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Duderstadt Viele Eichsfelder sind durch ständige Lebensmittelskandale verunsichert
Die Region Duderstadt Viele Eichsfelder sind durch ständige Lebensmittelskandale verunsichert
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18:11 07.01.2011
„Hör’n SIe mal, Hubert Kellner: Wenn die Menschen uns eh vergiften, gönnen wir uns jetzt wenigstens noch ein wenig Spaß.“
„Hör’n SIe mal, Hubert Kellner: Wenn die Menschen uns eh vergiften, gönnen wir uns jetzt wenigstens noch ein wenig Spaß.“ Quelle: Dömken
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„Ich traue mich gar nicht mehr, ein Ei zu essen“, erzählt Manuela Ernst. Die Angst, sie könnten mit Dioxin verseucht sein, sei zu groß. Die Lösung für die Fuhrbacherin: Verzicht. Und wo dies nicht geht, kaufe sie regionale Produkte, wie beispielsweise vom dörflichen Fleischer. Wobei die Unsicherheit dennoch immer da sei, wie sie sagt. „Kaufe ich das, oder kaufe ich das nicht?“, sei immer die große Frage. Und das nicht nur Jetzt, die Verunsicherung beim Lebensmittelkauf bei ihr sei durch frühere Skandale wie beispielsweise BSE schon lange vorhanden.

Ähnlich sieht es Bojanka Kunze aus Mingerode. „Ich bin schon zurückhaltener beim Einkauf.“ Vor allem wegen ihres kleinen Kindes sei sie in ihren Kaufentscheidungen sensibilisiert worden. „Für mich allein wäre es nicht so ein Thema“, schränkt die 34-Jährige allerdings ein.

Eher an sein Kind als an sich selbst denkt auch Daniel Jürgen, wenn er, wie jetzt, zu Bio-Eiern greift. „Man darf sich aber auch nicht irre machen lassen“, weist er auf die Informationsflut zum Thema Dioxin in den aktuellen Medien hin.

Froh über eben diese Menge an Nachrichten ist Rita Mathieu. Sie fühle sich von der Industrie hinters Licht geführt, erklärt sie – „schließlich wurde das verseuchte Futter schon seit März verfüttert“. Das Handeln der Lebensmittelindustrie? „Das ist doch eine riesengroße Schweinerei.“ Ihr Mann Hans-Hermann pflichtet ihr bei: „Die Frage ist doch, wie lange wir das schon essen.“ Obwohl beide beim täglichen Kochen – das Ehepaar hat zwei Kinder – ohnehin auf gute Zutaten achten würden, seien sie „natürlich verunsichert“. Und der Dioxin-Skandal sei nur das aktuellste Beispiel, sie seien beim Einkauf grundsätzlich aufmerksam: Eier vom Bio-Bauer, dazu sehr wenig Fleisch, und wenn, dann nur vom heimischen Fleischer. Schließlich gehe es beim Thema Essen um nicht weniger als die Gesundheit.
Weniger sensibel verfolgt Bernd Eberhardt das Thema. Eine Gefahr für sich und seine Familie sieht der Mingeröder eigentlich nicht – „zumindest bislang“. Entsprechend habe sich sein Kaufverhalten auch nicht verändert, und Eier, bei denen die meisten Verbraucher momentan die größten Bedenken habe, esse er „ohnehin nicht so oft“.

Von Christina Stender