Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Westerode drängt auf Sanierung der Mehrzweckhalle
Die Region Duderstadt Westerode drängt auf Sanierung der Mehrzweckhalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
07:00 15.08.2018
Westerodes Ortsbürgermeister Bernward Vollmer am Eingang zur sanierungsbedürftigen Mehrzweckhalle. Quelle: Eichner-Ramm
Anzeige
Westerode

Das Hauptaugenmerk legt der Ortsrat Westerode bei seinen Wünschen an die Dorfentwicklung auf die Sanierung der Mehrzweckhalle, „damit wir ein zukunftsfähiges Angebot für die Bevölkerung erhalten können“, erklärt Ortsbürgermeister Bernward Vollmer (CDU). Angetreten waren die Westeröder zu Beginn des Förderprogramms indes mit verschiedenen Projekten – unter anderem mit der sogenannten „Achse des sozialen Lebens“. Unter diesem Titel sollten Kirche, Kindergarten und Mehrzweckgebäude räumlich nachvollziehbar miteinander verbunden werden. Dafür sollte das Grundstück an der Westeröder Straße 20 mit genutzt werden, um Erweiterungsfläche für den Kindergarten zu gewinnen, erläutert Rudolf Wengerek bei der Stadt Duderstadt für die Stadtplanung zuständig. Allerdings sei es derzeit nicht möglich, die Immobilie zu erwerben, sagen Vollmer und Wengerek.

„Stärkung des dörflichen Charakters der Ortsdurchfahrt“ – unter diesen ursprünglichen Arbeitstitel des zweiten Projektes im Förderprogramm fällt unter anderem die vom Ortsrat inzwischen ausgeführte Neugestaltung des Eulenbrunnens. Wie der Ortsbürgermeister weiter berichtet, sollten darüber hinaus Überlegungen angestellt werden, wie das Gebäude Westeröder Straße 10 genutzt werden könnte. Der Fachwerkbau im städtischen Besitz, in dem sich einst die zweitälteste Gaststätte des Ortes und zeitweise auch das Gemeindebüro befand, ist mit der Mehrzweckhalle verbunden. Es steht größtenteils leer, nur der Männergesangverein nutzte einen Raum im Erdgeschoss als Archiv und Besprechungszimmer, so Vollmer.

Anzeige

Der bauliche Zustand des Hauses – es ist als Einzeldenkmal eingestuft – sei erst bei einer Begehung im April als „sehr schlecht“ eingestuft worden, berichtete die Verwaltung wenig später im Ortsrat. Es müsste komplett saniert werden, fasst Vollmer zusammen, Elektro-, Wasser- und Heizung müssten erneuert und energetische Aspekte berücksichtigt werden. Außerdem stünden die Themen Barrierefreiheit und Rettungswege im Raum. Kurzum würde es „extrem kostenintensiv“ ausfallen, wollte man das Haus wieder nutzbar machen. Vollmer geht von einem mindestens siebenstelligen Investitionsvolumen aus. Ein Nutzungskonzept wäre dem Ortsbürgermeister zufolge der nächste Schritt, um die Maßnahme als Projekt im Rahmen der Dorferneuerung anzumelden. Aber, so sagt er auch, der Ortsrat richte seine Prioritäten auf die Sanierung der Mehrzweckhalle.

Diese sei für Westerode kultureller und sozialer Mittelpunkt und werde viel genutzt – unter anderem von Kindergarten als Bewegungsraum, von der örtlichen Damen- und Herrengymnastikgruppe, von den Tischtennisspielern, vom Damengesangverein von der Step-Aerobic und auch vom Westeröder Carneval Club und seinen vier Prinzengarden, zählt Vollmer einige Beispiele auf. Die zentrale Forderung, die Halle zu sanieren, habe der Ortsrat in seiner jüngsten Sitzung im April bekräftigt, so Vollmer. Dazu solle die Verwaltung ein Konzept erarbeiten lassen, das sowohl die notwendigen Arbeiten aufführt, als auch Aussagen zu Statik und Kosten beinhaltet. Dann könnte Westerode die Hallensanierung im kommenden Jahr als Dorferneuerungsprojekt anmelden. Stadtplaner Wengerek sagt dazu, dass das Ganze immer unter Finanzierungsvorbehalt stehe und die Stadt 37 Prozent der Kosten aus eigener Tasche finanzieren müsse.

Unabhängig davon weist Wengerek private Gebäudeeigentümer darauf hin, dass sie die Möglichkeiten der Dorferneuerung nutzen könnten. Bisher seien im Jahr 2017 zwei private Vorhaben beantragt und auch bewilligt worden. Und Vollmer berichtet davon, dass die Kirchengemeinde St. Johannis die Sanierung der Friedhofsmauer mit Hilfe des Fördertopfes umsetzen wolle.

Fördermöglichkeiten für sechs Dörfer

Breitenberg, Gerblingerode, Hilkerode, Immingerode, Tiftlingerode und Westerode – das sind die sechs Dörfer, die als „Dorfregion Duderstädter Dörfer“ 2014 in das Förderprogramm Dorfentwicklung des Landes Niedersachsen aufgenommen wurden. Ziel des Programms ist es, die Lebensqualität in ländlichen Räumen zu erhalten und zu verbessern. Dazu sollen Geheimschaftseinrichtungen und Nahversorgung aber auch Orstbild und Dorfcharakter im Mittelpunkt stehen. Gefördert werden können private Vorhaben mit bis zu 30 Prozent, wobei immer im Einzelfall geprüft wird, ob die Kriterien der sogenannten ZILE-Richtlinie (ZILE = Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung) erfüllt werden. Eigentümer älterer Gebäude oder früher landwirtschaftlich genutzter Immobilien, die saniert oder umgenutzt werden sollen, können sich unverbindlich und kostenlos vom Fachdienst Stadtplanung der Stadt Duderstadt beraten lassen – Kontakt: Anna-Lena Karnbach, Telefon 05527/841-140, E-Mail: a.karnbach@duderstadt.de.

Einmal im Jahr, im September, können Förderanträge über das Amt für Regionale Landesentwicklung gestellt werden. Insgesamt wurden bisher in der Dorfregion Duderstädter Dörfer 92 Beratungsgespräche geführt. 24 Anträge von Privatpersonen gestellt, 18 davon wurden bewilligt, vier abgelehnt und zwei zurückgezogen (Stand Ende Juli 2018). Das Förderprogramm zur Dorferneuerung läuft voraussichtlich noch bis zum Jahr 2022, letztmöglicher Termin für einen privaten Förderantrag ist der 15. September 2022.

Mehr zum Thema Dorferneuerung:

Immingerode kann Projekt Glaubensspuren umsetzen

Von Britta Eichner-Ramm

Duderstadt Autofahrer übersieht Fußgänger - Mit Sprung auf Bürgersteig gerettet
14.08.2018
Duderstadt Präventionsarbeit in Duderstadt - Casting für neuen „Schutzengel“-Film
14.08.2018
Anzeige