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Duderstadt „Da lacht schon die ganze Region“
Die Region Duderstadt „Da lacht schon die ganze Region“
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15:51 21.12.2018
Beim Feuerwehreinsatz Anfang Dezember in Westerode kam das Löschwasser nicht aus dem neuen Feuerwehrfahrzeug sondern vom Hydranten. Quelle: R
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Westerode

 Ähnlich wie in Westerode sieht die Situation bei den Ortsfeuerwehren in Hilkerode und in Duderstadt aus. Schon während der Fachausschusssitzung des Duderstädter Stadtrates Anfang Dezember war hitzig über das Thema debattiert worden. Jetzt kam die Situation auch im Ortsrat Westerode zur Sprache. Die Ortsräte ärgerten sich vor allem darüber, dass das neue Fahrzeug der Ortsfeuerwehr Westerode etwa „15 Monate nach seiner Anschaffung noch immer in einem Zelt steht“, so Stefan Schindler (Gruppe WDB/Rittmeier). Er forderte, dass Abhilfe geschaffen werden müsse. „Darüber lacht sich schon die ganze Region kaputt“, sagte er. Und auch Michael Rust (CDU) konnte seinen Ärger über die Verzögerungen seitens Politik und Verwaltung kaum bremsen: „Für etwas, was wichtig ist, gibt es keine Zusage.“

Ärger über Verzögerungen

 Neues konnten zuvor nämlich weder Ortsbürgermeister Bernward Vollmer (CDU) noch der Leiter des städtischen Bauamtes, Johannes Bönig, beim Sachstandsbericht zum Bau des Feuerwehrgerätehauses berichten. Entwürfe lägen zwar vor, ebenso eine Kostenschätzung über 670000 Euro, berichtete Vollmer. Allerdings müsse zunächst der Bauausschuss über das Projekt beraten. Und vor allem müssten die Mittel im Haushalt eingeplant werden, was angesichts der Finanzlage der Stadt aber alles andere als sicher sei.

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Es wird Prioritäten geben müssen

Vollmer erinnerte an die Ausführungen des stellvertretenden Stadtbrandmeisters Stephan Napp, der davon sprach, dass es im kommenden Jahr vier neue Fahrzeuge gebe, die nicht in die vorhandenen Häuser passten. Allein für die Gerätehäuser in Hilkerode und Westerode sei mit einer Investition von rund 1,4 Millionen Euro zu rechnen. „Es wird eine Priorisierung von Maß erfolgen müssen“, meinte Vollmer. Der Ortsbürgermeister führte aus, dass man seitens der Feuerwehr nicht bereit gewesen sei, erst Fahrzeuge zu beschaffen, wenn die baulichen Voraussetzungen gegeben seien. Das sollte mit Überarbeitung des Feuerwehrbedarfsplans geändert werden.

Frostgefahr: Fahrzeug nur bedingt einsetzbar

Da das Feuerwehrfahrzeug, ein sogenanntes Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W), nur durch ein Zelt geschützt im Freien steht, ist es in den Wintermonaten auch nur bedingt einsatzbereit. Grund: Wegen Frostgefahr wurde das Löschwasser aus dem Fahrzeugtank abgelassen, um Beschädigungen am Fahrzeug zu vermeiden. Die Folge: Das TSF-W ist, wie Stadtbrandmeister und Westerodes Ortsbrandmeister Kai Walter auf Nachfrage bestätigt, „nur bedingt einsatzbereit. Bei einem Kellerbrand Anfang Dezember erst musste die Ortsfeuerwehr Westerode das Löschwasser aus dem Hydranken holen. Ein solcher Zeitverzug von bis zu fünf Minuten könnte „bei kritischen Bränden“, etwa wenn Menschenleben in Gefahr seien, entscheidend sein, so Walter.

„Das ist dauerhaft kein tragbarer Zustand“, machte der Stadtbrandmeister auf Nachfrage klar und hofft, dass die finanziellen Mittel aufgebracht werden, um die Gerätehäuser dauerhaft entsprechend herzurichten. Während der Ortsratssitzung Anfang der Woche brachte der Bauamtsleiter die Situation auf den Punkt: „Es wird deutlich, dass das Geld nur einmal ausgegeben werden kann und der Rat über die Prioritäten entscheiden muss“. Da Hilkerodes Gerätehaus schon vor Jahren als das „abgängigste“ eingestuft worden, und auch am Feuerwehrstandort Duderstadt „ein dickes Brett zu bohren“ sei, so Böning weiter, „wird das Fahrzeug in Westerode wohl noch eine Weile im Zelt stehen müssen“.

Von Britta Eichner-Ramm

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