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Duderstadt Weniger Tote und Verletzte bei Verkehrsunfällen
Die Region Duderstadt Weniger Tote und Verletzte bei Verkehrsunfällen
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00:28 25.03.2018
Das Fahrzeug ist beim Unfall am 24. September in Nesselröden auf dem Dach gelandet. Quelle: R
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Duderstadt

Die Beamten des Duderstädter Polizeikommissariats wollen auch in Zukunft auf altersgerechte Prävention setzen, erläuterte Niesen. Ziel sei, die Anzahl der schweren Unfälle weiter zu minimieren. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in den Bereichen der Stadt Duderstadt sowie der Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen sei im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, von 1175 auf 1200. Das liege aber im Bereich der üblichen Schwankungen der vergangenen Jahre. „Das hängt auch immer von der Witterung ab“, sagte Niesen. Das habe gerade die jüngste Rückkehr des Winterwetters wieder gezeigt. „Die Leute waren gedanklich schon auf schönes Wetter eingestellt und morgens war es plötzlich wieder glatt.“

Unfall zwischen Krebeck und Bodensee am 3. Dezember 2017 Quelle: R

Die Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren begonnen wurden, sollen 2018 fortgesetzt und intensiviert werden. Dazu zählen außer Geschwindigkeits-, Gurt-, Handy-, Alkohol- und Drogenkontrollen auch altersgerechte Präventionsveranstaltungen und die Schulwegsicherung. „Wir wollen in den jeweiligen Zielgruppen auf die Gefahren des Straßenverkehrs hinweisen“, erläuterte Niesen. Als Beispiel nannte er die Fahrradprüfungen der Grundschüler, denen die Polizei unter anderem erkläre, wie sie sich im Verkehr verhalten sollen und wie wichtig das Tragen eines Helms sei. Die Zahl der leicht verletzten Radfahrer sei zwar gegenüber dem Vorjahr von 18 auf 20 gestiegen, die der schwer verletzten von sechs auf drei gesunken. Niesen appelliert daher an die Erwachsenen, beim Radfahren einen Helm zu tragen, um Kindern und Jugendlichen als Vorbild zu dienen.

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Weniger verletzte Kinder

Insgesamt gab es weniger verletzte Kinder im Straßenverkehr (2016 zwei), keines jünger als sechs Jahre, zehn jünger als 14 Jahre (2016 elf). Als Insassen von Kraftfahrzeugen wurden fünf leicht verletzt. Bei den Fußgängern/Radfahrern stieg die Zahl der leicht verletzten von drei auf fünf. Allerdings werde immer wieder festgestellt, dass viele Kinder in Fahrzeugen ohne Sicherung befördert werden. Hierdurch erhöhe sich die Anzahl der verletzten Kinder als Insassen verunfallter Fahrzeuge unnötig.

Bergungsarbeiten nach einem Unfall am 10. Dezember zwischen Gieboldehausen und Bilshausen. Quelle: R

Im vergangenen Jahr wurden vier schwere Verkehrsunfälle durch „Junge Fahrer“ verursacht. Dabei wurden vier Personen schwer verletzt, halb so viele wie im Jahr zuvor. Allerdings habe es eine leichte Steigerung bei den Leichtverletzten von 42 auf 47 gegeben. „Wenngleich die prozentuale Verteilung der Unfallopfer nach Lebensalter durch unterschiedliche Fahrleistungen und andere Parameter zu relativieren ist, bleibt die erhöhte Unfallgefahr durch fehlende Fahrpraxis in Verbindung mit nicht angepasster Geschwindigkeit ein klares Faktum“, sagte Niesen. Die Zahlen belegen die Notwendigkeit, auch weiterhin regelmäßige Kontrollen und gezielte, breit gefächerte Präventionsmaßnahmen bei der Zielgruppe der Fahranfänger zu einem Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit zu machen. Hier erziele das Schutzengelprojekt bereits eine nachhaltige Wirkung. Kürzlich wurde der 5000. Schutzengel in der Region Duderstadt begrüßt.

2017 wurden insgesamt 32 Personen der Altersgruppe 65 Jahre und älter verletzt. Bei den leicht verletzten Personen haben wir einen Anstieg von 15 auf 24 und bei den schwer verletzten Personen von drei auf acht. Deshalb sehen wir auch hier die unabdingbare Notwendigkeit, gezielte Präventionsmaßnahmen anzubieten. Dafür stehe der Präventionssachbearbeiter Dierk Falkenhagen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Unfall mit Kühen vom 8. Dezember vor Ortseingang Rüdershausen aus Richtung Gieboldehausen. Quelle: Niklas Richter

