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Duderstadt Was halten die Eichsfelder vom Veggie-Day?
Die Region Duderstadt Was halten die Eichsfelder vom Veggie-Day?
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21:02 06.08.2013
Von Kuno Mahnkopf
Begrüßt die Einführung eines Vegetarier-Tages: Melanie Woltermann (32), Einzelhandelskauffrau im Duderstädter Bio-Laden Lebenskunst und Veganerin. Quelle: Thiele
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Eichsfeld

Für Diskussionen sorgt der Vorstoß der Grünen, einen wöchentlichen Gemüsetag in allen öffentlichen Kantinen einzuführen. Der Veggie-Day soll auch dazu dienen, auf die weltweiten Folgen der Fleischproduktion für die Umwelt hinzuweisen.

Der Göttinger Kreistag hat sich bereits im Juni dafür ausgesprochen, verbindlich mindestens einen vegetarischen Tag pro Woche in den  Schulmensen und Kantinen im Landkreis  einzuführen. Wie halten es die Verbraucher mit dem Fleisch, was halten sie vom Veggie-Day? Eine Umfrage in Duderstadts Innenstadt.

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„Bekennender Fleischfresser“ ist Nik Kahl (25). Von einem vorgegebenen Veggie-Tag – „Zwangsernährung mit Gemüse“ – hält der Musiker aus Herzberg mit Wacken-T-Shirt nichts: „Das sollte jeder selbst entscheiden, ein Veggie-Tag nur freiwillig sein.“

Ein Pop-Eye-T-Shirt mit Spinat-Aufdruck trägt Sven Homann. Der 17-jährige Schüler aus dem Wollershäuser Ortsteil Elbingen ist dennoch kein bekennender Vegetarier, eher ein Flexitarier. Denn er ist bemüht, weniger Fleisch zu essen – „nur nicht gerade in der Grillsaison“.

Luxusproblem

„Warum nicht?“, kommentiert er den Veggie-Day: „Es würde nichts schaden, einmal in der Woche auf Fleisch zu verzichten.“ Jeder solle essen, was er für richtig hält, ergänzt seine Mutter und spricht von einem Luxusproblem.

N. Kahl

Auch die Duderstädter Bäckereifachverkäuferin Nicole Schemschat (39) meint, dass jeder selbst entscheiden sollte, einen Wochentag auf Fleisch zu verzichten oder nicht. Vegetarische Gerichte könnten sehr lecker sein – oftmals fehle aber die Zeit für die Zubereitung.

Eberhard Werner (66) ist Lehrer an der Pestalozzischule, in deren Mensa es schon lange einmal wöchentlich ein vegetarisches Gericht gibt. Das diene der Gesundheit der Schüler und schärfe das Ernährungsbewusstsein.

S. Homann

Kann nicht schaden

„Früher gab es nur einmal die Woche Fleisch“, erinnert sich Hildegard Hromada (78) aus Heiligenstadt mit einem Schmunzeln und zeigt sich aufgeschlossen gegenüber einem Vegetarier-Tag: „Das trägt vielleicht dazu bei, dass es noch mehr Vegetarier gibt – und das kann ja nicht schaden.“

Anders als an den weiterführenden Schulen in Trägerschaft des Kreises gibt es für die Grundschulen mit Ganztagsbetreuung im Eichsfeld keine verbindliche Vorgabe von Stadt und Samtgemeinde als Schulträger.

N. Schemschat

Die Grundschulen hätten keine eigenen Kantinen, die Mensen würden von einem Catering-Service beliefert, teilt Bettina Steinmetz von der Stadt Duderstadt mit. Welches Essen geliefert werde, obliege der Eigenverantwortung der Schulen.

E. Werner

Andere Alternativen?

Keine Probleme mit einem Veggie-Day hätte Olaf Dietrich, Sprecher der Bundespolizeiabteilung Duderstadt. Nicht nur in der Kantine gebe es bereits mehrere – auch vegetarische – Wahlmöglichkeiten, sondern auf Anzeige auch vegetarische und sogar vegane Gerichte als Bordverpflegung bei Einsätzen.

H. Hromada

Im katholischen St.-Martini-Krankenhaus gibt es freitags ohnehin kein Fleisch – nur Fisch. Durchgehend wird dort immer auch eine vegetarische Essensalternative angeboten.

Und vielleicht gibt es in Zukunft ja auch noch andere Alternativen: Professor Mark Post von der Uni Maastricht hat aus Stammzellen einer toten Kuh neues Fleisch gezüchtet. Guten Appetit!

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