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Duderstadt Kein Verkehrstoter im Jahr 2018
Die Region Duderstadt Kein Verkehrstoter im Jahr 2018
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00:22 30.03.2019
Christian Borchard, Hermann Niesen und Karl-Hubert Wüstefeld (v.l.) werben für die landesweite Präventionsaktion "RUMMSS!!!" zu Unfallfluchten. Quelle: Foto: Franke
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Duderstadt

Keinen Verkehrstoten hatte das Polizeikommissariat Duderstadt im Jahr 2018 zu verzeichnen. Während die meisten Unfallzahlen zurückgingen, stiegen vor allem die Anzahl der Krad- und Wildunfälle.

Am Mittwoch stellte Polizeihauptkommissar Christian Borchard, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, gemeinsam mit seinem Vorgänger Hermann Niesen, der derzeit an anderer Stelle eingesetzt ist, und Kommissariatsleiter Karl-Hubert Wüstefeld die Verkehrsunfallstatistik des vergangenen Jahres vor. Zum Einsatzbereich der Beamten zählen außer der Stadt Duderstadt auch die Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen.

Zahl der Verkehrstoten geringfügig gestiegen

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sei 2018 geringfügig von 1200 im Vorjahr auf 1205 gestiegen, berichtete Borchard. Das bedeute einen Schnitt von 3,3 Unfällen pro Tag. Erfreulich sei, dass es 2018 keinen Verkehrstoten gegeben habe. „Das hatten wir bislang noch nie in unserer Statistik“, erklärte Wüstefeld. Bereits 2017 sei mit einem Toten der bisherige Tiefstwert gezählt worden. Die Anzahl der Schwerverletzten sei von 35 auf 33 gesunken, so Borchard weiter. Die Zahl der Leichtverletzten fiel von 170 auf 153, was einem Rückgang von zehn Prozent entspricht.

Die Zahlen im Überblick

Das Polizeikommissariat Duderstadt hat seine Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt. Hier die Zusammenfassung (in Klammern die Zahlen aus dem Jahr 2017):

• Verkehrsunfälle gesamt: 1205 (1200)

• Getötete Verkehrsteilnehmer: 0 (1)

Unfälle mit verletzten Personen: 146 (157)

• Schwere Verkehrsunfälle: 30 (32)

• Schwerverletzte: 33 (35)

• Leichtverletzte: 153 (170)

• Verletzte Fußgänger: 9 (12)

• Verletzte Radfahrer: 16 (23)

• Verletzte Mofa-/Moped-/E-Bike-Fahrer: 9 (10)

• Verletzte Kradfahrer: 19 (15)

davon schwer verletzt: 12 (7)

• Verletzte der Altersgruppe 65+: 28 (32)

davon schwer verletzt: 6 (8)

• Verletzte junge Fahrer 18 bis 24 Jahre: 29 (51)

davon schwer verletzt: 2 (4)

• Verletzte Kinder: 5 (10)

davon schwer verletzt: 1 (0)

• Verkehrsunfallfluchten: 226 (233)

davon aufgeklärt: insgesamt 56,19 Prozent / mit Personenschaden 75 Prozent

Wildunfälle: 357 (338)

Eine der Hauptunfallursachen sei immer noch die nicht angepasste Geschwindigkeit, sagte Wüstefeld. Er rief die Autofahrer dazu auf, die jeweiligen Umstände von Wetter, Straßenverlauf und Fahrbahnbeschaffenheit zu berücksichtigen. In einer Kurve, die bei trockenem Wetter mit 100 Stundenkilometern durchfahren werden könne, könne bei Regen vielleicht Tempo 70 bereits zu schnell sein. „Die Physik kann man nicht besiegen“, fasste Borchard es zusammen.

Ein Drittel Wildunfälle

Etwa ein Drittel aller Verkehrsunfälle innerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Polizeikommissariats Duderstadt seien Wildunfälle, berichtete Borchard. Genau seien es 29,63 Prozent. Die Zahl sei von 338 auf 357 gestiegen. Zum Glück habe es nur wenige Unfälle mit Wildschweinen gegeben, sagte Wüstefeld. Insgesamt gebe es kein Schwerpunktgebiet. Außer im Bereich der Bundesstraße 247 zwischen Duderstadt und Rollshausen habe es eigentlich an allen Straßen Unfälle mit Wild gegeben. Schuld daran sei die hohe Konzentration von Wäldern und Auen, erläuterte Niesen. „Überall wo Wald ist, lauert die Gefahr“, sagte er. Schwerpunkte seien dabei die Dämmerungszeiten morgens und abends.

Fast verdoppelt habe sich die Zahl der schwer verletzten Motorradfahrer von sieben auf zwölf, sagte Borchard. Insgesamt gab es 19 verletzte Kradfahrer im Vergleich zu 15 in 2017. „Hier heißt es für uns, dass wir die Präventionsarbeit und Kontrollmaßnahmen intensivieren müssen“, so der Polizeihauptkommissar. „Ziel muss es sein, die Anzahl der Motorradunfälle drastisch zu reduzieren.“

Hoher Rückgang bei jungen Fahrern

Ein besonders hoher Rückgang der Unfallzahlen ist bei den jungen Fahrern im Alter von 18 bis 24 Jahren zu verzeichnen. Nach Borchards Bericht seien 43 Prozent weniger Verletzte in dieser Altersgruppe zu verzeichnen. Schwer verletzt wurden zwei (2017 vier), leicht verletzt 27 (47). Niesen hob in dem Zusammenhang die Präventionsmaßnahmen hervor, die das Polizeikommissariat seit 2011 verstärkt anbietet. „Ich bin mir sicher, dass unter anderem das Schutzengel-Projekt viel dazu beiträgt“, sagte er. Auch die Verkehrssicherheitswoche an den Berufsbildenden Schulen sei ein bedeutender Faktor.

Zwar sei die Zahl der verletzten Kinder im Straßenverkehr von zehn auf fünf um die Hälfte zurückgegangen, so Borchard, doch immer noch sei oft festzustellen, dass viele Kinder in Fahrzeugen ohne Sicherung befördert werden. Deshalb werde die Polizei auch 2019 wieder vermehrt Gurt- und Kindersitzkontrollen vornehmen und auch in diesem Bereich die Präventionsarbeit konsequent fortsetzen.

Hohe Aufklärungsquote

Eine hohe Aufklärungsquote konnte die Polizei im Bereich der Unfallfluchten erzielen, deren Zahl von 233 auf 226 sank. „Hier konnten wir 56,19 Prozent der Fälle aufklären“, so Borchard. Bei Fällen mit Personenschaden betrage die Quote sogar 75 Prozent. „Unser Antrieb ist aber nicht die Zahl“, ergänzte Wüstefeld, sondern dass die Leute nicht auf ihrem Schaden sitzenbleiben.“

Bei einer Verkehrsunfallflucht handele es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat. Deshalb beteiligten sich auch die Duderstädter Beamten an der landesweiten Kampagne „RUMMSS!!! – Bleiben Sie Fair – Wählen Sie 110“. Die Bitte der Polizisten: „Schauen Sie nicht weg, sondern melden Sie Ihre Feststellungen umgehend der Polizei.“

Von Rüdiger Franke

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