Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt So blinken und leuchten die Häuser in und um Göttingen
Die Region Duderstadt So blinken und leuchten die Häuser in und um Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:57 13.12.2019
Weihnachts-Wunderland im Garten der Brüder Wunder in Bilshausen Quelle: Kuno Mahnkopf
Anzeige
Göttingen

Die einen halten sich dezent zurück, stellen allenfalls eine Kerzen-Pyramide ins Fenster oder installieren einen Herrnhuter Stern über der Haustür, die anderen fahren das volle Programm: In fast jedem Dorf im Landkreis gibt es einige Häuser und Gärten, deren Eigentümer bei der Weihnachtsbeleuchtung keine Grenzen kennen, sich mit viel Aufwand amerikanischen Verhältnissen annähern. Anders als beim Feuerwerk ist die Klimaschutz-Debatte beim strahlenden Weihnachtsbrauchtum noch nicht angekommen. Das steht schon aufgrund der Energieeinsparung durch die LED-Technik nicht in Frage, die die Illuminationsinflation vorantreibt.

Beleuchtete Häuser und Gärten in Stadt und Landkreis Göttingen

Mit dem Siegeszug der LED-Technik scheint die Lust am Leuchten zu wachsen. Immer häufiger bringen bombastische Installationen Licht in die dunkle Jahreszeit, sorgen bei vorbeifahrenden Autofahrern für Begeisterung und Festtagseuphorie oder aber für Kopfschütteln über kitschige Beleuchtungsexzesse: Funkelnde Eiskristalle, beleuchtete Riesen-Pinguine, bewegte Projektionen, Rentiere mit blinkenden Geweihen, strahlende Weihnachtsmänner in allen Variationen, Lichterketten, wohin das Auge blickt.

Immer wieder nachgelegt

Zu den Beleuchtungsfans gehören die Brüder Wunder in Bilshausen, die ihren Garten seit Jahren in ein Weihnachtswunderland verwandeln und immer wieder nachlegen. Der 40 Jahre alte Ahornbaum gleicht einem kunterbunten Ufo, auf dem Rasen steht ein Weihnachtszug, Weihnachtsmänner erklimmen beleuchtete Leitern, sitzen in Schlitten oder winken Passanten zu. „Angefangen hat alles vor fast 20 Jahren mit einer kleinen Lichterkette am Haustürgeländer“, erzählt Klaus Wunder: „Als nächstes kamen die Dachtraufen an die Reihe, dann das Carport.“

Inzwischen wird der ganze Garten verkabelt. Mit seinem zehn Jahre älteren Bruder hat der 56-jährige Mitarbeiter der Jacobi-Tonziegelwerke fast zwei Kilometer Leitungen verlegt, etwa 20 Figuren aufgebaut und diverse Lichterketten mit etwa 10000 Birnen installiert, abgesichert durch fünf Sicherungen und drei zentrale Anschlussstellen. „In der Weihnachtszeit muss es leuchten“, sagt Wunder und räumt einen gewissen Suchtcharakter ein: „Wenn man erstmal anfängt, kann man nicht mehr aufhören.“

Suchtfaktor wie bei Tätowierungen

Ähnlich geht es manchen Menschen mit Tätowierungen. Die können allerdings nicht so schnell wieder beseitigt werden. Ihre Zeit braucht aber auch die Weihnachtsdeko. Jeweils zwei bis drei Tage benötigen die beiden Brüder für Auf- und Abbau: „Wir fangen immer eine Woche vor dem ersten Advent an, bei Schnee und Frost lassen wir den Dekoration auch schon mal über Mariä Lichtmess stehen.“

Einige Lichterketten sind noch herkömmlich, andere basieren auf LED-Technik. Die Stromkosten für die Weihnachtsbeleuchtung schätzt Wunder auf etwa 160 Euro – „soviel wie der Jahresverbrauch für ein größeres Aquarium.“

Beleuchtete Ente vor dem Citroen-Autohaus Rolf. Quelle: Peter Heller

„Der Verbrauch ist geringer als viele meinen“, sagt der Seeburger Hans-Jürgen „Hansi“ Buch: „Das Rädchen am Zähler dreht sich nicht viel schneller als sonst.“ Der 55-Jährige dekoriert seit Jahren mit hohem Aufwand Haus und Garten am Ortsausgang in Richtung Wollbrandshausen, bevorzugt warmweißes LED-Licht. Als Besonderheit kommt hinzu, dass er sein Haus im Maßstab 1:50 nachgebaut hat und das zugleich als Pumpenhaus für die Zisterne dienende Modell ebenfalls beleuchtet. Auch das Vogelhäuschen ist ein Modell des Wohnhauses, wird aber nicht mehr beleuchtet, um die Vögel nicht zu verwirren.

Wie kreisende Vögel wirken animierte Beleuchtungen und bewegte Figuren, die an Hauswände projiziert werden – ob im Eichsfeld oder in Elliehausen. Auch Gewerbebetriebe mischen mit. Ein Beispiel ist das Göttinger Citroen-Autohaus Rolf. Dort wird schon seit Jahren im Advent eine Ente mit Lichtschläuchen dekoriert, inspiriert von den Coca-Cola-Trucks.

Stromverbrauch bleibt im grünen Bereich

Wer nicht gerade im Übermaß technisch veraltete Lichterketten einsetzt, muss um die Stromrechnung nicht bangen. Durch die LED-Technik habe sich der Stromverbrauch in der Weihnachtszeit reduziert, sagt Bernward Schütte, Prokurist der Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungs-GmbH: „Der Zusatzverbrauch ist verschwindend gering geworden. Wenn beispielsweise in der Duderstädter Innenstadt die Lichterketten mit je 15 Watt angeschaltet werden, ist das bei der Netzbeobachtung kaum wahrnehmbar.“ Auch in Spitzenzeiten bleibe man im untersten einstelligen Prozentbereich: „Beleuchtungskosten spielen nicht mehr die Rolle wie früher.“ Das bestätigt auch Sandra Hübner von Energienetz Mitte. Der Stromverbrauch sei in der dunklen und kälteren Jahreszeit grundsätzlich höher als im Sommer, die Weihnachtsbeleuchtung führe aber nicht zu einer signifikant höheren Belastung der Stromnetze.

Lesen Sie auch:

Von Kuno Mahnkopf

Voraussichtlich 2022 soll der Radweg von Duderstadt über Breitenberg nach Hilkerode gebaut werden. Zurzeit stehen noch drei unterschiedliche Varianten der Streckenführung zur Wahl.

13.12.2019

Nach einem schweren Fall von Tierquälerei sucht die Polizei nach Hinweisen auf den oder die Täter. Verstümmelungen an Ohren und Schwanz sind nicht das einzige, was die jungen Katzen ertragen mussten.

13.12.2019

Für das Doppelprojekt im Rahmen des Förderprogramms der Dorfentwicklung Westeröder sind die Förderanträge gestellt worden. Ortsbürgermeister Vollmer berichtete im Ortsrat über den Sachstand.

13.12.2019