus, suchen im Einzelfall nach pragmatischen Lösungen“, sagt Landrat Bernhard Reuter (SPD), der die Arbeiten an den Schulen reihum inspiziert.

Und er betont, dass der Elternwille zähle. Die Eltern hätten weiterhin die Wahl zwischen Inklusion oder Förderschule.

Anpassung für seh- und gehbehinderte Schüler

Im Vorgriff auf die Inklusion werden an KGS und Realschule weitere Anpassungen insbesondere für seh- und gehbehinderte Schüler vorgenommen – von erfühlbaren Zahlen im Aufzug bis zu taktilen Streifen und farblicher Kennzeichnung der Treppenstufen.

Für die Eingangstüren und ein halbes Dutzend Brandschutztüren, die Rollstuhlfahrer zu passieren haben, werden Taster und Euro-Schlüssel eingebaut, zum Schulhof eine Rampe angelegt. Insgesamt investiert der Landkreis in diesem Jahr mehr als 3,5 Millionen Euro in seine Immobilien, allein in den Sommermonaten mehr als 1,7 Millionen Euro.