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Duderstadt Wenn EC-Karten im Urlaub Probleme machen
Die Region Duderstadt Wenn EC-Karten im Urlaub Probleme machen
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18:05 17.07.2011
Geld im Urlaub: Wer sichergehen will, dass es nicht zur Neige geht, sollte sich vorab über die Einsetzbarkeit der EC-Karte informieren.
Geld im Urlaub: Wer sichergehen will, dass es nicht zur Neige geht, sollte sich vorab über die Einsetzbarkeit der EC-Karte informieren. Quelle: Thiele
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Ohne Kreditkarte oder Reiseschecks entwickelte sich der lang ersehnte Jahresurlaub zur nervlichen Zerreißprobe. So wie ihr könnte es auch anderen Urlaubern aus dem Eichsfeld mit fernen Reisezielen gehen, denn aufgrund neuer Sicherheitstechnik sind die Karten mancher Banken außerhalb Europas eingeschränkt nutzbar oder bedürfen einer vorherigen Freischaltung. Grund ist die Ausweitung des sogenannten Skimmings, des Ausspähens von Kartendaten und Pin, über die dann Geld vom Konto des Betroffenen abgebucht wird. Diese Art des Betrugs ist an Automaten im außereuropäischen Ausland einfacher. Verbraucher sollten sich vor Antritt der Reise bei ihrer Bank erkundigen, inwieweit sie die EC-Karte nutzen können.

Problematisch ist dies beispielsweise für Kunden der Postbank, die bereits die neueste Kartengeneration, die sogenannte Vpay-Karte, ihr Eigen nennen. Wie insgesamt vier Millionen Deutsche mit dieser neuen EC-Karte stehen sie außerhalb Europas auf dem Geld-Schlauch – zugunsten der Sicherheit. Das betrifft auch die Kunden der Volksbank Mitte. Sprecherin Cornelia Kurth-Scharf erklärt, dass im europäischen Ausland sowohl Verfügungen am Geldautomaten als auch das Bezahlen an Tankstellen und im Einzelhandel möglich seien – jedoch auch mit Ausnahmen. „Wir empfehlen allen Kunden sich vor dem Urlaub über die Zahlungsmodalitäten des Urlaubslandes zu informieren.“ Die Sicherheit bei Kartenzahlungen habe gerade im Urlaub oberste Priorität. Deshalb setze man im außereuropäischen Ausland auf Kreditkarten, Zahlungen mit EC-Karte sind nicht möglich.

Grund für die fehlende Verwendungsmöglichkeit ist die „EMV“-Technik, die 2011 in Europa eingeführt wurde. Hier wird für Bezahlvorgänge mit Karte der Chip auf der Oberseite statt des Magnetstreifens genutzt – das verspricht erhöhte Sicherheit. „In Ländern außerhalb Europas wird dieses Verfahren nicht eingesetzt“, sagt Kurth-Scharf. Hier seien die anfälligeren Magnetstreifen-basierten Transaktionen noch Standard.

Die Sparkasse Duderstadt hingegen beschränkt den Einsatz ihrer EC-Karten auch jenseits von Europa bislang nicht. Zwar nutze man innerhalb des europäischen Zahlungsraumes den Karten-Chip, doch auch die Magnetstreifen seien weiter funktionsfähig, sagt Sprecherin Marina Lühmann. „Wir hatten bisher keine großen Probleme mit Skimming“, erklärt sie das Vorgehen der Sparkasse.

Wieder anders geht die Deutsche Bank (sowie die Direktbank-Tochter Norisbank) mit der erhöhten Gefahr um: Sie hat gleich ein „Null-Limit“ für das außereuropäische Ausland eingeführt. Das heißt: Es gibt kein Geld – es sei denn, das Konto wurde eigens freigeschaltet.

Wer auf Nummer sicher gehen will, damit er weder in Thailand, der Türkei oder auf Tobago ohne Bargeld dasteht, sollte sich also bei seiner Bank informieren und zusätzlich auf Kreditkarte oder Reiseschecks setzen. Diese Verteilung auf verschiedene Zahlungsmittel empfehlen ohnehin alle Banken. Damit der Urlaub auch dann nicht ins Wasser fällt, wenn das Portmonee ganz verloren geht.

Von Erik Westermann