Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Mehr schwere Unfälle im Ostkreis
Die Region Duderstadt Mehr schwere Unfälle im Ostkreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 23.03.2017
Von Kuno Mahnkopf
In der Gemarkung Rüdershausen ist im Januar 2016 ein 39-Jähriger ums Leben gekommen.
In der Gemarkung Rüdershausen ist im Januar 2016 ein 39-Jähriger ums Leben gekommen. Quelle: Richter
Anzeige
Duderstadt

Damit entfiel fast die Hälfte der zehn tödlichen Unfälle im Landkreis und der Stadt Göttingen inklusive Autobahn auf den östlichen Landkreis. Die Zahl der Schwerverletzten im PK-Bereich stieg gegenüber dem Vorjahr von 34 auf 39, die der Leichtverletzten sank von 202 auf 176.

Verstärkte Kontrollen geplant
Auf der Kreisstraße 107 kam ein 39-jähriger Rüdershäuser ums Leben, auf der Bundesstraße 27 zwischen Gieboldehausen und Herzberg eine 18-jährige Beifahrerin. Bei zwei der vier Todesopfer  handelte es sich nach Angaben von Verkehrs- und Unfallsachbearbeiter Christian Hoffmeier um Motorradfahrer im gesetzten Alter, die in der Gemarkung Landolfshausen in Kurvenbereichen mit einem Baum und einer landwirtschaftlichen Zugmaschine kollidierten. Hoffmeier spricht von einer „beliebten Bikerstrecke“, Duderstadts Polizeichef Karl-Hubert Wüstefeld mahnt alle Kradfahrer, sich nicht zu überschätzen und gerade im Frühjahr die Sache ruhig angehen zu lassen. Die Krad-Kontrollgruppe der Polizeidirektion solle verstärkt im Eichsfeld eingesetzt werden. Zugleich kündigt Wüstefeld vermehrte Tempokontrollen an: „Nicht angepasste Geschwindigkeit ist eine Hauptursache schwerer Unfälle.“

Die Gesamtzahl der Verkehrunfälle im Eichsfeld stagniert seit Jahren mit kleinen Schwankungen: 2015 ereigneten sich 1262 Unfälle, 2016 waren es 1175 Unfälle. Zu den Risikogruppen zählt Wüstefeld nicht nur Fahranfänger mit fehlender Praxis und hoher Risikobereitschaft, sondern zunehmend auch Senioren – allerdings mit weniger gravierenden Unfallfolgen. Beide Gruppen stehen im Fokus der Präventionsarbeit.

"Handy aus der Hand"

In der Statistik nicht nach Alter gestaffelt sind die Unfallverursacher. „Handy aus der Hand, Fuß vom Gas, Anschnallen, kein Alkohol und keine Drogen, Augen auf die Straße richten“, rät Wüstefeld  nicht nur jungen Autofahrern.  Die Ablenkung durch Informationstechnik nehme zu, sei aber zumeist nicht nachweisbar, mutmaßt der Polizeichef. Die Zahl verletzter Radfahrer (24 nach 19 im Vorjahr) steige auch, weil viele Senioren aufs Fahrrad oder E-Bike umsatteln und immer mehr Radwanderer unterwegs seien.

Bei Verkehrsunfällen verletzt wurden 13 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren – eines mehr als im Vorjahr. Zehn der verletzten Kinder waren Fahrzeuginsassen. So wie Wüstefeld das vorbildliche Helmtragen  beim Radfahren anmahnt, sieht er auch hier die Eltern in der Pflicht: „Wir stellen immer wieder fest, dass Kinder im Auto nicht ausreichend gesichert werden.“

Pionierarbeit gegen Fahrerfluchten

Einfach nur lautmalerisch „Rummss!!!“ nennt sich das Präventionsprojekt zur Aufklärung von Fahrerfluchten, das Christian Hoffmeier vom PK Duderstadt gemeinsam mit der Verkehrswacht Hannover ausgebrütet hat. Die Aufklärungskampagne mit Flyern ist vom Innenministerium aufgegriffen worden und soll landesweit ausgeweitet werden. Mit der Aufforderung „Bleiben Sie fair – wählen Sie 110“ sollen Zeugendruck, Entdeckungsrisiko und Aufklärungsquote erhöht werden, sagt Duderstadts Polizeichef Karl-Hubert Wüstefeld: „Jeder kann selbst der nächste sein.“ Von den 184 Unfallfluchten im vergangenen Jahr – überwiegend Parkplatzrempler mit ärgerlichen Folgen für die Geschädigten – konnte das PK nur 60 aufklären.