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Duderstadt Gläubige zelebrieren mit Götz
Die Region Duderstadt Gläubige zelebrieren mit Götz
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15:30 30.03.2018
Prozession zum Freialtar zur Segnung der Palmzweige.
Prozession zum Freialtar zur Segnung der Palmzweige. Quelle: Niklas Richter
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Germershausen

Augustinerpater Rudolf Götz hat am Sonntag in der Wallfahrtskirche Mariä Verkündigung in Germershausen den Gottesdienst zur Wallfahrtsjahreröffnung zelebriert. Die Gläubigen feierten auch den Palmsonntag und den Beginn der Karwoche.

Götz machte im Gottesdienst „einen Spagat“, wie er selbst sagte: Zum einen feierte er Palmsonntag und zum anderen eröffnete er das Wallfahrtsjahr. Götz erinnerte die Besucher der Wallfahrtskirche zum Palmsonntag an den Einzugs Jesu Christi in Jerusalem. Mit den Gläubigen ging er aus der Kirche heraus, zum Freialtar auf dem parkähnlichen Platz um das Kirchgebäude. Zum Zeichen von Jesus Königtum jubelte das Volk ihm zu und streute ihm Palmzweige vor dem Weg als er auf einem Esel in die Stadt geritten kam. Die Gläubigen in Germershausen bekamen Weidenkätzchenzweige, mit denen sie sich singend auf den Rückweg ins Gotteshaus machten. Der Weg in die Kirche symbolisierte Jesus Einzug in Jerusalem

Die Eröffnung der Wallfahrt liegt am Palmsonntag, damit sie sich nicht mit der Eröffnung der Josef-Wallfahrt in Renshausen überschneidet. „Bei einer Wallfahrt kann man sein persönliches Anliegen vor Gott oder zu Maria bringen. Vielen Leuten fällt es leichter, zu Maria zu sprechen als zu Gott“, sagte Götz. „In der Regel tragen die Leute ihre Sorgen zum Wallfahrtsort“, erläuterte der Augustinerpater. Obwohl es auch schon Kinder-Wallfahrten gab, sind die meisten Wallfahrer ältere Menschen.

Germershausen ist der einzige Marienwallfahrtsort im Bistum Hildesheim. Mehr als 10000 Besucher kommen deswegen pro Jahr in den Ort. Bei der so genannten „großen Wallfahrt“ am ersten Sonntag im Juli treffen sich bis zu 5000 Gläubige beim Gottesdienst auf der Marienwiese. „Da wird dann alles beschallt, und es gibt drei Reihen voller Mikrofone“, sagt Götz. Manche Gläubige lassen in einem Motorradgottesdienst sogar ihr Fahrzeug segnen. Nach gemeinsamer Rundfahrt im Eichsfeld über 100 Kilometern gibt es in Germershausen einen Abschluss mit Bratwurst und Getränk. Die Menschen erhofften sich mehr Kraft und wollten die Verbundenheit durch den christlichen Glauben spüren, sagt Alfons Knöchelmann aus dem Kirchenvorstand der St. Johannes Pfarrgemeinde.

Die Marienverehrung in Germeshausen geht zurück auf eine Sage, nach der ein Schäfer im 15. Jahrhundert ein helles Licht in einem hohlen Weidenbaum gesehen haben will. Am nächsten Tag fand er an dieser Stelle das Gnadenbild. Der Fundort lag in einer Wiese, die oft überschwemmt wurde. Darum entschlossen sich die Bewohner Germershausens an einem höher gelegenen Ort eine Kapelle zu errichten. Dieser Ort am Verbindungsweg nach Seulingen wird auch heute noch „Kirchberg“ genannt. Doch das bereitgestellte Baumaterial verschwand immer wieder über Nacht und fand sich in der Wiese wieder, wo das Gnadenbild gefunden wurde. In einer Nacht wollen Männer gesehen haben, wie eine „weiß gekleidete Frau“ das Baumaterial an einem Band in die Wiese zog. Vor mehr als 300 Jahren entwickelte sich dann eine rege Wallfahrtstradition. In der Wiese steht inzwischen die Wallfahrtskirche, und das Gnadenbild wird noch heute verehrt. Nachdem das Wallfahrtjahr am letzten Sonntag im März eröffnet ist, folgen die Frauenwallfahrt am ersten Sonntag im Mai, die „Große Wallfahrt“ und am ersten Sonntag im September die Männerwallfahrt.

Von Julian Habermann

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