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Duderstadt 18. Lanz-Bulldog-Treffen in Werxhausen
Die Region Duderstadt 18. Lanz-Bulldog-Treffen in Werxhausen
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12:00 28.07.2019
Beim Aufladen der Garben: Nikolas Ebert, Julian Kurth und Markus Burchard (v.l.). Quelle: Michael Caspar
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Werxhausen

Getreide für seine Dreschvorführungen hat der Lanz-Bulldog-Club Werxhausen am Wochenende geerntet. Am 31. August und 1. September richtet er sein mittlerweile 18. Lanz-Bulldog- und Oldtimertreffen aus.

Eine Plackerei war die Feldarbeit einst. Die 18 Mitglieder des Lanz-Bulldog-Clubs Werxhausen pflegen die alten, heute fast vergessenen Erntetechniken. „Wir sind fast alle auf dem Bauernhof groß geworden“, erklärt Markus Burchard beim Ernte-Einsatz am Sonnabend.

Binden der Garben

„Die Arbeit war früher anstrengender, verlief aber ruhiger“, ergänzt Julian Kurth aus Bernshausen. Im Schritttempo tuckert der Traktor über das Feld am Ortsrand des 400-Einwohner-Dorfs Werxhausen. Nikolas Ebert steuert den Schlepper. Burchard nimmt die gebundenen Garben, die in einer endlosen Reihe auf dem Boden liegen, mit der Gabel auf und wirft sie oben auf den Anhänger. Kurth fängt sie und legt sie ab.

Früher wurde unreifes Getreide geerntet

Einen mit Weizen bestandenen Morgen Land, 2500 Quadratmeter, hatten andere Mitglieder zuvor gemäht. Das geerntete Getreide war mit dem Abbinder zu Garben gebunden worden. „Früher hätten die Bauern die Garben erst einmal zum Trocknen auf dem Feld aufgestellt“, erläutert Burchard. Damals wurde das Getreide früher als heute geerntet. Anderenfalls wären die reifen Körner aus den Ähren herausgefallen. Nach dem Trocknen lagerten die Bauern die Garben im Dreschschuppen. Gedroschen wurde erst im späten Herbst und im Winter, wenn die Arbeit auf dem Feld getan war.

Siegeszug des Mähdreschers

„Von den 60er-Jahren an setzten sich dann in Deutschland die Mähdrescher durch, die das reife Getreide gleich bei der Ernte droschen“, sagt Burchard. Der Lanz-Bulldog-Club pflegt aber bis heute die Erinnerung an die frühe Zeit der landwirtschaftlichen Mechanisierung. Sie setzte in den späten 1910er-Jahren ein, als Henry Ford den ersten Schlepper auf den Markt brachte, den Fordson. Von ihm sind 700 000 Stück verkauft worden. Der Traktor löste in den folgenden Jahrzehnten die Ackerpferde und Ochsen ab, die Bauern in den Jahrtausenden zuvor bei der Feldarbeit unterstützt hatten.

Lanz Bulldog war einst Marktführer

In Deutschland konnten sich zunächst nur die großen Betriebe Schlepper leisten. Den mit 60 Prozent größten Marktanteil hatten vor dem Zweiten Weltkrieg die Lanz Bulldog der Mannheimer Heinrich Lanz AG. Jeder Dorfschmied konnte sie reparieren. Sie kamen sogar ohne Anlasser aus. Gestartet wurden sie mit der Heizlampe. Von den späten 50er-Jahren an setzte sich dann der Traktor in den Bundesrepublik flächendeckend durch. Mit der Mechanisierung wurden die von einem Bauern bewirtschafteten Flächen immer größer. Die Zahl der Betriebe ging entsprechend zurück.

Elektronik macht den Schrauber überflüssig

In den 90er-Jahren hielt bei den Traktoren – ähnlich wie bei den Autos – die Elektronik Einzug. Ist heute etwas kaputt, wird der Fehler elektronisch ausgelesen, das defekte Bauteil ausgetauscht. „Bei den alten Schleppern muss man den Fehler noch selbst suchen“, beschreibt Kurth seine Faszination für die frühen Trecker-Generationen. Kaputte Teile lassen sich mit der Hand reparieren. Das verlangt Geschick und genaue Kenntnisse der Mechanik. Beim Lanz-Bulldog-Club wird beides in Ehren gehalten.

Einst wurde das geerntete Getreide zu Garben gebunden: Diese Aufgabe leistete der vom Traktor gezogene Abbinder. Quelle: Michael Caspar

Auch die junge Generation macht mit. „Mein Bruder und ich haben uns einem Bungartz gekauft“, erzählt Ebert. 1969 ist der Schlepper gebaut worden, 13 PS hat er. Conrad Ebert leitet den Verein, der 1983 gegründet worden ist. Alle zwei Jahre organisieren die Mitglieder das Lanz-Bulldog- und Oldtimertreffen. 130 Helfer fassen mit an, das ganz Dorf unterstützt das Event. 450 Traktoren und Landmaschinen gibt es dann auf dem Feld beim Werxhäuser Sportplatz zu sehen. Für Kinder gibt es ein eigenes Programm.

Programm des 18. Lanz-Bulldog-Treffens

Das 18. Lanz-Bulldog- und Oldtimertreffen, das größte Treffen historischer Landmaschinen im Eichsfeld, findet am Sonnabend und Sonntag, 31. August bis 1. September, im Duderstädter Ortsteil Werxhausen rund um Sportplatz und Feldscheune statt. Der Weg ist jeweils vom Ortseingang aus ausgeschildert. Enthusiasten des örtlichen Lanz-Bulldog-Clubs – Motto: „Ein Schlepper kann nicht einzylindrig genug sein!“ – zeigen das Wochenende über fast vergessene Erntetechniken. Am Sonnabend, 31. August, gibt es um 12 und um 14 Uhr Dresch- und um 15 Uhr Pflugvorführungen. Um 16 Uhr startet eine Ausfahrt der Traktoren. Der gemütliche Abend in der Feldscheune beginnt um 18 Uhr. Am Sonntag, 1. September, wird von 7 bis 9 Uhr in der Feldscheune gefrühstückt. Ein Feldgottesdienst beginnt um 9 Uhr. Um 10 Uhr erfolgt die offizielle Begrüßung der Teilnehmer. Um 10.30 Uhr startet das sogenannte „Wettanheizen“ der Bulldogs. Es folgen Vorführungen: 11 Uhr Pflügen, 12 Uhr Dreschen, 13 Uhr Schleppen und um 14 Uhr noch einmal Dreschen.

Von Michael Caspar

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