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Duderstadt Geht der Trend zur „Sammeltaufe“?
Die Region Duderstadt Geht der Trend zur „Sammeltaufe“?
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09:00 25.05.2019
Die Pfarrei St. Sebastian Rhumspringe will im Juni ein Konzept für sogenannte „Sammeltaufen“ vorstellen. Quelle: Foto: Pixabay
Eichsfeld / Landkreis

Die Pfarrei St. Sebastian Rhumspringe hat in ihren Pfarrnachrichten den Übergang zu „Sammeltaufen“ angekündigt. Auf Nachfrage wollte Pfarrer Markus Grabowski noch nicht ins Detail gehen, weil derzeit noch das Konzept dafür erarbeitet werde. Dieses soll am 11. Juni beschlossen und erst danach vorgestellt werden. Fest steht bereits: Eltern, die ihre Kinder ab September 2019 taufen lassen wollen, sollen eine Anmeldung im Pfarrbüro abgeben und dann „etwas Geduld aufbringen, bis der erste Tauftermin im Herbst 2019 und die beiden Vorbereitungsabende bekanntgegeben werden“, heißt es in den Pfarrnachrichten.

Neue Freundschaften

Taufen werden sinnvollerweise immer zusammen gefeiert“, kommentiert Propst Bernd Galluschke. Es gebe zwar auch Einzeltaufen, aber häufig würden drei oder vier Kinder gemeinsam getauft. Manchmal kennen sich die Eltern bereits vorher, manchmal lernen sie sich durch die gemeinsame Feier und die Vorbereitungen darauf erst kennen. Gelegentlich würden auf diese Weise sogar neue Freundschaften entstehen; Zugezogene bekämen Kontakt zu anderen Einwohnern.

Die Taufe als freudiges Ereignis in einer größeren Gruppe zu feiern, das sei „bei uns eigentlich ganz normal“, so Galluschke. Mit dem Begriff „Sammeltaufen“ könne er deswegen nicht viel anfangen.

Immer weniger Personal

Verständnis für die Idee der Pfarrer St. Sebastian hat er dennoch: „Wir haben in der Kirche immer weniger Personal zur Verfügung, und vieles läuft ja am Wochenende – Taufen, Trauungen, reguläre Gottesdienste, Besuche bei Vereinen und einiges mehr.“ Da sei es schon eine Herausforderung, weiterhin die gewohnte Vielfalt anzubieten. „1978 hatten wir noch 28 Pfarrer in 28 Gemeinden. 2014 waren es noch sechs Pfarrer, demnächst sind es nur noch vier“, beschreibt Galluschke. Dennoch versuche er, Wünsche von Familien möglichst flexibel zu berücksichtigen. Gleichzeitig habe er festgestellt, dass gerade jüngere Familien recht entspannt damit umgehen, wenn ein Wunsch mal nicht erfüllt werden kann. „Da wird dann entweder auf einen anderen Ort oder eben einen anderen Termin ausgewichen, das ist in aller Regel kein Problem.“ Internetforen, in denen sich erboste Eltern massiv über Kirchen beschweren, weil sich zum Beispiel die Uhrzeit für eine Taufe verschoben hat, schaut sich Galluschke gar nicht erst an: „In persönlichen Gesprächen erleben wir so etwas nicht“, sagt er.

Auf Flexibilität setzt auch Wigbert Schwarze, Dechant des Dekanats Göttingen: „Wir sind in unserer Kirchengemeinde vielseitig unterwegs“, sagt er. Es gebe feste, aber auch persönliche Tauftermine sowie Taufkurse für das gesamte Dekanat.

Tauffeste mit bis zu 100 Täuflingen

„Wir sprechen nicht von Sammeltaufen, sondern von Tauffesten“, erklärt Superintendent Friedirch Selter für die evangelische Kirche. Diese würden oft an besonderen Orten stattfinden – das nächste Mal übrigens am 16. Juni in Besenhausen. Wenn das Wetter mitspielt, wird sogar mit Leinewasser im Fluss getauft. „Natürlich erfordern solche Taufgottesdienste einen besonderen Aufwand, was Organisation und Logistik angeht. Aber es lohnt sich, weil solche großen Tauffeste für alle ein besonderes Ereignis sind“, findet Selter. In der Regel seien etwa zehn Täuflinge dabei, im Kloster Amelungsborn seien es auch schon bis zu 100 gewesen.

Aufnahme in die Gemeinde

Dennoch bleibt so etwas auch in der evangelischen Kirche die Ausnahme: „Uns ist auch wichtig, dass Taufen normalerweise im Gemeindegottesdienst stattfinden, weil die Taufe ja schließlich zugleich die Aufnahme in die Gemeinde bedeutet“, sagt der Superintendent. Wie bei Galluschke komme es auch bei Selter „häufig vor, dass zwei oder drei Taufen in einem Gottesdienst gefeiert werden. Da sprechen wir noch nicht von einer Sammeltaufe.“

Von Markus Riese

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