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Duderstadt Kirche geht mit der Zeit: Basilika lässt sich mit virtuellem Rundgang erkunden
Die Region Duderstadt Kirche geht mit der Zeit: Basilika lässt sich mit virtuellem Rundgang erkunden
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12:03 24.10.2019
Peter Schmäring hat für die Pfarrgemeinde St. Cyriakus Duderstadt einen virtuellen Rundgang durch die Basilika erstellt. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Ob bargeldlose Kollekte, Live-Übertragung vom Gottesdienst oder besinnliche Worte des Propstes über die sozialen Medien – die Pfarrgemeinde St. Cyriakus Duderstadt geht mit der Zeit. Jetzt ist auch ein virtueller Rundgang durch die Basilika möglich.

„Wir hatten das schon einmal vor der Sanierung“, erinnert sich Ingo Bickel, der die Webseite der Pfarrgemeinde auf dem Portal des Bistums Hildesheim betreut. Doch das Innere der Basilika hat sich nach Sanierung und Umbau 2016 deutlich verändert. Daher ist ein neuer virtueller Rundgang erstellt worden. Das Besondere: Wer über eine VR-Brille (VR bedeutet soviel wie Virtual Reality) verfügt, erlebt das Ganze sogar dreidimensional.

Rundumblick dank Kugelpanorama

Ob am heimischen PC, auf dem Tablet oder dem Smartphone – der virtuelle Rundgang durch die Basilika ist von überall möglich, wo es Internetzugang gibt. Die Menüführung ist intuitiv möglich, über einen „Hilfe“-Button gibt es aber auch Hinweise zur Navigation im sogenannten Kugelpanorama. Das bedeutet, dass der Betrachter nicht nur einen horizontalen Rundumblick zur Orientierung hat, sondern auch nach oben zu Deckengewölbe oder nach unten auf den Boden blicken kann.

Per Mausklick ins Innere

Start zur Besichtigungstour ist auf dem Kirchenvorplatz, zu hören ist das Geläut der Glocken. Per Mausklick geht es dann ins Innere der St.-Cyriakus-Kirche. Ob südliches, nördliches Seitenschiff oder Mittelschiff – jeweils per Klick geht es in die gewünschte Richtung weiter.

Details heranzoomen

Beim virtuellen Rundgang durch die Basilika ist es auch möglich, per Zoom Details genauer zu betrachten. Und es sind ungewöhnliche Einblicke und Perspektiven möglich, die dem normalen Besucher verwehrt bleiben. So ist es normalerweise nicht möglich, den Kirchenraum von der Kanzel aus zu betrachten. Und auch ins Innere der Orgel kommen Kirchenbesucher sonst nur im Rahmen einer Führung. Sowohl Kanzel-Ausblick als auch Orgel-Einblick –bei musikalischer Begleitung – sind beim virtuellen Rundgang möglich. Auch den Beichtstuhl kann man betreten und von innen ansehen.

Informationen zur Geschichte

Der virtuelle Rundgang liefert dem Betrachter nicht nur Bilder sondern beim Klick auf den „i“-Button auch Informationen. Etwa dass die Propsteikirche St. Cyiakus im Volksmund auch Oberkirche genannt wird und neben dem Rathaus eines der ältesten Bauwerke Duderstadts ist.

Basilika St. Cyriakus

Die St.-Cyriakus-Kirche in der Duderstädter Altstadt wurde 1490 fertiggestellt. Sie zählt zu den ältesten Gebäuden der Stadt. 1894 wurde die Pfarrkirche anlässlich der 500-Jahrfeier der Grundsteinlegung des Chorraumes durch Papst Leo XIII. zur Propsteikirche erhoben. Seit dem Besuch von Papst Franziskus im Juni 2015 ist sie Basilika minor – eine der jüngsten Basiliken in Deutschland. Die Propsteikirche St. Cyriakus (im Volksmund auch „Oberkirche“ genannt) gilt aufgrund ihrer Größe und Ausstattung eine Besonderheit unter den Sakralbauten im Untereichsfeld. Bei einer umfassenden Sanierung erhielt das Gotteshaus einen neuen, hellen Farbanstrich und eine völlig neue Lichttechnik. Ein halbes Jahr war die Basilika für die Renovierung geschlossen. Wiedereröffnung war im November 2016. Sehenswert sind außer den Steinmetzarbeiten am Hauptportal unter anderem die 80 Schlusssteine im Deckengewölbe, der Hochaltar (ein gotischer Flügelaltar um 1500) und die barocke Creutzburg-Orgel von 1734.

Für die Umsetzung sorgte der Duderstädter Peter Schmäring. Der 64-Jährige hatte bereits während seiner Dienstzeit bei der Bundespolizei Erfahrungen mit derlei Aufnahmen gemacht. Damit war Einsatzkräften lange vor einem Einsatz möglich, die Örtlichkeiten zu erkunden, ohne selbst vor Ort sein zu müssen, erklärt Schmäring. Seit seinem zehnten Lebensjahr sei er leidenschaftlicher Fotograf und habe sämtliche technische Entwicklung mitgemacht, berichtet der Duderstädter. „Sobald die erste Digitalkamera auf dem Markt war, musste ich das haben.“ Inzwischen zählt auch eine Drohne samt Kamera zu seinem Equipment.

Aufnahmen auf Augenhöhe

Nun also war Schmärings Ausrüstung im Auftrag der Pfarrgemeinde gefragt. Ganz wichtig sei das Stativ samt eines Nodalpunktadapters, zählt Schmäring auf. Die eigentlichen Fotos entstanden mit einer Sony 7 M 3-Digitalkamera mit Fisheye-Objektiv. Je Standort habe er vier Bilder gemacht, die dann später in der Nachbearbeitung mit Hilfe entsprechender Software zum Kugelpanorama zusammengefügt werden. Bei den Aufnahmen für den virtuellen Rundgang komme es darauf an, dass die Kamera auf Augenhöhe positioniert ist, also so, wie es der Betrachter später sieht, erläutert Schmäring. Die Aufnahmen machte Schmäring im Frühjahr.

Er habe das „vor Jahren mal irgendwo im Internet gesehen“, erinnert sich Propst Bernd Galluschke. Daraus sei die Idee entstanden, einen virtuellen Rundgang für die Kirche zu machen. Nach der Sanierung des Gotteshauses sollten jetzt jedoch neue Aufnahmen die inzwischen auch überarbeitete Homepage ergänzen. „Nicht alles, was neu ist, ist auch gut“, sagt Galluschke. „Aber ich finde, die Kirche sollte auch neue Medien nutzen, um unserem Verkündigungsauftrag nachzukommen.“

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/9499712.

Der Artikel wurde aktualisiert.

Von Britta Eichner-Ramm

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