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Duderstadt Wallfahrtskapelle auf dem Höherberg umgestaltet
Die Region Duderstadt Wallfahrtskapelle auf dem Höherberg umgestaltet
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21:07 28.04.2014
„Nicht mehr so bunt“. Decken und Wände der Wallfahrtskapelle auf dem Höherberg sind jetzt einheitlich in hellem Farbton gestrichen. Quelle: Richter
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Höherberg

 Auch Pfarrer Matthias Kaminski ist neugierig – eher aber auf die Reaktionen der Gläubigen, die den Höherberg regelmäßig besuchen und zur Wallfahrtseröffnung am 1. Mai erstmals die Veränderungen erleben werden.

„Die Kapelle ist nicht mehr so bunt“, berichtet der Pfarrer, denn das erste, das den Besuchern beim Betreten der Kapelle auffallen wird, ist die helle Farbe, in der Wände und Decke jetzt gestrichen sind. Auch die neuen Bänke bieten nun ein einheitliches Bild. „Vorher war auch hier alles bunt zusammengewürfelt“, so Kaminski weiter.

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Doch neben diesen offensichtlichen Dingen gibt es viele weitere Veränderungen zu entdecken. So suchten auch die Augen von Marlies Haseler das Bild der 14 Nothelfer, das oberhalb des Bogens über dem Durchgang zum Altarraum hing. Hier hat das große Kreuz mit dem Christuskorpus aus dem 19. Jahrhundert einen neuen Platz gefunden. „So begrüßt Jesus die Besucher und scheint zu sagen: Kommt zu mir“, erklärt der Pfarrer.

Eichenplatte umrahmt ursprünglichen Reliquienstein

Das aufgearbeitete Bild hingegen, das ursprünglich draußen im Klus und später über dem Altar hing, kann jetzt auf der rechten Seite neben dem Ausgang  von den Besuchern viel besser betrachtet werden. Als optischer Gegenpart auf der linken Seite des Ausgangs wurde eine Pietà aus der Sakristei von St. Georg in Wollbrandshausen aufgestellt – eingerahmt in den Hintergrund, der zuvor den Abschluss über dem Altar gebildet hatte.

Im 1856 errichteten Altarraum, dem zunächst einzigen Gebäudeteil der Kapelle, gab es ebenfalls Veränderungen. So haben die Arbeiter den ursprünglichen Steinaltar freigelegt. Dieser Altar fristete in den vergangenen Jahrzehnten sein Dasein hinter einer Fichtenholzabdeckung. Oben auf den Sandsteinen umrahmt nun eine Eichenplatte den ursprünglichen Reliquienstein.

Unter dem Reliquienstein entdeckten die Arbeiter ein in Sütterlin verfasstes Schreiben vom 18. Juni 1932, in dem Dechant Karl Neisen  von früheren Umbauarbeiten berichtet: „Im Juni 1932 wurde dieser Altar von der Ostwand nach hier zurückversetzt, um hinter ihm eine Sakristei zu gewinnen, von der eine Tür ins Freie führt. Der Altar wurde dann eine Stufe erhöht und die Kommunionbank zurückgesetzt.“

Nothelfer kommen besser zur Geltung

Oben auf dem Altar steht ein neuer Tabernakel – ebenfalls aus der Kirche St. Georg, wo er in seiner silbernen Ausführung nicht zu dem barocken Hochaltar passte. Darüber sitzt seit den 90er-Jahren ein Jesuskind, das seinerzeit in Oberammergau angefertigt wurde. Und auch die 14 Nothelfer haben zum Teil neue Plätze bekommen.

Standen sie vormals komplett im Altarraum, so wurden St. Christophorus, die Hl. Katharina, der Hl. Cyriakus und St. Blasius außerhalb des Altarraums links und rechts vom Durchgang aufgestellt. „So kommen die einzelnen Nothelfer besser zur Geltung“, erklärt der Pfarrer. „Einige Leute hatten vorher sogar gesagt, sie würden so gedrängt stehen, als würden sie an einer Bushaltestelle warten.“

Dem aufmerksamen Betrachter fallen sicher auch die weiteren Veränderungen auf, denen die Kapelle unterzogen wurde, wie die neuen Fensterscheiben und die verlängerte Stufe am Beginn des Altarraums, damit das Rednerpult von allen Plätzen gut zu sehen ist. „Die Kapelle hat durch die Arbeiten noch einmal gewonnen“, gibt Marlies Haseler dem Pfarrer ein erstes positives Urteil.

„Aber die Menschen sind auch vorher schon von überall hierher gekommen. Der Höherberg ist einfach ein besonderer Ort. Von hier oben hat man einen außergewöhnlichen Blick auf die Natur und die Dörfer.“

Von Rüdiger Franke