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Duderstadt Vandalismus: Kosten und Arbeit für Gemeinden
Die Region Duderstadt Vandalismus: Kosten und Arbeit für Gemeinden
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20:30 08.03.2012
Problemfall: Mehrfach musste die WC-Anlage in der Duderstädter Sackstraße nach Sachbeschädigungen geschlossen werden.
Problemfall: Mehrfach musste die WC-Anlage in der Duderstädter Sackstraße nach Sachbeschädigungen geschlossen werden. Quelle: Pförtner
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Duderstadt/Gieboldehausen

Monekes Wortwahl macht deutlich: Vandalismus ist nicht nur eine Zahl in der Statistik, er ist ein Schlag für das Sicherheitsempfinden der Bürger. Und er ist ein Ärgernis für die Bauämter, die Schäden wieder beseitigen müssen. Besprühte Straßenschilder, beschmierte Bushaltestellen, zerstörte Laternen oder Vandalismus an öffentlichen Toiletten, das alles bedeutet beispielsweise Arbeit für den Bauhof in Duderstadt. Das alles bringt Kosten für die Arbeitszeit und für die Reparatur oder gar den Ersatz beschädigter oder zerstörter Objekte. 30 Sachbeschädigungen hat die Stadtverwaltung 2011 registriert und bei der Polizei angezeigt. Der St.-Paulus-Friedhof an der Worbiser Straße, das Spiel- und Veranstaltungsgelände im Stadtpark oder auch die Toilettenanlage in der Sackstraße waren mehrfach Ziel der Täter.

So appelliert Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) an die Einwohner: „Hingucken statt weggucken.“ Die Bürger sollten bei Vandalismus hinschauen, melden und helfen, nur so könne Gemeinde- und Privateigentum besser geschützt werden. Hinzu komme, dass die Kosten durch Vandalismus und die Beseitigung von Sachbeschädigungen den städtischen Haushalt belasteten. Dringend benötigtes Geld könne so an anderer Stelle, beispielsweise für Bildungseinrichtungen oder Jugendzentren, nicht eingesetzt werden, fügt Nolte hinzu.

Der Anstieg der Fälle von Sachbeschädigungen macht sich auch in Gieboldehausen bemerkbar. Erst vor wenigen Tagen sind Verkehrsschilder in der Fleckengemeinde beschädigt worden. Die Schmierereien konnten die Mitarbeiter der Straßenmeisterei aus Herzberg selbst mit aggressiven Chemikalien nicht beseitigen. Die Schilder müssen ausgetauscht werden.

Aufklärungsquote unter dem Durchschnitt

Besonders Tourismus-Attraktionen seien häufige Tatorte von Vandalismus und Sachbeschädigungen, sagt Alois Grobecker von der Gemeindeverwaltung: „Der Schlosspark, dessen Umfeld, Verkehrs- und Wanderschilder in Gieboldehausen werden immer wieder zum Ziel der Täter.“ Vor kurzem seien mehrere Laternen zerstört worden, wodurch ein Schaden von rund 10 000 Euro entstanden sei, erinnert Grobecker an eine zurückliegende Beschädigung. „Ermittlungsverfahren verlaufen leider meist in Sand“, bedauert Grobecker. Dass der Täter, der eine Bushaltestelle beschmiert habe, sich selbst stellte, sei die Ausnahme.

Tatsächlich liegt die Aufklärungsquote der Polizei Duderstadt bei Sachbeschädigung derzeit bei 34,8 Prozent, deutlich unter dem Durchschnittswert von 63 Prozent für alle Straftaten. Es gebe bei diesen Delikten in der Regel wenig Spuren, kaum Zeugenaussagen, selten einen Ermittlungsansatz, erläutert die Sprecherin der Polizeiinspektion Göttingen, Jasmin Kaatz.

Was will die Polizei dagegen unternehmen? „Konsequente Strafverfolgung durch Ausnutzung aller rechtlichen und taktischen Ermittlungsmaßnahmen“, sagt Moneke. Im Klartext: Duderstadts Polizeichef will beispielsweise verstärkt Unterstützungskräfte anfordern, sobald Tatserien erkennbar sind, besonders gefährdete Punkte observieren lassen. An den Tatorten werde die Spurensuche intensiviert, bis hin zur Sicherung von DNA-Spuren, ergänzt Horst Kanngießer, Leiter des Ermittlungsdienstes der Duderstädter Polizei: „Bei jeder Straftat hinterlässt der Täter Spuren“, macht er deutlich. Die beiden Beamten setzen zudem, wie Nolte, auf die Unterstützung der Bürger, hoffen auf Hinweise, wenn die Menschen Verdächtiges beobachten. „Lieber einmal zu viel anrufen. Wir sind auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, bringt Moneke es auf den Punkt.

Von Kilian Depuhl
und Ulrich Lottmann