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Duderstadt Pflege von verletzten und kranken Vögeln
Die Region Duderstadt Pflege von verletzten und kranken Vögeln
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13:10 29.12.2017
Magnus Duda, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Wildvogelhilfe Südniedersachsen mit seiner Frau Julia Metternich kümmern sich um hilfsbedürftige Vögel. Mit im Bild, Waldkauz Theo. Quelle: Arne Bänsch
Hilkerode

„Das ist unsere Weihnachtsgeschichte“, sagte Kneip. Den Uhu entdeckte die Familie zufällig. „Bei uns wird eine Straße gebaut und dort schauen lauter Kanalröhren aus der Erde“, berichtete sie. Ihr Vater habe bei einem Familienspaziergang interessiert, wie es in einer solchen Röhre aussehe. Als er in eine willkürlich ausgewählte Röhre reinschaute, sah er am Boden den Vogel. Die Röhre habe einen Durchmesser von etwa 40 Zentimetern gehabt – zu wenig für das Tier, um seine Flügel auszubreiten und herauszufliegen. Der Uhu habe kräftig gefaucht, als er seine Entdecker erblickte. Die Feuerwehr befreite den Vogel mit einem Kescher und Netz aus seiner Gefangenschaft und brachte das geschwächte Tier in die Wildvogelstation nach Hilkerode. Nach drei Tagen konnte er wieder in die Freiheit entlassen werden. Familie Kneip besuchte ihn kurz vorher noch einmal. „Die Kinder wollten sehen, dass es ihm gut geht“, sagte Bettina Kneip. Seinen Flug in die Freiheit beobachteten sie am Abend ebenfalls.

Kontaktdaten und Spendenkonto

Interessengemeinschaft Wildvogelhilfe Südniedersachsen e.V.

Ansprechpartnerin Julia Metternich

Im Ellertal 12

37115 Duderstadt

05529 / 210 22 00

0178 / 52 687 62

info@igwsn.de

www.igwsn.de

Spendenkonto:

Kontoinhaber: Interessengemeinschaft Wildvogelhilfe Südniedersachsen e.V.

IBAN: DE86 2605 1260 0000 2441 37

BIC: NOLADE21DUD

Zurzeit sitzen in der Station des Vereins Interessengemeinschaft Wildvogelhilfe Südniedersachsen (IGWSN) zwei Schleiereulen, ein Waldkauz und eine Wildtaube. Hinzu kommen 31 Rauch- und Mehlschwalben, eine Uferschwalbe, zwei Stieglitze, ein Gimpel / Dompfaff und ein Grünfink. „Die Stieglitze sowie eine der Schleiereulen können wir ebenfalls entlassen“, sagt Metternich. Die Wildtaube, die nach einem Sperberangriff gepflegt wird, könne nach einem Sperberangriff wohl im Frühjahr wieder losfliegen. „Der Waldkauz werde noch etwa sechs Wochen brauchen“, ergänzt Duda. Dieser sei bei einem Verkehrsunfall verletzt worden. 238 Tiere hat das Duo 2017 in Hilkerode aufgenommen. „Knapp 70 Prozent der Tiere kriegen wir durch“, erzählt Duda. Bei Singvögeln sei die Quote höher als bei den Greifvögeln.

Bei der Pflege ist die IGWSN auf Spenden angewiesen. „50 Euro kostet uns ein Vogel im Schnitt“, erklärt Duda. Je nach Verletzung oder Krankheit würden für einige Tiere 400 bis 500 Euro an Kosten anfallen, für andere hingegen kaum etwas. Dabei berechne der Verein, der derzeit neun Mitglieder zähle, nur das Futter, die medizinische Versorgung und die Kosten für die Unterbringung. Ab 1. Januar erhält der Verein Landesmittel für Wildtierauffangstationen. Damit tritt die Station die Nachfolge von Friedrich-Karl Schöttelndreiers Station in Rüdershausen an, der den auslaufenden Vertrag nicht verlängert hat. Trotzdem bleibt Schöttelndreiers Einrichtung eine staatlich anerkannte Auffangstation, ist aber dann noch mehr auf Spenden oder Patenschaften angewiesen. Auch sein Steinkauzprojekt will er weiter betreiben. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenten“, erklärt Schöttelndreier über die Zusammenarbeit mit Metternich und Duda. Vielmehr würden sie sich gegenseitig unterstützen und mit Unterbringungsplätzen aushelfen. Zusammenarbeit bestünde seit dem Sommer auch mit der Nabu-Ortsgruppe Untereichsfeld, berichtet Duda. Deren Mitglieder hätten unter anderem geholfen, die Volieren aufzubauen.

Zusätzlich zur Pflege von kranken und verletzten Tieren hat sich die IGWSN noch weitere Ziele auf die Fahnen geschrieben. Vereinszweck sei die Erhaltung und Förderung der Biodiversität (biologische Vielfalt) der heimischen Avifauna, sagt Metternich, also der Gesamtheit aller in der Region vorkommenden Vogelarten. Weiterhin sollen Lebensräume geschaffen werden, zum Beispiel durch das Aufhängen von Nistkästen oder das Pflanzen von heimischen Pflanzen, die Beeren tragen. Mit Öffentlichkeitsarbeit wollen sie Tipps zur Gartengestaltung geben und in Kindergärten und Schulen sowie vor Interessierten Vorträge halten.

Von Rüdiger Franke

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