Schwere Unfälle minimieren

„Wenn wir die schweren Unfälle minimieren können, sind wir auf einem guten Weg“, sagte Niesen. Im Bereich der Verkehrsunfälle mit verletzten Personen sei zwar ein Anstieg von 147 auf 157 zu verzeichnen, wobei die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle von 32 auf 31 zurückgegangen sei. Die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer sank von vier auf einen, die Anzahl der Schwerverletzten von 39 auf 35 und die der Leichtverletzten verringerte sich von 176 auf 170. Auffällig sei der starke Anstieg der verletzten Fußgänger von vier auf zwölf. „Bei den Radfahrern haben wir einen leichten Rückgang von 24 auf 23 zu verzeichnen. Die Zahl der verletzten Mofa-/Moped-/E-Bikefahrer ist von 16 auf zehn gesunken.“

Die Zahl der leicht verletzten Motorradfahrer stieg von sechs auf acht und die der schwer verletzten von vier auf sieben. Gegenüber 2016 (zwei) wurde kein Motorradfahrer tödlich verletzt. „Auch hier werden wir unsere Präventionsarbeit als auch die Kontrollmaßnahmen intensivieren“, so Niesen. Ziel müsse sein, die Anzahl der Motorradunfälle zu reduzieren.

Niesen setzte die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeikommissariats Duderstadt ins Verhältnis zum durchlaufenden Verkehr. Nach Abzug der Wildunfälle und der Unfallfluchten, die sich zumeist auf Parkplätzen ereigneten, bleibe eine Zahl zwischen 500 bis 600 stehen, so Niesen. „Durch unser Gebiet verlaufen drei Bundesstraßen als wichtige Tangenten in Richtung Thüringen, Northeim und Harz“, verweist er dabei auf das Verkehrsaufkommen von mehreren Tausend Fahrzeugen, die täglich durch die Region fahren.

Unfall am 2. September in Fuhrbach Quelle: Rüdiger Franke

Hälfte der Unfallfluchten aufgeklärt

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfallfluchten habe sich von 184 auf 233 erhöht. 117 Fluchten, also rund die Hälfte, konnten die Eichsfelder Beamten aufklären. Bei einer Verkehrsunfallflucht handele es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat, betonte Niesen. Das Kommissariat beteilige sich an der landesweiten Kampagne „RUMMSS!!! – Bleiben Sie Fair – Wählen Sie 110.“ Niesen bittet alle Verkehrsteilnehmer: „Schauen Sie nicht weg, sondern melden Sie ihre Feststellungen umgehend der Polizei.“

Warnung vor Wildwechsel Quelle: Oliver Thiele

Jägerschaft Duderstadt: Zahl der Wildunfälle bereitet Sorgen

Die Zahl der Wildunfälle, welche die Polizei Duderstadt für das Jahr 2017 auflistet ist mit 388 gleich hoch wie im Vorjahr. Die Jägerschaft Duderstadt hat am vergangenen Wochenende statistische Details geliefert. Zum Beispiel habe 2017 der Anteil des Fallwildes (Tiere die nicht geschossen wurden sondern zum Beispiel infolge von Krankheit oder im Straßenverkehr gestorben sind) beim Rehwild etwa 19 Prozent betragen, „ein sehr hoher Anteil“, wie Guido Schwarze, besonderer Vertreter des Kreisjägermeisters der Jägerschaft Duderstadt sagte. „Vereinfacht gesagt kommt fast jedes fünfte Stück Rehwild im Straßenverkehr zur Strecke“.

Bei den Willdunfällen, welche die Polizeistatistik aufführt, erläuterte Schwarze, würden alle polizeilich registrierten Wildunfälle erfasst – egal um welche Tierart es sich handle. Inwieweit die Wildwarnreflektoren dazu beigetragen hätten, dass sich die Anzahl der Wildunfälle im Bereich des Polizeikommissariates Duderstadt nicht erhöht habe, sei schwer zu sagen, so Schwarze. „Die hohe Anzahl der Unfälle mit Reh- und in diesem Jahr insbesondere auch mit Schwarzwild bereiten uns aber weiterhin Sorgen.“

Der Deutsche Jagdverband gibt Verkehrsteilnehmern Tipps, um Wildunfälle zu verhindern. Allgemeine Verhaltenstipps bei Wildunfällen gibt der Allgemeinde Deutsche Automobilclub (ADAC) in Text und in einem Video: https://www.adac.de/verkehr/verkehrsvorschriften-verkehrssicherheit/tiere-strassenverkehr/wildunfaelle/.

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Die Unfallstatistik 2017 im Überblick

(in Klammern die Zahlen von 2016)

Verkehrsunfälle insgesamt: 1200 (1175)

Verkehrsunfälle mit verletzten Personen: 157 (147)

schwere Verkehrsunfälle: 31 (32)

getötete Verkehrsteilnehmer: 1 (4)

Schwerverletzte: 35 (39)

Leichtverletzte: 170 (176)

verletzte Fußgänger: 12 (4)

verletzte Radfahrer: 23 (24)

verletzte Mofa-/Moped-/E-Bikefahrer: 10 (16)

verletzte Kradfahrer: 15 (12)

Verkehrsunfallfluchten: 233 (184), davon aufgeklärt: 117

Wildunfälle: 338 (338)

Von Rüdiger Franke

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