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Duderstadt Wallrunde mit Widera in Duderstadt
Die Region Duderstadt Wallrunde mit Widera in Duderstadt
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23:52 29.07.2015
Von Kuno Mahnkopf
Mitglieder der CDU bei Wallrunde.
Mitglieder der CDU bei Wallrunde. Quelle: EF
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Duderstadt

Befestigungsanlage, Promenade, bis vor einigen Jahren Naturdenkmal, Jogger-Strecke, Rückzugsraum, Erholungsort.  Der Duderstädter Wall hat eine bewegte Geschichte. Und sorgt immer wieder für Diskussionen – sei es durch Kunstaktionen, Sturmschäden, Gestaltungs- und Sicherheitsfragen, Mottenfraß, Wallaufgänge oder -durchbrüche, Pflege- oder Pflanzkonzepte. Der 3,3 Kilometer lange Wall  wurde seit 1720 bepflanzt, seine Krone wird von so vielen Bäumen gesäumt, wie das Jahr Tage hat. 75 Prozent der Promenadenbäume sind Linden, ein Viertel Kastanien. Viele Bäume sind überaltert, Jahr für Jahr müssen einzelne Exemplare durch Nachpflanzungen ersetzt werden. Der Anteil der von der Miniermotte befallenen Kastanien sinkt, als Ersatz werden Linden gepflanzt – eine Aktion, an der sich die Schützen mit ihren Königslinden beteiligen.

 
Beim Rundgang mit den Kommunalpolitikern ging es um den Umgang mit Totholz, Sichtlücken und Blickachsen,  Eigentumsverhältnisse, Verkehrssicherungspflicht und Auslichtung junger Baumarten, die sich durch Sukzession ausbreiten. Der Wall sei bewusst als Promenadenweg bepflanzt worden, um Blicke auf die Altstadt zu ermöglichen, sagte Widera. Auf privat gepflanzte Bäume angrenzender Grundstücke habe man aber keinen Einfluss. Rückschnitte auf dem Wall sorgten immer wieder auch für Kritik, die Natur erobere die Lücken aber zurück. Der Weg werde von Ästen freigehalten, die herabfallen könnten, absolute Sicherheit gebe es aber nicht. Bei Sturm werde deshalb davor gewarnt, den Wall zu betreten. Abfalleimer an den Bänken seien schon vor Jahren abgeschafft worden, da sie für Vandalismus anfällig seien und kaum genutzt würden. Widera informierte über Starkäste und Schnitttechniken, die Beseitigung von Sturmschäden und normgerechte Treppengeländer.

 
Erneuert werden muss die marode Treppe an der Familienbildungsstätte. Die CDU-Politiker bekräftigten ihre Ablehnung eines Walldurchbruchs in diesem Bereich aus technischen, finanziellen und Sicherheitsgründen. Viel Lob gab es für die Arbeit des Bauhofs, Thomas Rössing-Schmalbach stellte Arbeitseinsätze von Ortsratsmitgliedern zur Auslichtung des Unterholzes in Aussicht. Widera unterstrich die Notwendigkeit, junge Baumarten zu entfernen: „Sonst haben wir Wald statt Wall.“