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Duderstadt Umweltschule in Europa: Preisverleihung auf Gut Herbigshagen
Die Region Duderstadt Umweltschule in Europa: Preisverleihung auf Gut Herbigshagen
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17:58 12.09.2013
Vertreten die ausgezeichnete Heinz-Sielmann-Realschule Duderstadt: Alena, Anuva, Luisa und Caroline (von links) mit ihren Exponaten. Quelle: Thiele
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Duderstadt

Gemeinsam mit ihrem Lehrer entwickelten die Schüler einen Detektor, mit dem die Kommunikation von Fledermäusen von Menschen gehört werden kann. „Unser Lehrer hat den Schaltkreis des Detektors erfunden, und dann haben wir die Geräte zusammengebaut“, erläuterten die Technik-Schüler Jonas, Phillip und Florian.

Obwohl den drei 16-Jährigen die Tüftelei Spaß mache, wollen sie später doch keine Ingenieure werden. Gestern wurden sie und 45 andere Teilnehmer, darunter auch die Heinz-Sielmann-Realschule Duderstadt, für ihre Projekte auf dem Sielmann-Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen ausgezeichnet.

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Bereits seit 18 Jahren existiert das Projekt mit dem Ziel, Entwicklung und Bildung durch das Erlernen und Praktizieren von nachhaltigem Handeln zu prägen. In einem zweijährigen Projektzeitraum können sich die teilnehmenden Schulen mit zwei Konzepten für eine Auszeichnung zur Umweltschule qualifizieren und dürfen daraufhin den Titel tragen.

Immer wieder neue Trends

Bewerben können sich Schulen aller Schulformen. Niedersachsen sei dabei teilnehmerstärkstes Bundesland, so Ursula von der Heyde, Landeskoordinatorin des Projekts. „Mit rund 360 teilnehmenden Schulen ist Niedersachsen sowohl in Deutschland als auch in Europa ganz weit vorn.

Beim Start vor 18 Jahren waren es nur 22 Schulen, es hat sich entwickelt“, freute sich von der Heyde. Bei der Themenwahl der Konzepte sehe sie immer wieder neue Trends.

In den vergangenen Jahren seien Klima- und Naturschutz, Energie und Wasser sowie eine Umgestaltung des Schulgeländes gefragt gewesen, jetzt jedoch seien auch Bewegung und Gesundheit sowie eine religiöse, ökologische Verbindung für die Schüler interessant.

Auch aktuelle Probleme

„Neue Impulse aus der Gesellschaft und des Zeitgeschehens fließen immer in die Themen ein, das ist ja auch Sinn unseres Projekts“, erläuterte die Landeskoordinatorin. In diesem Jahr sei außerdem die Förderung regionaler Produkte wie Äpfel und Kartoffeln oder die Imkerei im Fokus der Schulen gewesen. Und vom Engagement und Einfallsreichtum der Schüler ist von der Heyde nach wie vor begeistert.

Dass eine Umweltschule sich nicht nur mit ökologischen Themen befasst, sondern auch aktuelle Probleme wie Cybermobbing, den demografischen Wandel oder die sich schnell verändernde Berufswelt aufgreift, zeigte die Heinz-Sielmann-Realschule.

Mit dem Programm „Grundlagen für berufliche Mobilität“ konnten die Schüler der neunten Klassen zwei Wochen in drei verschiedenen Berufsfeldern Praxisluft schnuppern.

„Das ist wie Zauberei mit der Luft im Wasser"

Alena und Anuva (15) haben in dieser Zeit Gestaltung und Holzarbeiten kennengelernt und fertigten Bücherstände, Kissenbezüge und Taschen an, die sie auf dem gestrigen Markt der Möglichkeiten präsentierten. „Durch die aktive Arbeit in den Berufsgruppen konnten wir erste Erfahrungen sammeln und uns im Hinblick auf die Lebensplanung weiterbilden“, waren sie sich einig.

Etwas abenteuerlicher gingen die Kinder der Grundschule Waggum ans Werk: Um dem Gut Wasser näher zu kommen, experimentierten sie mit schwimmenden Eiern, Büroklammern und schauten Luftstrudeln in Wasserflaschen zu.

Hendrik aus der vierten Klasse erklärte am Stand die Versuche: „Das ist wie Zauberei mit der Luft im Wasser. Wenn man einen Bierdeckel auf ein volles Glas legt, bleibt er auch kopfüber am Glas hängen“, staunte der Viertklässler.

"Atmosphärisch und immer perfekt organisiert“

Nach Gut Herbigshagen kommen alle Schulen immer gern, war sich Koordinatorin von der Heyde sicher. „Hier ist es so atmosphärisch und immer perfekt organisiert“, lobte sie.

Zum Programm der Auszeichnung gehörten neben dem parallel stattfindenden Markt der Möglichkeiten die Auftritte der Bigband der Geschwister-Scholl-Gesamtschule sowie des Chors und Orchesters der Wilhelm-Busch-Schule Göttingen.

Zusätzlich zur Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ konnten sich 13 Schulen über eine Urkunde für herausragende internationale Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen freuen.

Die ausgezeichneten Schulen im Landkreis Göttingen: Felix-Klein Gymnasium, Albanischule, BBS III am Ritterplan, Janusz-Korczak-Schule, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Grundschule Wilhelm Busch und Heinz-Sielmann-Realschule Duderstadt.

Von Elisa von Hof