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Duderstadt Präventionsprojekt in Kita Westerode
Die Region Duderstadt Präventionsprojekt in Kita Westerode
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15:31 11.06.2018
Polizist Dierk Falkenhagen zeigt den Kindern aus der Kita Westerode einen Streifenwagen. Quelle: Christina Hinzmann
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Duderstadt

Der Duderstädter Polizist Dierk Falkenhagen führt dazu alljährliche Schulungen für sämtliche Vorschulkinder im Untereichsfeld durch.

„Von Ende April bis Mitte Juni sind die Verkehrssicherheitswochen der Schwerpunkt“, sagt der Duderstädter Kontaktbeamte Falkenhagen zu seiner Arbeit im Themenbereich Prävention. Die Vorschulkinder sollen nicht nur Tipps bekommen, wie sie nach den Sommerferien den Schulweg sicher bewältigen, indem sie zum Beispiel den gelben Fußmarkierungen auf den Bürgersteigen folgen und die Verkehrsregeln beachten. Sie sollen auch Anlaufpunkte kennenlernen, wo sie Hilfe finden, wenn sie in Not geraten. Damit sie dann auch vor der Polizei keine Angst haben, sollen in diesem Zusammenhang gleich vertrauensbildende Maßnahmen geschaffen werden.

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Warnleuchten und Teddybär im Polizeiauto

Der erste Teil des Präventionsprojektes fand im Duderstädter Polizeikommissariat statt. Falkenhagen führte die Kinder in Begleitung der Erzieherin Gabriele Ifland und des angehenden Erziehers Janik Thiele auf die Wache. Dort zeigte er ihnen, wo ein Notruf ankäme, wie eine Gefängniszelle von innen aussieht oder was alles in einem Polizeiauto zu finden ist. Besen und Schaufel, um nach einem Unfall Scherben wegzufegen, Warnleuchten und sogar ein Teddybär kamen aus dem Kofferraum zum Vorschein. „Der Teddy ist zum Trösten da, wenn etwas passiert ist und Kinder mal traurig sind“, erklärte der Polizist.

Vertrauen schaffen und den zukünftigen Schulweg sicher meistern – mit diesen Themen haben sich die Vorschulkinder des Westeröder Kindergartens beschäftigt. Der Duderstädter Polizist Dierk Falkenhagen führt dazu alljährliche Schulungen für sämtliche Vorschulkinder im Untereichsfeld durch.

42 Kelly-Inseln in Duderstadt, 16 in Gieboldehausen

Nach dem Rundgang auf der Wache ging es weiter in die Duderstädter Innenstadt. Dort wurden die Kelly-Inseln aufgesucht. Bei dem Projekt beteiligen sich Einzelhändler und Gewerbetreibende, die ihre Geschäftsräume Kindern als sichere Anlaufstelle in Notsituationen anbieten. Die Hilfestellung reiche vom Pflaster bei kleinen Verletzungen bis zur Kontaktaufnahme mit den Eltern, falls Kinder im Gedränge bei Märkten und Veranstaltungen verloren gingen, erklärt Falkenhagen. „Wenn die Kinder schon früh mit den Kelly-Inseln vertraut gemacht werden, nutzen manche das Angebot auch später als Jugendliche, wenn sie sich gemobbt oder bedroht fühlen“, hat der Polizist festgestellt.

Pflaster gibt es beim Eichsfelder Tageblatt

Auch die Geschäftsstelle des Eichsfelder Tageblatts ist eine Kelly-Insel. Dort wollten die Kinder ausprobieren, ob es mit der Hilfe wirklich funktionieren würde „Ob die überhaupt ein Pflaster haben?“, fragten sie sich. Also gingen sie in Begleitung des Polizisten hinein und baten die Mitarbeiterin Vera Raabe um Hilfe. Die holte tatsächlich ein Pflaster aus dem Verbandskasten hervor. Zur Belohnung für den Mut, fremde Menschen um Hilfe zu fragen, durften sich die Kinder ein Bonbon nehmen. In Duderstadt gibt es zurzeit 42 Kelly-Inseln, nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Märkten außerhalb. In Gieboldehausen stehen 16 Kelly-Inseln zur Verfügung.

„Es ist wichtig, dass die Kinder keine Scheu haben, jemanden um Hilfe zu bitten, und sie sollen auch Vertrauen zur Polizei aufbauen“, erklärt Falkenhagen das Ziel des Projektes, das alljährlich mit allen Vorschulkindern im Untereichsfeld durchgeführt wird. Dabei ginge es nicht nur um die Sicherheit auf Schulwegen, sondern um generelle Verhaltensregeln – auch darum, sich nicht auf Fremde einzulassen, die Adresse der Eltern benennen zu können und notfalls einen Notruf abzusetzen. Und damit sich die Notfallnummer einprägt, bekommen sie die reimende Eselsbrücke für die 110 von Falkenhagen: „Zwei Hühnerbeine und ein Ei – das ist der Ruf der Polizei.“

Von Claudia Nachtwey

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11.06.2018
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